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Testberichte - CarCoach-Schnellcheck - Pro & Contra - Johannes

Stärken:

  • Großes Platzangebot und sehr geräumig
  • Hochwertiger und durchdachter Innenraum
  • Optional als 7-Sitzer

Schwächen:

  • Wenig sportliche Fahrweise
  • Kein Allradantrieb
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Datumsstempel

Seat Tarraco im Test

Hält das spanische Mittelklasse-SUV mit den Geschwistern Schritt?

Der 4,74 Meter lange Tarraco ließ den kleineren Seat-SUV beim Markteintritt galant den Vortritt. Seit dem Start ist es mit der Zurückhaltung vorbei. 2019, im ersten vollen Verkaufsjahr, wechselten 10.000 Exemplare den Besitzer. Seinen Geschwistern VW Tiguan und Skoda Kodiaq fährt er zwar noch hinterher – den Tschechen will er aber bald einholen. Ob der Seat Tarraco das Zeug dazu hat? Unser Test berichtet.

Geräumig, geräumiger – Seat Tarraco

Mit dem Tarraco ist das Seat-SUV-Trio komplett. 2016 präsentierte die spanische VW-Tochter ihr erstes Modell dieser Bauform: den 4,36 Meter langen, kompakten Ateca. 2017 folgte mit dem 4,14 Meter kurzen Arona ein B-Segment-SUV. Mit dem Tarraco steigt Seat Ende 2018 in ein weiteres heiß umkämpftes Segment ein: das der Mittelklasse-SUV. Hier erwarten den Spanier nicht nur die prominenten Konzerngeschwister Kodiaq und Tiguan, mit denen er sich die Plattform, VWs modularen Querbaukasten, teilt. Auch Modelle wie der Honda CR-V oder der Peugeot 5008 haben sich hier etabliert. Seat versucht mit dem Tarraco dasselbe und setzt auf eine altbewährte Strategie der Natur: auf einen beeindruckenden Auftritt und eine dominante physische Präsenz. Mit einer Länge von 474 Zentimetern überragt er sowohl den Kodiaq als auch den Tiguan Allspace um rund 5 Zentimeter – und praktisch alle anderen Klassenkameraden. Die stattliche Figur unterstreichen eine Bauhöhe von 1,66 und eine Breite von 1,84 Metern. Der Radstand zählt mit 2,79 Zentimetern ebenfalls zu den längsten des näheren Konkurrenzumfeldes.

Bisher scheint Seats Strategie aufzugehen: Der Tarraco kommt gut an, auch wenn das nächste Ziel, das Schwestermodell von Skoda, mit 25.000 abgesetzten Einheiten noch einiges voraus ist. Das spanische Mittelklasse-SUV aber bringt alle Voraussetzung für ein kräftiges Wachstum mit: zuvorderst ein vorzügliches Platzangebot. Selbst Passagiere mit über 2 Metern können sich im Seat ungestört ausbreiten – mit einer optionalen Ausnahme. Zu der kommen wir gleich. Zuvor noch ein Wort zum Stauraum. Dessen Größe ist mit 760 Litern in der Klasse einsame Spitze: selbst den Tiguan Allspace und den Kodiaq – 700 bzw. 650 Liter – steckt der Tarraco ein. Andere SUV wie der Ford Kuga, der Toyota RAV4 oder der Volvo XC60 kommen mit ihrem Kofferraum nicht einmal in die Nähe dieser Stauraumfülle. Erneut aber gilt für den Tarraco eine Ausnahme, die uns zur oben erwähnten ersten Ausnahme führt. Die genannten Zahlen gelten für den 5-Sitzer – in den Kofferraum des 7-Sitzers passen 230 bzw. 700 Liter, wenn die Zusatzsitze umgeklappt sind.

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© Seat

Bedienung und digitale Ausstattung exzellent – 7-Sitzer-Notsitze kaum brauchbar

Die Zusatzsitze im siebensitzigen Tarraco sind bei der Betrachtung des Platzangebots eine Ausnahme: da sie schlicht zu wenig Platz bieten. Gegen den 7-Sitzer spricht so weniger der kaum verringerte Stauraum, sondern vielmehr die bescheidene Funktionalität der beiden Zusatzsitze. Erwachsene finden in ihnen nie und nimmer Platz – und zur Beförderung kleiner Kinder sind sie nicht geeignet, denn sie sind nicht für Kindersitze freigegeben. Die knapp 800 Euro für die zwei Einzelsitze in der dritten Reihe sind für uns deshalb das Geld nicht wert. Vom Tarraco selbst kann man das indessen keineswegs behaupten. Nirgends gibt es in der Mittelklasse fürs Geld mehr Platz und Stauraum. Eine feinere Verarbeitungs- und Materialqualität bieten andere hingegen sehr wohl – die hat dann aber auch Premium-Preise. Seat hat bei seinem Mittelklasse-SUV sowohl die Karosserie als auch das Interieur mit Sorgfalt endmontiert: innen ist die Materialqualität aber teils eher mittelmäßig als mittelklassig. In den nicht unmittelbar einsehbaren Ecken wechselt die Qualität rasch von “angenehm aufgeschäumt” auf “harte Tatsachen”. Umso vortrefflicher aber sind die Ergonomie und die Bedienung gelungen.

Das Ein- und Aussteigen flutscht dank der hohen Sitze und der weit öffnenden, sicher arretierenden Türen als wären wir frisch geölt. Die Bedienung geht uns bereits nach wenigen Minuten spielerisch von der Hand. Sie ist übersichtlich gestaltet und bietet Tasten und Knöpfe für jene Bereiche, für die sie sinnvoll sind: etwa die Lautstärkeregler. Dort, wo digitalisierte Inhalte und Bedienelemente überlegen sind, kommen diese zum Einsatz. Ein Beispiel ist das serienmäßig installierte Kombi-Instrument mit seinem 10 Zoll großen Display. Ein zweites das ebenfalls zur Serienausstattung gehörende Media-System “Plus” mit seinem rund 8 Zoll großen, beweglichen Touchscreen und einem WLAN-Hotspot via Seat Connect. Ab der mittleren Ausstattung “Xcellence” bindet das System externe Geräte kabellos ein – kabelloses Laden ist bis dato noch nicht möglich. Dafür verwöhnt der Tarraco Xcellence alle Insassen mit einer 3-Zonen-Klimaautomatik, auf Wunsch mit einer Sitzheizung für die Vorder- und seitlichen Fondsitze – und die Fond-Gäste mit einer längs verschiebbaren Rückbank.

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© Seat

Tarraco: Stickstoffarmer Power-Diesel & ein Plug-in-Hybrid in der Warteschleife

Da wir es uns gerade in den Leder-Komfortsitzen gemütlich gemacht haben, liegt der folgende Gedanke nahe: Wie kräftig, so fragen wir uns, drückt uns der Seat Tarraco bei Vollgas wohl in die Sitze? Zum Test rücken wir mit dem stärksten Motor im aktuellen Sortiment, dem Vierzylinder-Turbodiesel 2.0 TDI 4Drive, aus (Kraftstoffverbrauch kombiniert NEFZ/WLTP: 5,6/7,0 Liter auf 100 km, 141/183 g/km CO2 und Energieeffizienzklasse B). Mit ihm prescht das SUV dank Allradantrieb, 200 PS und 400 Nm in 7,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h – trotz seines Leergewichts von 1,8 Tonnen. Der Testverbrauch ist mit fast 8 Litern allerdings happig. Dafür reinigt der Selbstzünder die Stickoxide im Abgasstrang besonders sorgfältig, per doppeltem SCR-Filter (Twin-Dosing). Um einiges sparsamer ist der Tarraco mit dem schwächeren, 150 PS starken Zweiliterdiesel unterwegs (Kraftstoffverbrauch kombiniert NEFZ/WLTP: 4,9/6,0 Liter auf 100 km, 120/62 g/km CO2 und Energieeffizienzklasse B); im Einkauf um einiges günstiger mit den drei Benzinern, die 150 oder 190 PS leisten.

Und wie sieht es mit alternativen Antrieben aus? Die bzw. der lässt auf sich warten. Vorgestellt hat Seat das Tarraco PHEV bereits Ende 2019 – der Bestellstart hat sich aufgrund der Corona-Krise aber nach hinten verschoben. Was der Plug-in-Hybrid-Antrieb, der 1,4 e-Hybrid, kann, zeigt er aktuell u.a. im Octavia RS iV. Dank 245 PS hat er mächtig Druck auf dem Pedal: dank der 13kWh großen Batterie fährt er zugleich jedoch auch gut 50 km vollelektrisch und spart so kräftig Benzin (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 3,99 Liter/18,5 kWh auf 100 km, 43 g/km CO2 und Energieeffizienzklasse A+). Noch heißt es auf das PHEV-Vergnügen aber warten. Auf ein ausgewogen abgestimmtes, im Innenraum leises und stabiles SUV brauchen die Seat-Kunden nicht zu warten: all das hat der neue Tarraco ab Werk zu bieten. Auch bei den Sicherheitstests der aktiven und passiven Sicherheitssysteme sichert sich der Spanier Topnote um Topnote. Einziger Schwachpunkt: die Bremsen, die den 1,8-Tonner aus Tempo 100 erst nach gut 36 Metern zum Stehen bringen.

CarCoach-Fazit - Auf den Punkt gebracht - Johannes

Meine Meinung zu diesem Modell:

Der Seat Tarraco ist nicht nur das größte SUV im Stall der spanischen VW-Tochter – er ist auch das geräumigste unter den Mittelklasse-Modellen. Der Innenraum aber ist nicht nur groß, sondern auch hochwertig und durchdacht eingerichtet: abgesehen von einigen Kleinigkeiten. Unter der Haube trumpft im Test der 200 PS starke Topdiesel auf – auf den Plug-in-Hybrid heißt es weiter warten.

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