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Testberichte - CarCoach-Schnellcheck - Pro & Contra - Paulina

Stärken:

  • Agiles und sportliches Fahrverhalten
  • Auswahl an effizienten Benzin- und Dieselmotoren
  • Relativ geräumiger Innenraum

Schwächen:

  • Sportliches Fahrwerk kann zu Komforteinbußen führen
  • Eingeschränkte Sicht nach hinten
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Datumsstempel

Seat Leon IV im Test

Neuer Kompakter als innovative Evolution

Der große Bruder, der VW Golf, wurde einige Monaten vorher taufrisch aufgetischt: im mittlerweile achten Jahrgang. Wenig später ließ die spanische Tochter ihr Kompakt-Modell, den Leon, in der vierten Baureihe folgen. Der 8er Golf ist hybrid, digital und stets im Netz. Eifert ihm das Modell der Tochter nach – oder geht es eigene Wege? Im Test mit der fünftürigen Limousine suchen wir die Antwort.

Leon IV gewinnt an Statur und Platz

Die Ausgangsbasis ist bei allen drei Kompaktwagen-Jungspunden des VW-Stalls dieselbe: beim Golf wie beim Leon und beim Audi A3. Es ist die Weiterentwicklung des erfolgreichen Modularen Querbaukastens MQB, der MQB-evo. Aus der Reihe tanzt nur der Skoda Scala, der auf der kleineren A0-Plattform steht. Dennoch kommt er, was die Abmessungen betrifft, dem Seat Leon Jahrgang 2020 am nächsten. Der Spanier ist 4,37 Meter lang, 1,80 breit und 1,46 hoch. Der Golf 8 ist fast zehn, der A3 drei Zentimeter kürzer – der Skoda nur einen. Der größte Unterschied zwischen den Familienmitgliedern offenbart sich beim Radstand. Mit 2,69 Metern überragt der Spanier seine deutschen und tschechischen Geschwister um acht bis vier Zentimeter. Bringt ihm das einen entscheidenden Vorteil? In puncto Platzangebot auf jeden Fall, im Fond. Hier hat der kompakte Seat in Generation vier schlicht und ergreifend mehr Freiraum zu bieten. Will der Spanier gar dem Skoda den Rang als erster Praktiker im Ensemble streitig machen? Der Blick auf die Stauraumvolumina lässt anderes vermuten. Der Leon belässt es beim Gehabten – er fasst wie bisher 380 Liter und damit knapp 70 Liter weniger als der Scala.

Auf den VW Golf fehlt dem Seat Leon IV beim Kofferraumvergleich ein Liter. Bei umgelegter Rückbank zieht er vorbei: mit 1.301 zu 1.237 Litern; der Audi hat andere Präferenzen. Kurzum: Der kompakte Seat hat mit dem Radstand-Gewinn sein Repertoire erweitert. Den stärkeren Fokus auf die praktischen Tugenden belegen zumal zwei weitere Neuerungen: der flotte Dreitürer wurde aus dem Sortiment gestrichen, dafür hat der Kombi “ST” an Wert und Stauraum gewonnen. An Wert gewonnen haben beide Löwen-Varianten im Innenraum. Schlank, übersichtlich und ergonomisch stellt sich das minimalistische Interieur vor. Vereinzelte Glanzlichter gewährleisten, dass die Emotionen nicht zu kurz kommen. Ein Highlight ist die ab der “Xcelllence“-Ausstattung serienmäßige Ambiente-Beleuchtung, die sich rings um den Innenraum zieht. Sie übernimmt einerseits wie gewohnt eine rein dekorative Funktion, andererseits aber auch sicherheitsrelevante Aufgaben. Diesbezüglich arbeitet sie – zumindest im Topmodell “FR” – intensiv mit dem Ausstiegs- und Toter-Winkel-Assistenten zusammen: ein Umstand, der ihr die Bezeichnung “Smart Ambient Light” einbringt.

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© Seat

Innenraum: frisches Funkeln samt Dauerfunken

Der zweite smarte Protagonist auf der Bühne des Leon-Cockpits ist längst unabkömmlich geworden: der Touchscreen, die zentrale Bedieneinheit des Infotainment- sowie Digitalisierungs-Angebots. Ab Werk misst der Bildschirm gut acht, beim 3D-Navi exakt zehn Zoll – in beiden Fällen kann er nunmehr auch einfach mit berührungslosen Gesten gesteuert werden. Wie schon im neuen Golf hat man es – zumindest für den Geschmack des Testers – auch im Leon mit der Digitalisierung ein wenig übertrieben. Schalter und Tasten sind nicht der letzte Schrei; aber in mehreren Anwendungsfällen die einfachere, bessere Bedienmethode, etwa beim Regeln der Temperatur und Lautstärke. Allerdings muss im Leon IV keineswegs gewischt oder mit Gesten hantiert werden. Die zentralen Funktionen – vom Navi bis zur Playlist-Pflege – lassen sich alternativ über die wesentlich verbesserte Sprachsteuerung ansprechen. Ein “Hola” genügt, und der Sprachassistent spitzt die Ohren. Wenige Klicks genügen zumal, um das Smartphone oder andere mobile Endgeräte mit dem Kompaktwagen kurz zu schließen. Neuerdings gelingt das über die “Wireless Full Link“-Konnektivität sogar kabellos – allerdings nur mit Apple-Geräten.

Android-Geräte müssen dafür noch ans Kabel – kabellos geladen werden können aber auch sie, konkret in der optionalen “Connectivity Box“. Für die Einbindung ins weltweite digitale Netz benötigt der Seat Leon Nr. 4 gleichfalls kein Kabel: die neue “Online Connectivity Unit“ (OCU) sendet dafür über die fix installierte eSIM-Karte ein elektromagnetisches Dauerfeuer. Das von ihr aufgespannte Daten- und Kommunikationsnetz ist die Spielwiese für die top-moderne Konnektivitäts-Besetzung: für die Infotainment- und die Connect-Apps ebenso wie für die Echtzeitdaten aus der Cloud, die dem Navi zusätzliche Quellen öffnen. Und was gibt es in der analogen Welt Neues? Bereits ab Werk jede Menge, unter anderem ein volldigitales, vielseitig konfigurierbares Kombiinstrument, eine weitgehende Vollausstattung mit LED-Lichttechnik – sowie eine Einzonen-Klimaautomatik und das “Keyless-Go“-Startsytem. Anders ausgedrückt: Die Basisausstattung “Reference” setzt eine Referenzmarke, an der die meisten Konkurrenten scheitern.

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© Seat

Seat Leon als Mild- oder Plug-in-Hybrid & erstmals teilautonom

Bisher hat sich gezeigt: Das Wesen des Leon IV ist wie das des VW Golf 8 digitaler und vernetzter als je zuvor; Seat verleiht dem Ganzen mit zusätzlichen praktischen Qualitäten eine besondere Würze. Doch ist der kompakte Spanier im Kern weiter ein Racer – oder hat ihm die Hybridisierung den Spieltrieb ausgetrieben? Feststeht: Hybridisiert wurde auch das Motorensortiment des Leon, wenn auch weniger intensiv als jenes des Golf. Zum Marktstart präsentiert sich lediglich einer der drei Verbrennungsmotoren hybrid: der 1.5 eTSI mit 150 PS und 7-Gang-DSG (Kraftstoffverbrauch kombiniert NEFZ/WLTP: 4,9/6,1 Liter auf 100 km, 112/139 g/km CO2 und Effizienzklasse A). Er geht mit einem Starter-Generator und einem 48-Volt-Bordnetz als Mildhybrid – und einer Kraftstoffeinsparung von einigen Zentilitern an den Start. Noch im Zulauf sind der Plug-in-Hybrid-Motor und der aufgefrischte Erdgasmotor (TGI); beide sind beim großen Bruder bereits im Einsatz. Die bisher genannten Motoren kennen wir vom Golf VIII. Das gilt auch für den kleinen Dreizylinder-Turbobenziner 1.0 TSI mit 90 und 110 PS (Kraftstoffverbrauch kombiniert NEFZ/WLTP: 4,7/5,7 Liter auf 100 km, 107/129 g/km CO2 und Energieeffizienzklasse A-B) sowie für den Vierzylinder mit Zylinderabschaltung, den 1.5 TSI mit 130 und 150 PS (Kraftstoffverbrauch kombiniert NEFZ/WLTP: 5,0/6,1 Liter auf 100 km, 115/138 g/km CO2 und Energieeffizienzklasse B).

Gleichfalls kein Unbekannter ist der Vierzylinder-Turbodiesel 2.0 TDI, der im Leon IV mit 115 und 150 PS antritt (Kraftstoffverbrauch kombiniert NEFZ/WLTP: 3,4-3,8/4,5-4,8 Liter auf 100 km, 98-90/118-127 g/km CO2 und Energieeffizienzklasse A+). Bekannt ist mittlerweile außerdem die Tatsache, dass der VW-Konzern bei den Emissionsklassen kein Vorreiter ist: laut Preisliste schafft noch keiner der Motoren die Euro-6d-Abgasnorm, die ab 2021 für Erstzulassungen vorgeschrieben ist. Vom Golf hebt sich das Leon Motorenregal schließlich aber doch ab: durch den 2.0 TSI mit 190 PS. Er ist als Zwischenschritt zu den Cupra-Modellen vorgesehen und eine Reminiszenz an den Rennfahrer im spanischen Kompaktwagen. Gut so, denn das rassige Temperament ist in der vierten Baureihe erhalten geblieben. Im Vergleich mit dem Golf fährt sich der Leon flinker, bestimmter, kraftvoller und direkter – selbst ohne das optionale adaptive Fahrwerk. Der längere Radstand verleiht ihm jetzt aber mehr Ruhe und die aufgestockte Assistenz-Armada liefert ein kräftiges Plus an Sicherheit: auf Wunsch u.a. mit dem neuen Travel-Assist auch teilautonom; ein weiteres Novum des Neuen.

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© Seat
CarCoach-Fazit - Auf den Punkt gebracht - White Text - Paulina

Meine Meinung zu diesem Modell:

Der vierte Seat Leon ist ein Prachtexemplar geworden und könnte selbst dem Golf gefährlich werden. Er fährt sich spritziger und direkter als jener – und bietet auf der Rückbank mehr Platz. Der Innenraum präsentiert sich aufgeräumt und topmodern; ebenso die Assistenz- und Konnektivitäts-Ausstattung. Bei den Motoren debütieren Hybridmotoren – wie die klassischen Verbrenner vorerst allerdings noch mit dem alten Abgasnormsiegel.

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