▶ Innenraum & Ausstattung
Der Stauraumraub des Plug-in-Hybrids ist Usus – im Tiguan eHybrid fällt er in der Praxis zumal weniger gravierend aus als im Datenblatt
Äußerlich sind der Tiguan eHybrid und der Tiguan ein Ebenbild. Innen hingegen gibt es die ein oder andere Abweichung. Die größte und gravierendste finden wir im Test dort, wo wir sie vor dem Test erwartet haben: im Kofferraum. Der neue Plug-in-Hybridantrieb hat technisch einen großen Sprung gemacht: nicht zuletzt in puncto elektrischer Leistung und Ausdauer. Die größere Kapazität der Lithium-Ionen-Batterie fordert jedoch mehr Platz ein – und den muss der Kofferraum opfern.
Der Tiguan eHybrid kann dort 490 bis 1.486 Liter verstauen – mit den Diesel- und Benzinmotoren sind es 652 bis 1.650 Liter. Mit diesem Stauraumverlust, der real weniger stark ausfällt als im Datenblatt, ist der VW keineswegs allein; bei einigen Mitbewerbern ist der Verlust aber weniger stark ausgeprägt. Ein Beispiel ist der Hyundai Tucson. Seine konventionell angetriebenen Varianten packen 620 bis 1.799 Liter weg, der Plug-in-Hybrid 558 bis 1.721.
Kofferraum bleibt praktisch – u.a. dank der exzellenten Variabilität des Innenraums
Noch besser schlägt sich diesbezüglich der Opel Grandland. Er verliert als PHEV überhaupt keinen Stauraum und verstaut 550 bis 1.645 Liter. Die Markenkollegen des Tiguan – z.B. der Audi Q3 e-hybrid und der Cupra Terramar Plug-in-Hybrid – haben hingegen mit einem ähnlichen Stauraum-Schwund zu kämpfen wir der VW. Beim Audi schrumpft der Kofferraum auf 375 bis 1.293 Liter zusammen. Beim Q3 liegt die Ladekante außerdem 3 Zentimeter höher als beim Tiguan; hier messen wir 74 Zentimeter.
Innen ist der Ladeboden bündig. Unter dem Ladeboden versteckt sich beim Tiguan eHybrid ein deutlich kleineres Staufach als bei den Verbrenner-Varianten. Den Boden können wir im PHEV serienmäßig auf zwei verschiedenen Höhen platzieren. Möglich ist das, weil beim ʺeHybrid" die Basisausstattung eine Stufe höher liegt als mit den gewöhnlichen Antrieben. Los geht es statt der ʺTrend"- mit der ʺLife"-Ausstattung; VW bezeichnet sie als die Angebotsmitte.
Trotz eines um eine Stufe höheren Ausstattungsniveaus lässt es der Tiguan eHybrid ab Werk an einem Navigationssystem missen
In dieser Mitte namens ″Life″ sind im Tiguan eHybrid neben dem variablen Ladeboden zudem Serie: die 3- an Stelle der 1-Zonen-Klimaautomatik, die Komfort-Vordersitze, die Ambientebeleuchtung; und die kabellose Smartphone-Integration. Die zwei Teile der Rückbank können wir einzeln längs verschieben; ihre dreiteilige Lehne in der Neigung nach Bedarf einstellen. Beide Extras übernimmt der Tiguan eHybrid Life vom ʺTrend"-Modell.
Nämliches gilt für das Infotainment-System mit seinem 12,9 Zoll großen Touchscreen. Es bindet die Smartphones via ″App-Connect Wireless″ kabellos ein – die für ein PHEV nützliche Online-Navigation samt induktiver Smartphone-Ablage muss allerdings erst frei geschaltet werden; für einen Obolus von rund 1.300 Euro. Das geht auch anders. Im Hyundai Tucson und Kia Sportage sind das Navi wie das induktive Ladefach in der Serienausstattung inkludiert.
In puncto Bedienung ist der Tiguan III mittlerweile wieder auf dem Niveau der Konkurrenz aus Fernost. Der Touchscreen ist gut zu erreichen, reagiert blitzschnell auf unsere Eingaben – und lässt sich auch sonst logisch bedienen. Nur die Bedienung der Klimaautomatik mithilfe der ʺTouch-Slider" bleibt eine unnötige Fummelei. Die neuen Lenkstockhebel sind hingegen gelungen. Sie schaffen auf der Mittelkonsole auch mehr Platz. Und wie sieht es sonst mit dem Platzangebot aus? Kurz und knapp: vorbildlich.