Drei-Box-Design
Die klassische Limousine, prophezeit manch Chef-Designer der etablierten Hersteller, werde bei der Umstellung auf batterieelektrische Antriebe – wohl oder übel – auf der Strecke bleiben. Das Drei-Box-Design – bestehend aus Bug, Fahrgastzelle, Heck – bringe die Vorzüge der kompakten E-Antriebe kaum zur Geltung. Die Überhänge sind zu lang, die Bauhöhe ist zu flach, wobei das eines der Hauptprobleme ist. Die Batterie lässt sich am einfachsten und sichersten in die Bodenplatte integrieren: deshalb bauen BEVs auch rund eine Handbreit höher.
Bei einer Limousine ist das optisch nur schwer zu kaschieren. Die meisten alteingesessenen Autobauer setzen so auf das Crossover-Konzept. Batterieelektrische Mittelklasse-SUVs wie der VW ID.4, der Kia EV6 bzw. Hyundai Ioniq 5 oder der Audi Q4 e-tron sind es auch, die das Model 3 herausfordern. Eine rühmliche Ausnahme ist der neue BMW i4 – ein strammes, viertüriges Sportcoupé. Die zweite, ursprüngliche Ausnahme ist der Tesla Model 3 selbst. Mit ihm und der Oberklasse-Limousine Model S beweist Tesla, dass das Dreibox-Design optisch problemlos mit einem batterieelektrischen Antrieb in Einklang zu bringen ist. Außerdem zeigt Tesla seit gut zehn Jahren dem Rest, wie man E-Autos baut: vom Antrieb über die Leistung bis hin zum Laden und Software-Management.