▶ Innenraum & Ausstattung
Das Mittelklasse-Crossover offeriert vorne und im Fond großzügig bemessene Freiräume
Mit den digitalen Außenspiegeln baut der Mazda CX-6e einen Zentimeter schmaler als mit den herkömmlichen. Konkret sind es 2,09 Meter. Ohne Spiegel misst der Crossover in der Breite 1,94, in der Höhe 1,62 Meter. Damit ist der CX-6e eines der breiteren Mittelklasse-SUVs auf dem Markt. Der Radstand liegt mit 2,90 Metern im Klassendurchschnitt. Der Mercedes GLC EQ, der Hyundai Ioniq 5 und der Volvo EX60 platzieren ihre Achsen rund 10 Zentimeter weiter auseinander.
Wie wirken sich diese formalen Tatsachen auf das reale Platzangebot aus? Auf jeden Fall nicht nachteilig. Wir entern zuerst das Fond – und das unbeschwert. Die Schweller liegen niedrig und bauen angenehm schmal. Der Fußraum ist prächtig, die Beine haben jede Menge Spielraum – und auch der Kopf bleibt dem fein in Schwarz oder Hellgrau bezogenen Dachhimmel fern.
Nominell recht kleiner, real aber durchaus praktischer Kofferraum
Die Freiheiten auf der Rückbank des CX-6e stoßen erst an Grenzen, wenn der Fahrgast größer als 1,95 Meter ist. Angenehm, aber in Elektro-SUV üblich, ist die Tatsache, dass im Beinraum kein Mitteltunnel stört. Das einzige, das uns auf längeren Ausfahrten stört ist: Die Oberschenkel liegen ab einer Größe von 1,80 Metern nicht ganz auf den Sitzflächen auf. Das Problem haben viele Elektroautos; der Volvo EX60 aber hat es z.B. nicht.
Er hat im Heck außerdem einen größeren Kofferraum: mit einem Volumen von 523 bis 1.647 Litern. Der Mazda nimmt 468 bis 1.434 Liter mit. Im Vergleich mit den 570 bis 1.740 Litern des Mercedes GLC EQ und den 520 bis 1.760 Litern des BMW iX3 erscheint das bescheiden. Im Test hatten wir aber nicht das Gefühl, dass der Kofferrum des CX-6e so viel kleiner ist.
Möglich, dass unser Urteil vom Beladen getrübt war. Das ist beim Mazda ein vergnügliches Vorspiel des Familienausflugs. Die Ladekante platzieren die Ingenieure angenehm tief. Nach innen, zum Ladeboden, ist die Stufe winzig; der Boden selbst baut lang und eben. Eine Freude haben wir auch mit der Art, wie die elektrische Heckklappe öffnet. Dafür müssen wir nur unseren Daumen an den Scanner im Heckscheibenwischer halten.
Herausragende Materialqualität, exzellenter Komfort, monumentaler Touchscreen, gelungenes Bedienkonzept
Der Zugang zum Frunk unter der Motorhaube des Mazda CX-6e ist hingegen hemdsärmeliger. Dafür ziehen wir am Hebel im Beinraum des Fahrers. Mit 80 Litern bietet der Frunk ein paar Liter mehr als der im Volvo oder BMW. Mit dieser Nachricht können wir und ferner gelassen im Cockpit einrichten. Die Qualität der Materialien und der Verarbeitung unterstützt dieses Vorhaben. Anders gesagt.
Der Mazda CX-6e ist diesbezüglich mindestens so gut aufgestellt wie die Konkurrenz-Modelle von Mercedes, BMW und Volvo aufnehmen. Bereits die Seriensitze fühlen sich vorzüglich an. Sie sind belüftet, beheizt – und den Fahrersitz können wir in der Basisausstattung ʺTakumiʺ 8-fach elektrisch einstellen. Bezogen sind die Sitze mit Mazdas ʺMaztexʺ-Material: einem ebenso robusten, feinen wie leicht zu reinigenden Lederersatz.
Wenn uns im Basismodell etwas enttäuscht, sind es die zwei Zonen der Klimatisierungsautomatik. Die digitale Bühne ist dagegen eine wahre Pracht. Das große Head-up-Display vor uns ist Serie; das gewöhnliche Digitalinstrument damit Geschichte. Der zentrale, rechteckige Touchscreen misst monumentale 26,5 Zoll. Der größte Teil des Screens reicht auf die Beifahrerseite, der Bildschirm ist dementsprechend in zwei Bedienbereiche unterteilt.
Die Menüs sind durchdacht und vernünftig strukturiert. Dass Mazda die Gestensteuerung wiederbelebt, ist eine nette Geschichte – für uns wäre es aber nicht notwendig gewesen. Wer Drehregler und haptische Tasten sucht, findet zumindest letztere ausnahmslos am Lederlenkrad. Das gekühlte Staufach in der Mittelkonsole und die induktive, ebenfalls gekühlte Smartphone-Ablage sind Serie.