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KIA EV6 GT


























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Stärken:
- Stärkstes E-SUV der Mittelklasse
- Leistung wie ein Supersportler
- 800-Volt-Technologie
- Herausragende Ladeleistung
- Hochwertige Vollausstattung
- Erstaunlich effizient
Schwächen:
- Kein günstiges Vergnügen
- Fahrdynamik mit winzigen Schwächen
KIA EV6 GT im Test
Ein Elektro-Crossover als Supersportler
Dass der Kia EV6 GT kommen wird, weiß man seit der Vorstellung des EV6 im Oktober 2021. Bisher existierte der batterieelektrische Supersportler jedoch nur auf dem Papier. Die Leistung, die man von ihm ablesen konnte, war für ein Mittelklasse-SUV kaum zu glauben: 585 PS, 740 Nm und ein 0-100-Sprint in 3,5 Sekunden – da staunt selbst ein Porsche Taycan. Doch liefert der Kia EV6 GT auch wirklich ab? Ein Testbericht.
Kia EV6 GT: super-sportliches Crossover-SUV auf Taycan-Niveau
Elektrische Supersportwagen in Großserie, das war lange die unbestrittene Domäne des kalifornischen Autobauers Tesla. Mittlerweile bauen andere Hersteller ebenfalls super-schnelle E-Autos: Porsche und Audi zum Beispiel die viertürigen Limousinen Taycan und e-tron GT. Aber. Audis E-Limousine kostet selbst in der Basisversion über 100.000 Euro. Wer mit dem Taycan in die Leistungsregionen des neuen Kia EV6 GT vorstoßen will, muss gleichfalls eine sechsstellige Summe hinblättern. Kia preist sein 4,7 Meter langes Mittelklasse-SUV dagegen mit 69.900 Euro an.
Für diesen Preis liefern die Südkoreaner ein voll ausgestattetes SUV-Coupe: eines, das im eigenen Segment vergeblich seines Gleichen sucht. Leistungsmäßig am nächsten kommt dem EV6 GT der Tesla Model Y Performance AWD mit 535 PS. Er ist in der Anschaffung, ausstattungsbereinigt, rund 1.000 Euro günstiger als der Kia; im Unterhalt etwas teurer – und im Endeffekt nicht ganz so schnell wie dieser. Aber wie schnell ist der Kia EV 6 GT mit seinen zwei E-Motoren, seinen 585 PS und 740 Nm (Kraftstoffverbrauch kombiniert WLTP: 20,6 kWh auf 100 km, 0 g/km CO2 und Effizienzklasse A+++)?
585 PS, 740 Nm & in 3,5 Sekunden auf Tempo 100
Kurz und knapp geantwortet: erdrückend, atemberaubend schnell. In Zahlen ausgedrückt. Er beschleunigt seine leere Masse von 2,2 Tonnen in 3,5 Sekunden aus dem Stand auf 100; und im vollen Lauf auf 260 km/h. Der Tesla steht bei 250 an und braucht 2 Zehntelsekunden länger. Das Gefühl, mit dem wir von den Beschleunigungskräften des “GT” in die Sitzmöbel gedrückt werden, spiegeln diese Zahlen bestenfalls schemenhaft wider. Das SUV marschiert jederzeit und ohne Zögern voran, als würde das Heck von einem Dampfhammer bearbeitet.
Beim Beschleunigen in Längsrichtung braucht es mindestens einen Porsche Taycan GTS, um ähnliche Eindrücke zu erwecken. Doch wo holt Kia diese Leistung her – bisher waren die 325 PS und 605 Nm des EV6 AWD das Maximum? Die Leistung ziehen die Koreaner aus den Spulen der in den anderen EV6-Varianten eingesetzten Synchronmaschinen. Beide Motoren drehen im “GT” allerdings bis 21.000 Touren hoch: allein das steigert die Leistung kräftig.
800-Volt-Technologie und Spezial-Teile für den Heckmotor
An der Vorderachse des EV6 GT dreht der Synchronmotor mit 218 PS; an der Hinterachse werden die zwei Räder mit 367 PS in den Asphalt gekrallt. Dem Heckachsenmotor hilft Kia mit einigen neuen Spezialteilen auf die Sprünge. Ein zweistufiger Wechselrichter entfaltet die Kraft noch gleichmäßiger; sein Leistungsmodul nutzt Siliziumkarbid-Halbleiter, um die Gesamteffizienz zu steigern. Die Spule des Ständers ist in der “Hairpin”-Technologie gewickelt und wird mit Öl gekühlt: das verringert die Verluste und lässt den Motor noch direkter reagieren.
Natürlich nutzt auch das Topmodell – wie alle anderen EV6-Varianten – die 800-Volt-Technologie: für alle elektrischen Komponenten – vom Akku bis zu den Kabeln. Die doppelte Spannung verringert die Übertragungsverluste und die Temperaturentwicklung. Das wiederum senkt die Anforderungen an das Temperaturmanagement: die horrende Leistung kann öfter abgerufen werden. Die 800-Volt-Technologie führt so letzten Endes dazu, dass die Effizienz des EV6 GT ähnlich beeindruckend ist wie seine Fahrleistungen.
Effizienz & Ladeleistung stehen der Leistung nicht nach
21 kWh auf 100 Kilometer im Testmittel, das ist angesichts der Leistung ein überraschend niedriger Verbrauch. Bei diesem Stromverbrauch kann man durchaus das ein oder andere Mal richtig aufs Pedal steigen. Bewegt man sich länger nahe der Spitzenleistung oder der Spitzengeschwindigkeit, ziehen die zwei Permanentmagnet-Synchronmaschinen hingegen nahezu doppelt so viel Strom aus dem Akku. Die angegebene Normreichweite des 77,4-kWh-Akkus von 424 Kilometern ist in dem Fall außer Reichweite.
Fahren wir den EV6 GT als das, was er u.a. auch ist, als Grand Touring, dann schafft er 400 Kilometer ohne Zwischenstopp. Beim Stromtanken ist der Kia mit seiner 800-Volt-Technik natürlich ebenfalls von der super-sportlichen Truppe. An einer HPC-Säule sind derzeit bis zu 240 kW Ladeleistung möglich; in Zukunft werden es bis zu 350 kW sein. Wichtiger in der Praxis aber ist, dass der Lader unter den unterschiedlichsten Umständen schnell lädt; u.a. auch weil der EV6 Gt die Batterie mit Hilfe von Navidaten konditioniert. In 10 Minuten lädt man so meist 150 bis 200 Kilometer Reichweite nach.
Kia EV6 GT – ein Gran Touring in bester Tradition
Doch wie versteht es der Kia EV6 GT, mit den enormen Querbeschleunigungskräften umzugehen? Sehr gut, aber nicht so gut wie ein Porsche Taycan oder ein e-tron GT. Das aber kann man von einem 1,55 Meter hohen Crossover auch nicht erwarten. Trotzdem, der EV6 GT ist alles andere als ein Fahrdynamik-Muffel. Kia hat die Befestigungen der Radaufhängungen verstärkt; und vorne der MacPherson-Aufhängung eine neue Geometrie spendiert. Die vorderen Federn sind weicher als beim EV6, die hinteren deutlich steifer.
Das Gewicht hat Kia nahezu gleich auf die beiden Achsen verteilt. Das Fahrwerk und damit der Schwerpunkt liegen 5 Millimeter tiefer als beim EV6 – der Radstand ist mit 2,90 Metern gleichlang. Mit der elektronischen Dämpferkontrolle und dem elektronischen Sperrdifferenzial lassen sich der Komfort, die Wankneigung und die Traktion beeinflussen. Zu den drei Fahrmodi des EV6 kommt im GT noch der “GT”-Modus hinzu. So tourt der EV6 GT entweder komfortabel und genüsslich über die Landstraße – oder er heizt um eine abgesperrte Rennstrecke. Zum Fahrdynamik-Niveau BMWs fehlt Kia aber noch ein Stück.
Auch optisch und ausstattungsmäßig ein Highlight
Für alle Arten von Einsätzen geeignet sind zumal die Bremsen. Kia hat die Bremsanlage ebenfalls auf Hochleistung getrimmt. Die mechanische Anlage baut auf die Verzögerungsleistung von vier wuchtigen Scheiben; mit 380 bzw. 360 Millimetern Durchmesser. Beim regenerativen System hat Kia die Leistung von 150 auf 300 kW verdoppelt. Sie ist mitverantwortlich für die hervorragende Effizienz – ihre Leistung reicht im lockeren Fließverkehr meist aus, das Supersport-Crossover allein mit dem E-Pedal zu fahren.
Gefördert wird der geringe Verbrauch auch von einer ab Werk verbauten Wärmepumpe. Apropos ab Werk. Die Serienausstattung des Kia EV6 GT ist alles andere als knausrig. Mit veganem Leder bezogene Sport-Schalensitze sind ebenso Serie wie ein Premium-Soundsystem, Kias Top-Navi, adaptive Dual-LED-Scheinwerfer – und alle Assistenten, die im Kia-Sortiment zu finden sind. Der größte Praktiker ist der EV6 GT freilich nicht, dazu ist der Kofferraum mit 480 bis 1.260 Litern zu klein. “Grand Touring”-Modelle aber waren noch nie praktisch war – gut, dass sich das auch mit dem E-Antrieb nicht ändert.
Meine Meinung zu diesem Modell:
Bereits beim Marktstart vor einem Jahr hat Kia das supersportliche Flaggschiff seiner E-Flotte angekündigt. Jetzt wird der 585 PS starke EV6 GT auch an die Kunden ausgeliefert – und der reale EV6 GT hält, was die vollmundigen Ankündigungen versprachen. Das 4,7 Meter lange Crossover ist ein echter Supersportler; zugleich aber auch ein echter Grand Touring. Neben der schieren Power haben uns im Test ebenso der Komfort, die Effizienz und die Ausstattung begeistert. Bei MeinAuto.de stromert der EV6 ab 63.597 Euro – 10 % bzw. knapp 7.300 Euro unter dem Listenpreis.
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News zum KIA EV6 GT
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