▶ Innenraum & Ausstattung
Längs verschiebbare Rückbank mit erfreulich großem Bewegungsspielraum
Die tatsächliche Breite des Toyota der Urban Cruiser sind wir bis dato schuldig geblieben. Ohne Spiegel beträgt sie 1,80 Meter; hoch baut der Toyota 1,64 Meter. Überraschend groß fällt mit 270 Zentimetern der Radstand aus. Der Kia EV3, der Opel Frontera Electric und der Hyundai Kona Elektro sind einige Zentimeter länger als der Urban Cruiser – ihre Radstände hingegen sind einige Zentimeter kürzer. Schafft Toyota für die Insassen so größere Bewegungsfreiräume?
In der Tat. Gerade hinten sind wir von den großzügigen Platzverhältnissen überrascht. Immerhin ist der Urban Cruiser nur so groß wie ein Golf. Dennoch sitzen wir auf der Rückbank auch mit einer Größe von 1,85 Metern ohne unerwünschten Fremdkontakt. Über unserem Kopf ist noch reichlich Luft. Wie viel Luft wir den Füßen und Beinen geben, entscheiden wir selbst: indem wir die zwei Teile der Rückbank nach Bedarf verschieben.
Der Kofferraum ist praktisch – das Cockpit übersichtlich
Der maximale Spielraum ist 14 Zentimeter: soweit lassen sich die Teile der Fondbank längs verschieben. Zusätzlich haben wir die Möglichkeit, die Neigung der Lehnen anzupassen – oder die drei Lehnenteile einzeln umzuklappen. Das Volumen des Kofferraums verändert sich allein durch das Verschieben von 306 auf gut 500 Liter. Was sagen die Rivalen dazu? Sie nicken anerkennend. Der Kia EV3 packt wie der Opel Frontera Electric 460 Liter ein, der Hyundai Kona 466 – und der nahezu 20 Zentimeter größere Skoda Elroq 470 Liter.
Kurz und knapp: Der Urban Cruiser bringt alle praktischen Qualifikationen mit, die bei einem kompakten Familien-SUV gefragt sind. Wie aber steht es im Toyota um den Komfort – wie um die Qualität und Quantität der Einrichtung bzw. Ausstattung? Die kurze Antwort lautet: sehr gut. Qualitativ findet Toyota einen guten Mittelweg zwischen pflegeleicht und hochwertig. Die großen Lüftungsauslässe mögen nicht jedermanns Geschmack treffen – uns gefällt ihr Geländewagen-Charme.
Klimaautomatik und Online-Navi gehören zur Serienausstattung – induktives Laden gibt es leider nur im Topmodell
Außerdem geben die Lüfter dem Armaturenbrett eine klare Struktur. Über der Mittelkonsole, zwischen den Ausströmern, platziert Toyota prominent den Schalter für die Warnblinkanlage. Darunter liegt eine kleine, aber feine Schnellwahl-Tastenleiste inklusive Drehregler. Auf der Mittelkonsole siedeln sich rund um den Fahrschalter weitere Tasten und große Becherhalter an. Das kabellose Ladefach fürs Smartphone wird leider nur in der Topausstattung ″Lounge″ verbaut.
Das ist bei der Ausstattung aber unser einziger echter Kritikpunkt. Toyota spendiert dem Basismodell ″Active″ ein Digitalinstrument, eine Klimaautomatik samt Wärmepumpe – und das für ein BEV essentielle Online-Navigationssystem; samt versiertem EV-Routenplaner. Der Touchscreen des Navis gehört mit 10,1 Zoll zwar nicht zu den größten. Die Bedienung ist trotzdem einfach und intuitiv. Lediglich die Abbiege-Hinweise des Systems sind nicht vollends up-to-date: sie hinken der Realität teils etwas hinterher.