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KIA K4

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Kia K4 im Test
Treibt die Saat des Ceed mit Kias neuem Kompakten groß aus?
Der Kia K4 tritt ein schweres Erbe an. Er soll die Erfolgsgeschichte des Kia Ceed fortschreiben. Der Kompaktwagen war die treibende Kraft hinter Kias Aufstieg. Im Laufe dreier Generationen entwickelte er sich für den VW Golf und Opel Astra zu einem ernstzunehmenden Gegenspieler. In welche Richtung Kia seinen konventionell angetriebenen Kompakten unter dem neuen Namen entwickelt: das deckt unser Test mit dem Kia K4 auf.
CarCoach-Schnellcheck
Kia K4
Stärken:
- kontrastreiches Design, starker Preis
- Platzangebot Fond & Kofferraum
- Serienausstattung & Bedienung
- Fahrleistung 1.6, Verbrauch 1.0 T-GDI
- starke Fahrdynamik & Sicherheit
Schwächen:
- recht hoher Verbrauch des 1.6 T-GDI
- Stauraumverlust durch MHEV-System
"Die Saat des Ceed geht mit dem Kia K4 tatsächlich groß auf: nicht nur bei der Quantität, sondern auch der Qualität."
▶ Karosserie & Design
Sportlich und elegant, kraftvoll und feingliedrig – Gegensätze kompakt vereint
Kias aktuelles Sortiment liebt es kurz und knackig. Ein Beispiel ist das konventionelle Kompaktklasse-Modell, der Kia K4. Es beendet die Amtszeit des Kia Ceed. Der Ceed hat zwischen 2006 und 2025 einige Namensänderungen vollzogen – und eine beständige Entwicklung durchlebt. Beim kompakten Kombis Ceed SW und bei dessen sportlicher Abwandlung ProCeed endet die Evolution mit dem K4 in einer Sackgasse; der Crossover XCeed darf vorerst weiter gedeihen.
Der Hauptstrang der Entwicklung verlagert sich jedoch auf den Kia K4. In Europa tourt er ausschließlich als Schräghecklimousine durch die Lande: als 4,44 Meter langer, 1,44 Meter hoher und 1,85 Meter breiter 5-Türer. Im Vergleich mit dem Ceed ist der K4 längs 13 und in der Breite 5 Zentimeter gewachsen; die Bauhöhe bleibt mehr oder weniger gleich. Das Design des K4 folgt Kias aktueller Designphilosophie ʺOpposites United" – und damit dem Aussehen der vollelektrischen Modellpalette.
Am Heck gelingt es dem K4, Sportlichkeit mit Eleganz zu vereinen. Das Greenhouse setzt Kia hinten deutlich zurück; und lässt es in einem markanten Spoiler auslaufen. Der Unterwagen formt dagegen ein breites, ausladendes Heck: mit einer eleganten Kante und einer auffälligen Rückleuchten-LED-Signatur. Vorne setzt Kia auf einen mächtigen Stoßfänger und, als Kontrast, auf eine feingliedrige LED-Tagfahrlicht-Grafik.
▶ Innenraum & Ausstattung
Der Ceed-Nachfolger wartet vor allem hinten mit spürbar mehr Freiraum auf
Kurzum: Das Exterieur des K4 ergibt außen ein fein abgestimmtes Gesamtbild. Die Schräghecklimousine wirkt gleichermaßen sportlich wie elegant. Da fragen wir uns, ob Kia bei der Gestaltung des Interieurs und der Vergabe des Platzangebots ähnlich viel Geschmack und Geschick beweist. Von den Bewegungsspielräumen, die uns der K4 offeriert, sind wir sofort angetan. Sie fallen um einiges großzügiger aus als im Vorgänger, dem Ceed III.
Zu verdanken ist das neben dem Größenzuwachs dem längeren Radstand. Die Achsen liegen beim K4 exakt 2,72 Meter auseinander – i.e. 7 Zentimeter weiter als beim Ceed. Das hat zur Folge, dass wir hinten selbst mit einer Größe von 1,85 Metern bequem sitzen. Im Ceed wurde es für 1,80 Meter große Fahrgäste eng. Um einige Haarspitzen vorne ist der K4 auch im Vergleich mit den vollelektrischen Pendants, dem Kia EV4 bzw. Kia EV4 Fastback.
Offeriert mehr Stauraum als Golf und Astra – mit einer Ausnahme, dem Modell mit Mild-Hybridantrieb
Im K4 haben die Köpfe hinten drei bzw. einen Zentimeter mehr Freiraum als in den E-Limousinen – und lediglich einen Zentimeter weniger Beinfreiheit: obwohl der EV4 auf einen 2,82 Meter langen Radstand bauen kann. An unserer positiven Einschätzung des Platzangebots ändert auch die Gegenüberstellung mit dem Golf und Astra nichts. Doch kostet diese Freigiebigkeit dem K4 Stauraum? Nein.
Der VW Golf verstaut im Heck 381 bis 1.237, der Opel Astra 422 bis 1.339 – und der K4 maximal 438 bis 1.217 Liter. Wo es ein Maximum gibt, existiert auch ein Minimum. Beim kompakten Kia finden wir es im Modell mit dem mildhybriden Dreizylinderbenziner. Mit ihm schrumpft das Stauraumvolumen auf 328 auf 1.107 Liter. Beim EV4, der immer rein elektrisch fährt, ist die Batterie kein Grund für einen Schwund; er lädt 435 bis 1.415 Liter.
Panoramadisplay für Online-Navigationssystem & die Bedienung der 2-Zonen-Klimaautomatik im K4 Serie
Gegenüber den BEV hat der konventionell angetriebene Kia K4 jedoch den Vorteil der um einige Zentimeter niedrigeren Ladekante. Dafür sitzen wir im EV4 ein paar Zentimeter höher. Und wie sitzt es sich im K4? Gut, in straff gepolsterten und überraschend komfortablen Sitzen. Kia liefert die Vordersitze bereits in der Basisausstattung ʺVision" mit Sitzheizung aus; sie wärmt neben den Sitzflächen auch die Lehnen. Elektrisch beheizt sind im K4 Vision außerdem das Lenkrad und die Außenspiegel.
Der Spiegel innen blendet automatisch ab. Die Klimaanlage regelt die Temperatur ebenfalls automatisch, gesondert für zwei Zonen. Bedienen können wir die Klimaautomatik über einen 5,3 Zoll großen Touchscreen. Er sitzt im serienmäßigen Panoramadisplay zwischen dem 12,3 Zoll Digitalinstrument – und dem ebenso großen Touchscreen des Online-Navigationssystems. Wer die Temperatur wie wir lieber über richtige Tasten einstellt, findet sie im K4 unterhalb der zentralen Lüftungsdüsen.
Über den Ausströmern gibt es im ʺConnected Car Navigation Cockpit (ccNC)ʺ eine weitere Leiste mit Direktwahltasten; und eine Drehwalze zur Regelung der Lautstärke. Auf Wunsch kann mit ʺHey Kia" auch der KI-Sprachassistent zur Bedienung aktiviert werden – und die künstliche Intelligenz sprudelt mehr oder weniger intelligent drauflos. Die Gestaltung der Lenkradtasten und der Menüs hat Kia auf jeden Fall intelligent gelöst. Auch die Qualität der Materialien und der Verarbeitung passt.
▶ Motor & Antrieb
Vierzylinder-Turbobenziner für den familiären Fahrspaß – Dreizylinder-Turbobenziner fürs Familienbudget
Die Motoren starten wir im Kia K4 immer mit Hilfe des Startknopfs hinter der Smartphone-Ablage; ab der ʺSpirit"-Ausstattung werden die Handys dort induktiv geladen. Die Motoren werden stets mit Hilfe eines ʺSingle-Scroll"-Turboladers aufgeladen. Der Dreizylinderbenziner 1.0 T-GDI holt so aus seinen 998 cm³ Hubraum 115 PS und 200 Nm. Im Basismodell verwaltet ein manuelles 6-Gang-Getriebe diese Leistung; beim 1.0 T-GDI mit 48V-Mild-Hybridsystem übernimmt das ein 7-Gang-DSG (Energieverbrauch (kombiniert) 5,8 bis 6,0 l/100 km, CO2-Emission (kombiniert) 132 bis 135 g/km, CO2-Klasse D).
Die zweite Motorenoption ist der Vierzylinderbenziner 1.6 T-GDI; er wird immer mit dem 7-Gang-DSG kombiniert (Energieverbrauch (kombiniert) 6,9 l/100 km, CO2-Emission (kombiniert) 155 g/km, CO2-Klasse E). Das Verbrennen des direkt eingespritzten Benzin-Luftgemisches setzt hier mehr Energie frei: entweder 150 PS und 250 Nm oder 180 PS und 265 Nm.
Damit beschleunigt der Vierzylinder den leer knapp 1,6 Tonnen schweren K4 aus dem Stand in 9,1 bzw. 8,4 Sekunden auf 100 km/h. Der Dreizylinder benötigt dafür 12,0 bzw. 12,3 Sekunden. An steht die digitale Anzeige bei 186 km/h; der stärkere Benziner schreibt mit 205 bzw. 210 Stundenkilometer an.
▶ Komfort & Fahrgefühl
Dynamisch abgestimmtes Fahrwerk mit ausreichend Komfort
Von Elektroautos sind wir heutzutage selbst in der Kleinwagen- und Kompaktklasse einen sportlichen Antritt gewohnt sind. Nüchtern betrachtet reicht für ein Familienauto aber der Vorwärtsdrang des 1.0 T-GDI aus. Fest steht aber auch: Mehr Spaß haben wir im Test mit dem Vierzylinder; und er läuft auch ruhiger als der Dreizylinder. Der Verbrauch und die Umweltbilanz sprechen hingegen eindeutig für den kleinen Ottomotor. Er braucht im Test rund 6 Liter, der große um die 7 – für eine kompakte Limousine ist uns das zu viel.
Die mildhybride Spielart des Dreizylinders bringt einen Verbrauchsvorteil von ca. 0,2 Liter – das wiederum ist uns zu wenig, um den Mehrpreis von rund 2.500 Euro und den Stauraumverlust von rund 100 Litern zu rechtfertigen. Das Fahrwerk und seine Abstimmung wären dagegen ein guter Rechtfertigungsgrund für die Wahl des 180-PS-Benziners. Kia hat den K4 direkt und dynamisch abgestimmt – ohne der Familie den gebührenden Komfort vorzuenthalten.
Bei der Sicherheit ist Kia dafür bekannt, ab Werk weniger Helfer und Extras zurückzuhalten als die Konkurrenz. Beim K4 hält es die Hyundai-Tochter genauso. Die Serienausstattung umfasst u.a. 7 Airbags, darunter vorne einen Mitten-Airbag und seitlich jeweils zwei große Vorhangairbags. Unter den aktiven Serien-Systemen stechen der Frontkollisionswarner mit seinem Totwinkel- und Querverkehrsassistenten heraus; und der Autobahnassistent. Mit DSG ist er in der “2.0”-Ausführung verbaut. Sie beschleunigt und bremst den K4 nicht nur autonom; sondern wechselt auch eigenständig die Spur.
▶ Kosten
Einstiegspreis unter 30.000 Euro
Trotzdem bietet Kia den K4 in der Basisversion zu einem Preis von unter 30.000 Euro an. Zwar starten Konkurrenten wie der VW Golf oder der Opel Astra mit einem Einstiegspreis, der ein paar hundert Euro niedriger liegt, dafür fallen sie in der Serienausstattung deutlich spärlicher aus. Wer hingegen noch mehr Ausstattung und moderne Technik wünscht, findet diese etwa im ebenfalls hauseigenen, vollelektrischen Kia EV4, muss dafür allerdings mit einem Aufpreis von beinahe 8.000 Euro rechnen.
Fazit
Der Kia K4 stellt einen deutlichen Qualitätssprung gegenüber dem Ceed dar und überzeugt vor allem durch sein großzügiges Platzangebot. Mit 4,44 Metern Länge gehört er zu den geräumigsten Kompakten im C-Segment und bietet sowohl im Fond als auch im Kofferraum mehr Raum als VW Golf und Opel Astra. Eine umfangreiche Serienausstattung, ein hohes Sicherheitsniveau und ein Einstiegspreis knapp unter 30.000 Euro runden das Gesamtpaket ab, während die Mild-Hybridvariante des 1.0 T-GDI aufgrund des hohen Aufpreises und des Stauraumverlusts weniger empfehlenswert ist.
Geeignet ist der Kia K4 für Fahrerinnen und Fahrer, die einen modernen, gut ausgestatteten Kompaktwagen mit viel Platz und solidem Fahrverhalten zu einem fairen Preis suchen.
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