▶ Innenraum & Ausstattung
Das SUV-Coupe bietet im ausreichend Kopffreiheit – überragend ist sie für ein E-Segment-Modell jedoch nicht
Die Luft schneidet der Polestar 3 gekonnt – doch kann er innen luftige Platzverhältnisse bieten? Die vermeintliche Engstelle ist bei einem SUV-Coupe schnell ausgemacht: das Fond. Die elegante Coupeform führt auf der Rückbank gelegentlich zu einer wenig eleganten, geneigten Kopfhaltung. Im SUV-Coupe der Schweden muss man die Köpfe erst zur Seite neigen, wenn man über 1,85 Meter groß ist.
Das geht in Ordnung, ist für eine Fahrzeug aus dem E-Segment aber auch keine Auszeichnung. Beim Ein- und Aussteigen heißt es hinten ebenfalls: Kopf einziehen! Abseits davon verwöhnt der Polestar 3 seine Insassen: mit einer erhabenen Sitzposition – und Bewegungsspielräume wie wir sie uns von einem Auto der oberen Mittelklasse erwarten. Beim Kofferraumvolumen hätten wir uns hingegen mehr erwartet.
Polestar 3 mit praktischem Frunk – aber einem recht kleinen und etwas unpraktischen Kofferraum
Der Polestar 3 offeriert hinten ein Stauraumvolumen von 484 bis 1.411 Litern; inklusive einem 90 Liter großen Staufach im Unterboden. Vorne kommt ein zweiter Kofferraum, der so genannten Frunk, hinzu. Er ist für unseren Geschmack mit 32 Litern groß genug. Was man zum Stromtanken braucht, ist in ihm einfach und schnell erreichbar untergebracht. Hinten hätten wir aber gerne einen größeren und praktischeren Stauraum.
Bei der Größe orientiert sich unser Wunsch an den Herausforderern. Der BMW iX packt 500 bis 1.750 Liter in seinen Kofferraum, der Audi Q6 e-tron Sportback 511 bis 1.373 Liter. Mehr nehmen auch das Mercedes EQE SUV mit 520 bis 1.637; sowie der Porsche Macan 540 bis 1.348 Litern mit. Aus praktischer Sicht stört uns im Test die 78 Zentimeter hohe Ladekante des Polestar; und die schmale Laderaumöffnung.
Der Verarbeitung fehlt der letzte Schliff – Cockpit brillant digitalisiert und harmonisch ins Google-Ökosystem integriert
Praktisch offenbart der Polestar 3 die ein oder andere Schwäche. Das Cockpit sieht auf den ersten Blick aus wie aus einem Guss. Es dominiert wieder die noble Zurückhaltung. Der aufgeräumte Eindruck strahlt Ruhe und Gelassenheit aus; sodass wir uns sofort wohl fühlen. Auch die Oberflächen und Materialien wirken auf den ersten Eindruck fein und hochwertig. Ein genauer Blick offenbart, dass Polestar zum Großteil auf erneuerbaren Materialien setzt. Das Interieur besteht bspw. aus wiederverwertetem Plastik und Aluminium sowie Leder und Wolle aus Quellen mit hohen Tierschutz-Standards.
Wenn wir die Materialien anfassen und abklopfen, verflüchtigt sich der gute Eindruck zum Teil. Hier und da klingt es unerwartet hohl: das ist kein Gütesiegel. Die digitale Einrichtung ist hingegen von höchster Güte. Die Displays – 9 bzw. 14,5 Zoll im Fall des Touchscreens – glänzen mit ihrer Brillanz und Ablesbarkeit; das Navigationssystem mit seiner Zuverlässigkeit, Geschwindigkeit und Benutzerfreundlichkeit. Der Umstieg aufs ʺAndroid Automotive"-Betriebssystem; und der Einstieg ins Reich der Google-Services fruchtet: mittlerweile ist er auch voll ausgereift.