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Nissan Townstar Kombi (Test 2022): Ist der neue Familien-Van ein Caddy-Konkurrent?

Wie die Zeit vergeht. Fünfzig Jahre ist es her, als der erste Nissan in Deutschland auf den Markt kam. Im Nutzfahrzeug-Sektor sind die Japaner seit den 1990ern aktiv: alles begann mit dem Vanette Cargo und dem Serena. Der neue Townstar soll als NV200-Nachfolger diese Tradition fortsetzen. Mit dem Kastenwagen durften wir bereits eine Runde drehen. Heute sitzen wir im Test im Familien-Van, dem Nissan Townstar Kombi.

Inhalt


  1. Stärken und Schwächen im Schnellcheck
  2. Technische Daten
  3. Konkurrenzmodelle
  4. Fazit

Townstar petrol combi dynamic

© Nissan

Der Nissan Townstar Kombi 2022 im Schnellcheck


Stärken

  1. Äußerst geräumiger, fünfsitziger Familien-Van
  2. Riesiger, praktischer und flexibler Stauraum
  3. Guter Komfort
  4. Bald neben Benzinern auch mit E-Antrieb
  5. Benziner mit hohem Verbrauch

Schwächen

  1. Kombi EV mit kurzer Reichweite
  2. Keine teilautonomen Assistenten

Townstar petrol combi

© Nissan

N250-Nachfolger fährt bald auch elektrisch

Mit dem neuen Nissan Townstar stellt sich der älteste japanische Hersteller den renommierten Mitbewerbern: vom Citroen Berlingo über den Opel Combo bis zum VW Caddy. Größer, erdrückender als der Widerstand dieser klassischen Kompaktvans ist die Konkurrenz der SUVs und SUV-Coupés der Kompakt- oder Mittelklasse – allen voran die des VW Tiguan. Der stärkste Trumpf der Hochdachkombis bleibt ihre schlichte Funktionalität. Sie sind günstig, geräumig, praktisch – und verzichten auf jegliches modische Brimborium. Der Nissan Townstar Kombi, so viel sei schon verraten, ist hier keine Ausnahme.

Der gemeinsam mit Renault und Mercedes entwickelte Familien-Van – die Schwestermodelle sind der Renault Kangoo und Mercedes Citan – folgt dem NV200 bzw. 250 nach. Er war als Transporter recht erfolgreich, nicht zuletzt in der batterieelektrischen Variante, als e-NV200. Der Townstar Kombi soll es dem Vorgänger nun auch im Privat-Sektor gleichtun: wie er soll er gut ankommeHahn und elektrisch fahren. Letzteres beherrscht der Van, anders als der Kastenwagen, derzeit noch nicht. Der batterieelektrische Antrieb dürfte jedoch nicht mehr lange auf sich warten lassen; der Kangoo-Kombi stromert als E-Tech Electric bereits.

© Nissan

Townstar Kombi startet mit 122 PS starkem Turbobenziner

Von ihm und vom Townstar EV kennen wir auch die wichtigsten Leistungsdaten des kommenden E-Vans. Er wird von einem 122 PS und 245 Nm starken Elektromotor angetrieben werden. Der Akku wird 44 kWh Energie speichern, was für eine Reichweite von rund 280 bis 300 Kilometern reichen sollte. Eine wichtige Änderung zum Vorgänger ist der Wechsel des Ladesystems: vom japanischen CHAdeMo- auf das bei uns gebräuchliche CCS-Schnellladesystem. Die maximale Ladeleistung dürfte beim Start 80 kW betragen.

So weit zu dem, was der Townstar Kombi in Kürze liefern wird. Nun zu dem, was er bereits kann. Die Alternative zum alternativen E-Antrieb heißt DIG-T 130: ein 1.333 cm² großer Vierzylinder-Turbobenziner mit 130 PS und 240 Nm (Kraftstoffverbrauch kombiniert WLTP: 6,8 Liter auf 100 km, 154 g/km CO2 und Energieeffizienzklasse k.A.). Der Ottomotor versteckt sich unter der kurzen Motorhaube. Seine Kraft überträgt er mittels manuellem 6-Ganggetriebe auf die Vorderachse. Als Höchstgeschwindigkeit schafft er 183 km/h.

Townstar Kombi

© Nissan

Benziner ähnlich stark, weniger effizient – aber mit der dreifachen Ausdauer

Das bedeutet auch: Der Nissan Townstar Kombi ist mit dem Vierzylinder-Benziner deutlich schneller als er es mit dem E-Antrieb sein wird; er regelt voraussichtlich bei 130 km/h ab. Den kraftvolleren Antritt aber hat der E-Van, zumindest zu Beginn. Bis Tempo 100 gleichen sich die Beschleunigungskräfte der zwei Antriebe an: hier wie dort dauert der 0-100-Sprint knappe unter zwölf Sekunden. Die Kraft des 1.3 DIG-T reicht fernerhin aus, gut 500 Kilo Nutzlast; und außerdem bis zu 1,5 Tonnen Anhängelast in Bewegung zu versetzen.

Der Verbrauch und der CO2-Ausstoß des Ottomotors indessen sind recht üppig: mit 7 bis 8 Litern sollte man rechnen. Trotzdem wird der Townstar Kombi mit dem Benziner deutlich ausdauernder unterwegs sein als mit dem E-Antrieb. Der 54 Liter große Tank recht für eine Strecke von 700 bis 800 Kilometern – sprich drei Mal so lange wie der Akku des Townstar Kombi EV. Dass der Elektro-Van laut Liste knapp einen Kleinwagen teurer sein wird, ist ebenfalls anzunehmen. Mit dem Benziner startet der Familien-Van schon ab 26.600 Euro. Was hat er dafür zu bieten?

© Nissan

Lademeister mit kompaktem Maß und großen Öffnungen

Zunächst ein praktisch-kompaktes Maß. Er ist 4,45 Meter lang und 1,86 Meter breit – die Achsen stehen 271 Zentimeter auseinander. Diese Abmessungen sind z.B. denen eines VW Tiguan nicht unähnlich: mit einer Ausnahme, der Bauhöhe. Der Tiguan ragt rund 1,65 Meter hoch auf – Nissan’s Van überragt das Wolfsburger SUV jedoch noch um zwanzig Zentimeter. die enorme Bauhöhe hat auch einen großen Vorteil: Das Ein- und Aussteigen ist keine notwendige Übung, sondern ein Genuss.

Nicht nur, dass wir im Townstar Kombi noch um einige Zentimeter höher sitzen als in einem SUV. Weder beim Ein- noch beim Aussteigen laufen wir Gefahr, uns unsere Köpfe anzustoßen. Die Schiebetüren sind 62 Zentimeter breit und 106 Zentimeter hoch – und sie stehen selbst in engen Parklücken nicht im Weg. Auf den Sitzen angekommen, entpuppt sich das Platzangebot ebenfalls als vorzüglich: vorne wie hinten. Die Kopffreiheit eines Vans ist im Pkw-Sektor unvergleichlich.

Townstar petrol combi

© Nissan

Geräumiger Fünfsitzer mit praktischen Lösungen für den Alltag

Wenn das Platzangebot im Townstar Kombi vorzüglich ist, dann ist das Stauraumvolumen vortrefflich. In der Standard-Sitzkonfiguration – fünf Sitze, aufgestellte Rückbanklehnen – packt der Nissan 775 Liter ein; bei umgeklappten Rücksitzlehnen wächst das Volumen auf 2.800 Liter. Klappen wir zusätzlich noch die Beifahrer-Sitzlehne um, erweitert sich der Stauraum sogar auf 3.500 Liter. Der Preis für dieses Extra, 290 Euro. Gegen ein derartiges Packmaß sieht jedes SUV blass aus, selbst ein Skoda Kodiaq; ein VW Caddy schafft die Vorgabe aber locker (1.213 bis 4.500 Liter).

Zurück zu Nissans Familien-Van. Der Laderaum überzeugt auch mit seiner Funktionalität: nicht zuletzt mit einer Ladekante, die tiefer liegt als 60 Zentimeter. Der Kofferraum ist außerdem rund 111 Zentimeter hoch, zwischen den Radkästen 119 Zentimeter breit – und maximal 189 Zentimeter lang. Klappen wir den Beifahrersitz um, sind es sogar gut zweieinhalb Meter. So viel zu den Vorteilen der außergewöhnlichen Bauhöhe. Der Nachteil ist die größere Stirnfläche. Sie erhöht den Luftwiderstand, das wiederum hebt den Verbrauch – wie gesehen auch beim Townstar Kombi.

Townstar petrol combi

© Nissan

Pragmatische Basisausstattung aber keine Top-Assistenten

Andererseits bietet ein hoher, große Raum reichlich Platz für eine formidable Einrichtung. Hat Nissan diese Chance beim neuen Townstar Kombi genutzt? Die Wahl der Ausstattungen hat auf die Antwort einen nicht unerheblichen Einfluss. Das Sortiment besteht aus vier Linien. Die Basisausstattung “Acenta” rückt mit einer noch eher Nutzfahrzeug-ähnlichen Ausrüstung aus: praktisch aber ohne große Glanzlichter. Ein Radio ist aber ebenso an Bord wie ein höhenverstellbarer Fahrersitz und LED-Tagfahrlichter. Recht umfangreich fällt indes die serienmäßige Assistenzausstattung aus.

Sie umfasst bspw. eine Verkehrszeichenerkennung sowie einen intelligenten, autonomen Notbrems-, Spurhalte und Totwinkel-Assistenten. In der nächsthöheren Ausstattung “N-Connecta” wird es dann gemütlicher und kommunikativer: mit einem 8-Zoll-Infotainment, einer Klimaautomatik, einer Lendenwirbelstütze für den Fahrersitz; und einer Rückfahrkamera samt Farbbild. Das Topmodell ʺTekna” ergänzt schließlich noch ein Navigationssystem, eine induktive Ladebox und eine Sitzheizung. Topmoderne Assistenten bietet Nissan für sein Townstar allerdings im Sortiment.

Technische Daten des Nissan Townstar Kombi


PS-Anzahl: 130 PS
kW-Anzahl: 96 kW
Antriebsart: Frontantrieb
Getriebeart: Manuell
Kraftstoffart: Benzin
Verbrauch Benzin: 6,8 l/100km
CO₂-Emission 154 g/km
Abgasnorm: Euro 6 D (grüne Feinstaub-Plakette)
Listenpreis: ab 26.600 Euro
Stand der Daten: 22.08.2022

Konkurrenzmodelle


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Unser Fazit zum Nissan Townstar Kombi


MeinAuto.de-Redakteur: Norbert Auer | 22.08.2022
Mit dem Townstar Kombi stellt Nissan eine neue interessante Alternative im Segment der kompakten Familien-Vans vor. Die Kangoo-Schwester ist ausgesprochen geräumig, agil und praktisch veranlagt. In den höheren Ausstattungen bietet der Townstar auch reichlich modernen Komfort und gute Konnektivität. Die Serien-Assistenzausstattung ist umfangreich – teilautonome Helfer gibt es für den Van allerdings keine. Bei MeinAuto.de gibt es den Townstar Kombi ab 22.745 und 18 % Rabatt los, sprich gut 4.700 Euro unter dem Listenpreis.

     
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