▶ Innenraum & Ausstattung
Ob als 8- oder 9-Sitzer: es mangelt weder an Komfort noch Platz
Wie aber sieht der Vergleich unter der Haube aus? Der Antwort spüren wir zuerst im Innenraum nach. Der T7 e-Caravelle ist länger, breiter und höher als der VW T7 Multivan. In der Basisausführung misst jener längs 5,05 Meter; breit ist er 2,02, hoch 1,97 Meter. Der Multivan ist einen Viertelmeter kürzer und knapp 10 bzw. 5 Zentimeter schmaler respektive niedriger. Bei den Langversionen bleibt der Längenunterschied bestehen.
Beim e-Caravelle verlängert sich mit der Länge auch der Radstand: von 3,1 auf 3,4 Meter. Das zeitigt in puncto Platzangebot das erwartbare Ergebnis: Der Kleinbus offeriert größere Spielräume als die Großraumlimousine. Außerdem hat der e-Caravelle mehr Sitzplätze zu vergeben; maximal sind es 9, beim Multivan 8. Die Basissitzkonfiguration im elektrischen VW-Kleinbus ist indes der 8-Sitzer.
Der Fahrersitz im e-Caravelle ist hier 6-fach einstellbar; und besitzt eine 2-fach anpassbare Lendenwirbelstütze. Der Beifahrersitze kennt 4 Einstellmöglichkeiten. In der Passagierkabine platziert VW im Basismodell 3 Einzelsitze in der ersten; und eine 3er-Sitzbank in der zweiten Reihe. Das Einsteigen ist ein Klacks. Die Schwelle liegt niedrig, die seitliche Schiebetür baut nahezu 1,3 Meter breit. Optional erleichtert ein Elektromotor das Zuziehen; auch das der optionalen Schiebetür fahrerseitig.
Weniger flexibel, aber mehr Stauraum als der Multivan
Fürs Fahrerhaus liefert VW diverse Sitzpakete aus, mit denen sich der Sitzkomfort weiter aufwerten lässt. Im Fond geschieht die Aufwertung gewissermaßen im Vorbeigehen: durch die damit verbundenen feineren Sitzbezüge. Der Wirkungsbereich der Klimaautomatik reicht erst in der Topausstattung ″Style″ ohne Aufpreis bis in den Fahrgastraum; Serie ist eine 1-Zonen-Automatik. Besonders flexibel sind die hinteren Sitze im e-Caravelle nicht; es fehlt ein praktisches Schienensystem a la Multivan oder V-Klasse.
VWs elektrischer Kleinbus kann darauf verzichten, weil er von Haus aus mehr Platz und Stauraum aufwarten kann. Im e-Caravelle verschwinden 1.858 bis 4.698 bzw. in der Langversion 2.411 bis 5.490 Liter Gepäck. Der Kofferraum des Multivan ist mit 3.672 bzw. 4.005 Litern zum Bersten voll. Das stattliche Stauraumvolumen des elektrischen Kleinbusses indes ist nur ein Vorzug. Der Kofferraum ist außerdem vielseitig und praktisch: dank einer niedrigen Ladekante, einer großen Öffnung – und dank verschiedener Ladungssicherungen. Auf Wunsch baut VW bspw. Schienen zur Fahrradmitnahme ein.
Die Infotainment-Hardware und das eingängige Bedienkonzept liefert Ford – VW ergänzt die Benutzeroberfläche & baut das Navi erst gegen Aufpreis ein
Pragmatisch und praktisch richtet VW zudem das Cockpit des e-Caravelle ein. In der namenlosen Basisausstattung versprüht die Fahrerkabine noch einen intensiven Nutzfahrzeugcharme. In den Linien ″Life″, ″Edition″ und ″Style″ werden die Stoffe und Materialien sukzessiv feiner, hochwertiger. Ab der ″Life″-Ausstattung können wir unsere Arme vorne außerdem auf bequemen Armlehnen ablegen; oder unsere Hand in die Haltegriffe am Dach hängen.
Beim Fahren gehören aber beide Hände ans Lenkrad. Auf ihm platziert VW zahlreiche gut greifbare Schnellwahltasten. Einige wenige Direktwahltasten haben es auch an die Seite des Lautstärke-Drehreglers unter dem 13-Zoll-Touchscreen geschafft. Er ist mit dem verknüpften Infotainmentsystem samt kabelloser Smartphone-Integration ebenso Serie wie das 12 Zoll große Digitalinstrument. Die Hard- und die grundlegende Software kommen von Ford. Die Benutzeroberfläche gestaltet VW im e-Caravelle mit den eigenen Icons aus.
Grundsätzlich ist das System flüssig zu bedienen. Dass die Einstellung der Klimaanlage nur über den Touchscreen erfolgt, finden wir jedoch unpraktisch. Dass VW dem e-Caravelle ein Navi serienmäßig selbst Topausstattung ″Style″ vorenthält, erscheint uns fragwürdig. Auch wenn man als gewerblicher Personentransporter üblicherweise seine Wege und Ladepunkte kennt. Ohne Online-Navi ist ein elektrischer Kleinbus wie ein Schiff ohne Anker.