▶ Innenraum & Ausstattung
Überraschend großzügige Kopffreiheit im Fond
Ziehen kann man die Option der Matrix-Scheinwerfer entweder im Tavascan Endurance mit Hilfe des ʺAdrenalin Pack"-Pakets; oder durch die Wahl des Topmodells ʺVZ". Die Entscheidung für die Basis- und die Topausstattung fällt bei Cupras Mittelklasse-SUV-Coupe durch die Wahl des Antriebs. Das Platzangebot bleibt von dieser Entscheidung unberührt – es ist im ʺEndurance" wie im ʺVZ" unerwartet großzügig.
Besonders überrascht sind wir von der Kopffreiheit auf den Rücksitzen. Sie ist so groß, dass man auch mit einer Größe von 1,90 den Kopf beim Sitzen noch würdevoll tragen kann. Nur beim Einsteigen heißt es in dem Fall: Kopf einziehen! Vorne hat man mit besagter Größe ebenso ausreichend Spielraum. Wobei wir vorne vom Gefühl her sportlich enger sitzen.
Einzigartige Cockpit-Form bindet Fahrer und Beifahrer sportlich tief und trotzdem bequem ein
Bei einem Sportler wie dem Cupra Tavascan ist das aber kein Nach-, sondern ein Vorteil. Alpine setzt beim A390 auf eine vergleichbar starke Einbindung des Fahrers. Die Art der Einbindung ist beim Cupra dennoch einzigartig. Das auf die Mitte, zur Mittelkonsole hin spitz zulaufende Armaturenbrett, scheint vom ʺHALO"-System der Formel 1 inspiriert zu sein. Den Eindruck erweckt es mit seiner schwebenden Spange.
Sie verbindet die Mittelkonsole und das Armaturenbrett zu einem Element: ein gewagtes, aber gelungenes Abweichen von der Tradition. Einen Kritikpunkt haben wir aber. So schön das Element anzusehen ist, so billig wirkt es, wenn man es angreift. Es besteht aus schlichtem Hartplastik. Ergonomisch hat es keine Nachteile. Die Smartphones im kabellosen Ladefach darunter sind problemlos zu erreichen; und die Mittelkonsole dahinter ist samt ihrem Staufach, Getränkehalter und der Armablage ebenso bequem wie praktisch.
Großer, praktischer Kofferraum – aber mit ungewohnten Lücken in der Serienausstattung
Ebenfalls praktisch ist das Stauraumvolumen des Cupra Tavascan. Mit 540 Litern liegt es im Bereich der meisten Herausforderer. Das Enyaq Coupe RS von Skoda kann 570 Liter verstauen, der A390 von Alpine 532. Ein wenig ab fallen lediglich der EV6 von Kia und der Mustang Mach-E von Ford mit 490 bzw. 519 Litern. Im Tavascan bietet der Stauraum wenige Anpassungsmöglichkeiten; die Rücksitzlehen lässt sich geteilt umklappen – das war es.
Die Einstellmöglichkeiten der Sportschalensitze sind um einiges umfangreicher; elektrisch funktioniert das Einstellen allerdings erst gegen Aufpreis – selbst in der ʺVZ"-Ausstattung. Für gewohnt zeigt sich Cupra in dieser Hinsicht großzügiger: beim Tavascan ist das anders. Ein anders Beispiel. In beiden Ausstattungen fehlt serienmäßig sowohl ein Navi wie eine 3-Zonen-Klimaautomatik – beides halten wir in einem elektrischen Familien-SUV aber für unabdingbar. Eine 1-Zonen-Climatronic ist bei dem Preis und bei dem Anspruch dürftig.
Mit dem nur 5,3 Zoll großen Digitalinstrument können wir uns einfacher anfreunden. Seine schlanke Erscheinung passt zu einem Performance-Modell; seine übersichtliche Darstellung ebenso. Die kongeniale Erweiterung der sportlichen Anzeige ist das Head-up-Display mit ʺAR"-Einblendungen; freilich ist dafür wieder ein Extra-Taler gefordert. Der 15-Zoll-Touchscreens ist hingegen serienmäßig; zudem übersichtlich und recht einfach zu bedienen. Mit Schaltern und Drehreglern für die wichtigsten Funktionen würde seine Bedienung aber noch weniger ablenken.