â–¶ Innenraum & Ausstattung
Im Fond haben wir mehr Kopffreiheit als im Ford Capri
Trotz dieser Design-Tricks endet der Ford Explorer in einem konventionellen Steilheck. Die Heckform hat nur außen ihre Wirkung – sie bleibt jedoch auch innen nicht ohne Folgen. Am stärksten wirkt sich die Form im Fond aus. Auf den Rücksitzen genießen unsere Köpfe mehr Freiheiten als im Capri. Eingeschränkt ist die Freiheit im Explorer erst bei Fahrgästen, die an die zwei Meter groß sind.
Auf der Rückbank im Capri muss man bereits mit einer Größe von gut 1,90 Metern den Kopf einziehen. Der Bewegungsspielraum für die Füße und Beine ist in beiden gleich großzügig. Das darf sich der auf den Millimeter exakt gleich lange Radstand von 2,77 Metern auf sein Kontor schreiben. Aber wie es so geht. Der kleine schaut sich meist lieber die Laster des großen Bruders ab. Hinten steigen wir in den Explorer noch einigermaßen komfortabel ein.
Ziert sich beim Einsteigen und auch beim Beladen des praktischen Kofferraums ein wenig
Vorne bereit uns das Einsteigen mehr Umstände. Schuld dran ist die Position der A- und B-Säulen. Diese steht vergleichsweise weit vorne, jene sehr schräg und recht weit hinten. Beim Versuch, die Engstelle zu passieren, kommt es gelegentlich vor, dass wird den Hebel zur Lenkradeinstellung berühren; oder das Armaturenbrett selbst. Wer’s beim Einsteigen einfacher haben will, holt sich die elektrischen Sitze ins SUV. Möglich ist das mit Hilfe des Komfort-Pakets.
Es ist in den zwei Topausstattungen ʺPremiumʺ und ʺCollectionʺ Serie; im Basismodell ʺStyleʺ und in der ʺSelectʺ-Ausstattung verbaut es Ford gegen Aufpreis. Das Paket jedenfalls umfasst einen 12-fach elektrischen Fahrersitz; und einen 6-fach manuell einstellbaren Beifahrersitz. Ausgeführt sind beide entweder als Sport- oder als Ergonomie-Sportsitze. In dieser Ausführung profitiert auch der Beifahrer von der Lendenwirbelstütze und ihrer Massagefunktion; in der ersten Variante nur der Fahrer.
In beiden Komfort-Pakete enthalten ist die sensorgesteuerte, elektrische Heckklappe. Sie öffnet uns den Zugang zum 445 bis 1.417 Liter großen Kofferraum. Erschwert wird er durch die 76 Zentimeter hohe Ladekante – aber das sind wir von anderen SUVs gewohnt. Und wie viel Gepäck packen diese SUVs ein? Der VW ID.4 nimmt 543 bis 1.575 Liter mit; der Skoda Elroq 470 bis 1.580, der Mini Countryman E 460 bis 1.450 – und der Toyota C-HR+ 416 Liter.
Eine umfangreiche Basisausstattung, zwei eigenwillige Displays – und ein wenig zu viel Hartplastik
Kurzum: Mit seinem Stauraumvolumen steht der Ford Explorer gut da. Gilt das auch für die Ausstattung und die Einrichtungsqualität? In puncto Materialqualität lässt der Ford etwas mehr Hartplastik durchblicken als seine direkten Konkurrenten aus dem VW-Konzern. Dafür packt er bei der Basisausstattung ʺStyleʺ das eine oder andere Extra drauf. Sie umfasst neben einer 2-Zonen-Kliaautomatik Sportsitze mit integrierten Stützen – und das ʺSYNC MOVEʺ-Navigationssystem.
Das bedienen wir über einen 14,6 Zoll großen, beweglichen Touchscreens. Den unteren Bereich können wir vor- oder zurückschwenken. In der hintersten Position steht er beinahe vertikal – und gibt ein kleines Staufach samt USB-C-Anschlüssen frei, den ʺMy Private Lockerʺ. Das induktive Laden schaltet im Explorer erst das besagte Komfort-Paket frei. Beim Bedienen haben wir weitgehend freie Hand; nur Drehregler und haptische Tasten fehlen.
Die Touch-Schnellwahltasten am unteren Rand des Zentraldisplays geben zwar ein haptisches Feedback – echte Tasten können sie nicht ganz ersetzen. Außerdem sitzen sie recht tief; das lenkt vom Fahren ab. Ähnliches gilt fürs Digitalinstrument. Es ist zwar direkt im Blickfeld positionierte: mit 5 Zoll aber sehr klein und nicht immer einfach abzulesen. Erst das optionalen Head-up-Display beseitigt diese Ablenkungen. Mit ihm wären wir wieder beim Komfort-Paket.