▶ Innenraum & Ausstattung
Im Fond reicht der Platz nur für Halbwüchsige – vorne für gut 1,90 Meter Körpergröße
Das Design des Honda Prelude geht uns unter die Haut. Die Seitenspiegel gehen ihrerseits unter die Gürtellinie der Vordertüren. In diesem Fall handelt es sich um keinen unerlaubten Untergriff. Der Design-Dreh verkleinert die toten Winkel. Außerdem, sagt Honda, wirke der Innenraum dadurch geräumiger. Ist dem so? Vorne können wir das bestätigen. Im Fond ist es gefühlt wie real eng – so eng, dass auf der Rückbank nur Halbwüchsige vernünftig sitzen können.
Das hoch-elegante, nach hinten stark abfallende Doppelkuppeldach schränkt die Kopffreiheit wie zu erwarten stark ein. Vom 2,6 Meter langen Radstand haben die Füße und Beine hinten ebenfalls kaum etwas. Diese Art der Platzverteilung ist in einem Sport-Coupe aber gewollt: ein Sportwagen ist kein Familienauto. Das zeigt sich auch unter der Heckklappe. Der Kofferraum ist ein 264 Liter tiefes Loch.
Ist dank 264 Litern Stauraum nicht ohne praktische Talente
Klappen wir die zweiteilige Lehne der Rückbank um, werden daraus 663 respektive 760 Liter – je nachdem, ob wir den Kofferraum bis zum Dach oder nur bis zur Fensterunterkante vollpacken. Im Honda Prelude finden wir somit genug Stauraum für einen Wochenendausflug; und den ein oder anderen Wochenendeinkauf. Der zweisitzige MX-5 RF ist mit letzterem maßlos überfordert; sein Kofferraum fasst nur 127 Litern.
Sportliche Limousinen wie der Mazda6e oder der Subaru Impreza bieten etwas mehr Stauraum – ihnen fehlt aber die sportliche Eleganz des Honda. Im Prelude lässt sie sich auch im Cockpit blicken. Dort finden wir zudem, was im Fond gefehlt hat: namentlich großzügige Bewegungsspielräume. In dieser Hinsicht können wir das Prelude-Motto ″Man-Maximum Machine-Minimum″ also wörtlich nehmen. Gilt das auch für die Ausstattung, Einrichtung, Bedienung und Bestuhlung?
Erstklassige Sitze, eine klassische, übersichtlich Cockpit-Architektur & eine Vollausstattung ab Werk
Für den Prelude rückt Honda laut eigenen Angaben die besten Sitze heraus, die je aus dem eigenen Hause gekommen sind. Nach einer ausführlichen Sitzung können wir das unterschreiben. Beim Fahrer packen die Wangen des Sportledersitzes besonders fest zu; die Seitenpolster hat Honda hier strukturell verstärkt. Beim Beifahrer-Ledersitz liegt der Fokus auf einer komfortablen seitlichen Abstützung. Die Lenden und der restliche Unterkörper werden in beiden Vordersitzen von einer Matten-Struktur stabilisiert.
Vollendet wird der exzellente Sitzkomfort durch fein strukturierte Lehnen und eine Sitzheizung. Genießen können wir diesen Komfort nahezu ohne Störungen: weil Honda ein sauber geordnetes und fein möbliertes Ambiente schafft. Das niedrige Armaturenbrett spannt sich zwischen zwei schlanken A-Säulen wie die Flügel eines Segelfliegers auf. Die ranke Form verschafft uns einen freien Blick – schon in der Basisausstattung ″Advance″, die zugleich die Topausstattung ist.
Die eher klassische als hypermoderne Architektur des zweifarbigen Cockpits hat ihrerseits den Vorteil, die Übersichtlichkeit zu fördern. Honda verbaut ein 10,2-Zoll-Digitalinstrument und einen 9 Zoll großen, freistehenden Touchscreen. Er ist ans ″Honda Connect″-Navi geknüpft. Der 2-Zonen-Klimaautomatik spendiert man eigene Drehregler; darunter platziert Honda eine induktive Ladestation. Dahinter folgt eine praktische und bequeme Mittelkonsole. Auf ihr sind der Fahrmodus-Schalter und die Gangwahltaste leicht zu erreichen.