▶ Innenraum & Ausstattung
Fahrersitz mit hoher Sitzposition und passablem Komfort
Wir wechseln die Szene und nehmen in der Fahrerkabine Platz. Sie ist auch in einem Lieferwagen die Schaltzentrale, in welcher ein Lieferant täglich zig Stunden zubringt. Die Qualität und Anordnung der Sitzmöbel ist demnach keine Nebensächlichkeit. Ab Werk sind allen drei Varianten des Scudo Kastenwagens identisch bestuhlt: mit einem höhenverstellbaren Fahrersitz und einer Doppelsitzbank auf der Beifahrerseite.
Im Test gefällt uns in ersterem die hohe Sitzposition – und der dennoch einfache Einstieg; eine Trittstufe macht es möglich. Die Einstellmöglichkeiten sind hingegen recht bescheiden. Die Lendenwirbelstütze und die Armlehnen sorgen während der Arbeit aber für zusätzlichen Komfort. Von dem Komfort der optionalen Ergo-Sitze einiger Konkurrenten kann man im Fiat jedoch nur träumen. Bei ihm gibt es nur eine Sitzvariante – und sie betrifft die Beifahrerseite. Die Doppelsitzbank kann gegen einen Einzelsitz getauscht werden.
Ab Werk bescheiden, optional übersichtlich und hochwertig digitalisiert
Bei der multimedialen Ausstattung offeriert der Scudo Flexcab ungleich mehr Optionen. Im Basismodell blicken wir in ein kleines, monochromes Digitalinstrument; und wischen über einen schwarz-weißen 5-Zoll-Touchscreen. Gegen Aufpreis wird der Fiat kommunikativer und farbenfroher. Die optionalen Infotainmentsysteme holen ein 10-Zoll-Kombininstrument in HD-Auflösung und Farbe ins Cockpit.
Über der Mittelkonsole etablieren sie zumal einen 10 Zoll großen, ebenso gut ablesbaren wie erreichbaren Touchscreen. Unser Smartphone spiegeln wir per Kabel oder wireless per WiFi. Beim “high”- können wir im Gegensatz zum “mid”-System auf die Dienste eines Cloud-Navis bauen. Diese Einrichtungsmöglichkeiten haben der Scudo Flexcab und Multicab gemeinsam. Aber was unterscheidet sie?
Flexcab als 6-Sitzer oder mit 4,5 bzw. 5,0 m³ Ladevolumen und 1,25t Nutzlast
Ein Unterschied ist: Beim Scudo Flexcab gibt selbst gegen Aufpreis keine Klimaautomatik – ein Nachteil. In der zweiten Reihe offenbart der “Flexcab” indes so manchen Vorteil. Er ist deutlich flexibler und variabler. Bei ihm können wir nicht nur die Sitzbank umklappen, sondern auch längs verschieben. Hinter der Bank gibt es außerdem mit dem Trenngitter ein weiteres verschiebbares Element. Mit ihm wird der Scudo Flexcab im Nu zum 2- bzw. 3-Sitzer – und zu einem Kastenwagen mit einem großzügigen Laderaum.
Der Scudo Multicab setzt stattdessen auf eine fixe Sitzbank und eine starre Trennwand mit Plexiglas-Scheibe. In diesem Punkt hat der Scudo Flexcab demnach klar die Oberhand. Wie sieht es beim Volumen und der Nutzbarkeit des Laderaums aus? In der Grundkonfiguration sind die Volumina mit 3,2 bzw. 4 m³ identisch. Der Flexcab hat den Trumpf des variablen Trenngitters im Talon. Wird es ganz nach vorne geschoben, steigt das Volumen auf 4,5 bzw. 5,0 m³.
Zum Vergleich: Die zwei Varianten des Scudo Kastenwagens packen 5,3 bzw. 6,1 m³ weg. Mit dem Verschieben des Trenngitters verändert sich naturgemäß auch die Länge des Laderaums – auf mittlerer Höhe im Scudo Flexcab L2 bspw. von 1,36 auf 1,96 Meter; im “L3” von 1,70 auf 2,30 Meter. Die maximale Laderaumlänge am Boden beträgt 2,02 bzw. 2,37 Meter: weil bei beiden der Stauraum unter der Sitzbank genutzt werden kann.