▶ Innenraum & Ausstattung
Vorne viele, auf der Rückbank eingeschränkte Freiheiten
Eine weitere Eigenschaft, die sich der Sandero Stepway mit der Limousine teilt, ist das Platzangebot. Vorne gereicht ihm das zum Vorteil. Selbst mit einer Größe von gut 1,90 Metern können wir uns im Cockpit gut entfalten. Der großzügige Eindruck wird im ʺStepway" durch die höhere Sitzposition verstärkt. Wir haben einen besseren Überblick als im gewöhnlichen Sandero; außerdem fällt uns das Ein- bzw. Aussteigen leichter.
Bei den Platzverhältnissen auf der Rückbank ist die Korrelation der beiden Sandero-Varianten weniger ertragreich. Das Motto lautet: Geteiltes Leid ist halbes Leid. Zu leiden haben hinten zuerst die Beine. Ab einer Größe von knapp 1,75 Metern kommen sie mit den Lehnen der Vordersitze in Berührung. Als Referenz: Im 10 Zentimeter kürzeren Fiat Grande Panda wird es erst ab einer Größe von ca. 1,85 Metern eng.
Großer Stauraum mit großen Hürden für die einfache Nutzung
Die geringe Beinfreiheit im Fond des Dacia Sandero Stepway kommt überraschend: denn der Radstand ist mit 2,60 Meter groß. Beim besagten Fiat ist der Achsabstand 6 Zentimeter geringer; beim VW Polo 5. Nutzt Dacia das Plus für einen größeren Stauraum? Im Vergleich mit dem Polo sind die 372 bis 1.152 Liter im Sandero Stepway üppig; der VW packt 310 bis 1.125 Liter weg. Der Kofferraum des Grande Panda fasst allerdings 412 bis 1.366 Liter; der des Ford Puma 456 bis 1.216.
Eine Schwäche teilt der Stauraum des Sandero Stepway mit diesen Kleinwagen-Crossover; die hohe Ladekante. Beim Dacia liegt sie außen 79 Zentimeter über der Fahrbahn, und innen über 25 über dem Kofferraumboden. Dieses Defizit lässt sich – wie die Stufe im Laderaumboden bei umgeklappten Lehnen – erst mit dem variablen Kofferraumboden der Topausstattung ʺExtreme" kaschieren.
Rudimentäre Grundausstattung ohne Touchscreen – Topausstattung mit Digitalinstrument und Klimaautomatik ab Werk
Das Basismodell Sandero Stepway Essential stattet Dacia grundsolide aus – nicht mehr und nicht weniger. Serie sind u.a.: ein Fahrersitz und ein Lenkrad mit Höhenverstellung, vorne elektrische Fensterheber; und eine manuelle Klimaanlage samt Pollenfilter sowie praktischen Drehreglern. In dieser Hinsicht ist die essentielle Einrichtung ein Vorteil. Die ʺaltbackene" Temperaturregelung erfordert keine umständlichen Wischeinlagen.
Fürs Wischen muss im Basismodell das eigene Smartphone herhalten; dem installierten ʺMultimediasystem Media Control" fehlt der Touchscreen. Es umfasst vier Lautsprecher, eine USB-C-Buchse, Bedienelemente am Lenkrad; zudem eine Bluetooth-Verbindung und eine Handyhalterung. Das Handy wird über die ʺDacia Media Control"-App mit dem Auto verbunden. Seit der Modellpflege ist die App etwas intuitiver zu bedienen. Infotainment-Enthusiasmus will in dieser Konfiguration dennoch keiner aufkommen.
Das gelingt erst dem ʺLook"-Paket; oder der zweiten Ausstattungslinie ʺExpression". Über beide Wege zieht das ʺMedia Display" mit einem 10 Zoll großen Touchscreen und kabelloser Smartphone-Integration ein. Die Diagonale des Displays ist bei der Überarbeitung 2 Zoll gewachsen; die Menüs sind schlank geblieben. Die Oberfläche des 7-Zoll-Digitalinstruments hat Dacia übersichtlicher aufbereitet.
Fix verbaut wird es wie die Klimaautomatik erst in der Topausstattung ʺExtreme". Ein Navi und eine induktive Smartphone-Ablage sind hier als Extras verfügbar. Die robusteren Stoffe gehören beim Topmodell hingegen zur Werkszugabe; die neu designten Lüftungsdüsen hübschen in allen Ausstattungen das Interieur ein wenig auf. Über die rudimentäre Qualität der Materialien vermag das aber nicht hinwegzutäuschen.