▶ Innenraum & Ausstattung
Ein kräftiger Preisnachlass & zwei wertvolle Zugaben zur üblichen Serienausstattung
Da es außen nicht viel mehr zu sehen gibt, wechseln wir in den Innenraum. Hier zeigt der Tiguan eHybrid ENERGY mehr Engagement – und das zu einem reduzierten Preis. Im günstigsten Fall beträgt der Preisvorteil 2.500 Euro: gegenüber einem herkömmlichen Tiguan, der ebenso ausgestattet ist. Wie aber ist der ″ENERGY″ ausgestattet? Das wichtigste Upgrade spielt das Sondermodell beim Infotainment und bei der Konnektivität ein.
Im Tiguan ENERGY ist zum einen die "Comfort"-Telefonschnittstelle Serie. Hinter der Bezeichnung verbirgt sich eine Ablage auf der gepolsterten Mittelkonsole. In ihr finden zwei Smartphones Platz, die hier induktive mit maximal 15 Watt geladen werden können. Das ist praktisch – noch praktischer ist für uns, zum anderen, die Aufwertung des Infotainments zum ″Discover″-Navigationssystem. Mit ihm kann man das Potentzal des ″eHybrid″ schlicht und ergreifend besser nutzen: und Potentzal hat der Plug-in-Hybridantrieb zur Genüge.
Ein reaktionsschnelles Navi als Serienextra & Tasten bzw. Drehregler als willkommene Begleiter
Die Größe des frei stehenden Touchscreens behält das ″Discover″-Navi bei. Für unseren Geschmack reichen die 12,9 Zoll auch aus. Größere Touchscreens bergen die Gefahr, stärker abzulenken. Eine zögerliche Reaktion des Bildschirms, eine umständliche Menüführung und eine unübersichtliche Grafik haben ein ebenso großes Ablenkungspotential. VW hat sie mit seinen Systemen in den letzten Jahren leidlich ausgeschöpft.
Bei der neuesten Infotainment- und Navigationssystem-Generation, die im Tiguan III verbaut ist, hat VW diese Schwächen ausgeräumt. Die grafische Darstellung überzeugt gleichermaßen wie: die Reaktionsgeschwindigkeit des Systems und der Aufbau der Menüs. Dass VW im Tiguan die physischen Tasten und Drehregler reaktiviert, ist ebenfalls ein Fortschritt: sie lenken nachweislich weniger ab. Das gilt für die Walzen und Kippschalter am Lenkrad genauso wie für den edlen Drehregler auf der Mittelkonsole.
Neben der 3-Zonen-Klimaautomatik und Komfortsitzen werden wir im Sondermodell von einem vorzüglichen und variablen Platzangebot verwöhnt
Den richtigen Touch brauchen wir im Tiguan eHybrid ENERGY lediglich für die Bedienung der serienmäßigen 3-Zonen-Klimaautomatik; auch hier wäre ein Drehregler die einfacherere Lösung. Die neugestalteten Lenkstockhebel erweisen sich im Test als eine gute Lösung. Der rechte wurde zum Gangwahlhebel befördert; um auf der Mittelkonsole Platz zu schaffen. Der linke Hebel hat mehrere Funktionen, etwa den Blinker und den Scheibenwischer zu steuern.
In puncto Komfort und Platz regelt sich im Tiguan das meiste von selbst: denn es ist von beidem reichlich vorhanden. Im eHybrid ENERGY dürfen wir vorne in Komfortsitzen lungern; die Lendenwirbelstützen können wir pneumatisch anpassen. Ihr einziger Nachteil. Die optionalen ″ErgoActive″-Sitze sind gerade auf langen Strecken noch komfortabler. Apropos Komfort. Im ″ENERGY″-Sondermodell wird er vorne durch eine Sitzheizung mit separaten Regelbereichen für die Sitzflächen und die Lehnen gesteigert.
Neben den großzügig bemessen Bewegungsspielräumen gestalten die Reise auch die vielseitigen Einstellmöglichkeiten komfortabel. Die Lehne des Beifahrersitzes können wir umklappen, die Rückbank in zwei Teilen längs verschieben; ihre Lehnen in der Neigung einstellen oder ganz umklappen. Das erweitert den Stauraum im Kofferraum von 490 auf 1.486 Liter. Erreichen können wir ihn über eine nicht allzu hohe Ladekanten und eine große Heckklappe; sie öffnet im Sondermodell automatisch.