Meine Meinung zu diesem Modell:
Ist das Ende des VW Passat ein Ende mit Schrecken oder ein Schrecken ohne Ende? Weder noch. Zum einen hat der neue, letzte VW Passat Variant, noch ein ganzes Leben vor sich. Zum anderen lässt es sich dank der rundum gesteigerten Qualität in vollen Zügen auskosten.
Ich konnte im Test kaum Schwächen finden, die den Genuss trüben. Die einzige Ausnahme mag der Umfang der Serienausstattung sein. Eine 1-Zonen-Klimaautomatik und der Verzicht auf ein Navi spießen sich mit dem gehobenen Qualitätsanspruch. Dass das Navigationssystem selbst in der Dienstwagenfahrer-Ausstattung ʺBusiness" fehlt, ist eine weitere Unstimmigkeit.
Der Rest des Passat Variant B9 präsentiert sich im Test indes ohne Fehl und Tadel. Bereits der erste Eindruck hinterlässt Eindruck. Nie war ein Passat stattlicher und eleganter. Die stattlichen, erheblich gewachsenen Maße wirken sich auch innen positiv aus. Im Fond haben Beine, Hüften und Schultern spürbar mehr Platz. Den restlichen Zuwachs nutzt VW für ein nochmals gesteigertes Kofferraumvolumen – und eine formidable Geräuschdämmung: das freut Familien und Vielfahrer.
Das Fahrwerk und das neu gestaltete Cockpit bauen diese Vorzüge geschickt: mit viel Komfort und Dynamik sowie einer einfachen Bedienung. Die Digitalisierung neigt im Passat nicht dazu, den Blutdruck unnötig zu erhöhen – das war bei VW zuletzt oft anders.
Überzeugen konnten mich zu guter Letzt auch die Antriebe, insbesondere der mild-Hybride Basisbenziner; er ist schwungvoll und sparsam zugleich. Souveräne Diesel und zwei Plug-in-Hybrid mit großer elektrischer Ausdauer runden das Sortiment ab. Mit ihnen gelingt VW der Brückenschlag zum vollelektrischen ID.7 Tourer.
Der Passat wird in dieser Qualität dennoch eine große Lücke hinterlassen: in der Mittel- wie in der Oberklasse.