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Mercedes B-Klasse Sports Tourer (Test 2023): Auf neuer Höhe dank Facelift?

Gemeinsam mit BMW hält Mercedes-Benz die praktische Karosserieform des kompakten Vans hoch. Der B-Klasse Sports Tourer ist Mercedes Gegenstück zum BMW 2er Active Tourer. Bei dieser Rivalität und Bezeichnung ist aber auch klar: der Stuttgarter Kompakt-Van will und muss mehr sein als nur praktisch. Die Modellpflege hat besonders die sportlichen, komfortablen und technischen Finessen im Blick. Wir blicken im Test auf das Ergebnis.

Inhalt


  1. Stärken und Schwächen im Schnellcheck
  2. Technische Daten
  3. Konkurrenzmodelle
  4. Fazit

Mercedes-Benz B-Klasse

© Mercedes-Benz

Der Mercedes B-Klasse Sports Tourer im Schnellcheck


Stärken

  1. Sportlicheres Aussehen
  2. Umfangreichere Serienausstattung
  3. Aufgewerteter Innenraum
  4. Verbesserter Spurhalte-Assistent
  5. Leistungsfähigeres MBUX-System
  6. Neuer Anhänger-Assistent
  7. PHEV noch effizienter

Schwächen

  1. Basispreis um 9.500 Euro höher
  2. MBUX-System bleibt kompliziert

Mercedes-Benz B-Class

© Mercedes-Benz

Dynamischer Familien-Abenteurer

Mit dem B-Klasse Sports Tourer sei der Besitzer, so Mercedes, “bereit für die großen und kleinen Abenteuer des Alltags.” Diese Qualitäten haben in der Kompaktklasse aber viele Modelle – auch die anderer Hersteller und anderer Karosserie-Formen. Mercedes-Benz ist in diesem Segment selbst mit einigen ebenso sportlichen wie praktischen Modellen gesegnet. Die sportliche Eleganz des CLA Shooting Brake – so viel dürfen wir vorwegnehmen – erreicht der B-Klasse Sports Tourer auch nach dem jüngsten Lifting nicht. Mit dem Kompakt-SUV GLA kann er aber mithalten.

Fest steht zugleich, dass der B-Klasse Sports Tourer, mit der Modellpflege optisch an Charakter, Dynamik gewonnen hat. Die Überarbeitung in diesem Bereich erscheint auch sinnvoll. Wer “Sports Tourer” heißt, sollte sportlich aussehen: selbst als Van. Am Ende macht es kein gutes Bild, wenn man als Packesel zu viele überschüssige Pfunde mit sich herumschleppt. Nach ein paar gekonnten Retuschen wirkt die B-Klasse jetzt deutlich durchtrainierter. Kleine Power-Domes auf der Motorhaube und kleine Aero-Spoiler an den Heckscheiben wirken kleine Wunder.

Mercedes-Benz B-Klasse

© Mercedes-Benz

Mercedes packt die beliebtesten Extras in praktisch, aber teure Pakete

Die bündig mit den Rädern abschließenden Radhäuser des aufgefrischten B-Klasse Sports Tourers haben denselben Effekt. Für die Räder hat Mercedes außerdem vier frische Felgen ins Regal geholt; auch der Topf der Lackfarben bekam Neuzuwachs. Finalisiert wird die Überarbeitung des Exterieurs mit dezent modifizierten Stoßfänger, dem überarbeiteten Kühlergrill-Design – und den neu gestalteten Scheinwerfern bzw. Heckleuchten. Die nunmehr zweigeteilten hinteren Leuchten liefert Mercedes serienmäßig mit LED-Technologie aus.

Die Frontscheinwerfer erstrahlen hingegen erst gegen Aufpreis mit diesen effizienten und langlebigen Lichtquellen. Fürs Upgrade der Scheinwerfer gibt es seit dem Herbst 2022 zwei Möglichkeiten: das neu geschnürte Ausstattungspaket für das Basismodell “Entry”, konkret das 2.672 Euro teurer “Advanced”-Paket; oder die “Progressive Line”-Ausstattung. Zum “Advanced”-Paket gehören zusätzlich die “Easy-Pack”-Hecklappe – Öffnen und Schließen mittels Tastendruck – und das Spiegelpaket; sprich die elektrisch anklappbaren Seiten- und der automatisch abblendende Innenspiegel.

Mercedes-Benz B-Klasse

© Mercedes-Benz

Modellpflege erweitert die Serienausstattung

Mit den neuen Ausstattungspaketen will Mercedes den B-Klasse-Käufern die Individualisierung erleichtern. Anstatt alle Extras einzeln wählen zu müssen, hat Mercedes die bevorzugten Kombinationen gleich zu praktischen, aufeinander aufbauenden Paketen zusammengefasst. Für die “Progressive Line” gibt es bspw. das “Advanced”- und das “Advanced Plus”-Paket – es ergänzt ein Komfortschlüssel-System, eine Ambientebeleuchtung und volldigitale Instrumente. Der Aufpreis summiert sich auf gut 4.800 Euro.

Für die Topausstattung “AMG Line” hält Mercedes zusätzlich noch das “Premium”-Pakete parat: mit dem “Advanced Soundsystem” und seiner dynamischen Sound-Wiedergabe; der Zwei-Zonen-Klimaautomatik “Thermotronic” – und einem Totwinkel-Assistenten. Der Preis beträgt allerdings stolze 9.000 Euro. Ein positiver Nebeneffekt der neuen Pakete: die Serienausstattung fällt seit der Modellpflege umfassender aus. Die B-Klasse wird ab Werk jetzt zusätzlich mit den Multimedia-Displays, dem USB-Paket, einem Lenkrad in Nappa-Leder und einer Rückfahrkamera ausgeliefert.

Mercedes-Benz B-Klasse

© Mercedes-Benz

Auch der Innenraum wurde veredelt und verfeinert

Mit diesen neuen Serienextras sind wir unversehens im umgestalteten Cockpit der B-Klasse gelandet. Das Lederlenkrad lässt sich optional erstmals beheizen, die zwei digitalen Anzeigen kann man zu einem Wide-Screen erweitern. Hinter den Anzeigen arbeitet in jedem Fall das aufbereitete “MBUX”-Infotainmentsystem. Das 7 oder 10 Zoll große Digital-Instrument liefert die wichtigsten Informationen jetzt in 3 neuen Anzeigenstielen und 7 frischen Farben aus; letztere werden auch auf den zentralen Touchscreen übertragen.

Verbessert hat Mercedes überdies den Sprachassistenten des Systems. Er muss jetzt nicht mehr mit dem Stehsatz “Hey Mercedes” angesprochen werden, um aktiv zu werden. Außerdem versteht er die Befehle einfacher und kann verschiedene Funktionen der B-Klasse besser erklären; als Audio-Reiseführer versucht sich das System gleichfalls. Im Alltag wichtiger, hilfreicher sind aber andere Neuerungen: etwa die potenteren Telematikdienste – und die Tatsache, dass die B-Klasse Smartphones seit dem Facelift kabellos integriert.

© Mercedes-Benz

Benziner der B-Klasse ab sofort ausschließlich als Mildhybrid-Motoren

Aufgewertet hat Mercedes bei der Überarbeitung der B-Klasse des Weiteren die Assistenz-Ausstattung. Besonders glücklich sind wir über das Upgrade des Spurhalte-Assistenten. Er hat bisher teils sehr unwirsch in die Lenkung eingegriffen; der verbesserte Assistent arbeitet spürbar geschmeidiger, zurückhaltender. Anhänger-Fans werden sich über den optionalen Anhängerrangier-Assistenten freuen, der den Lenkradeinschlag im Zugfahrzeug automatisch richtig einstellt. regelt den Lenkwinkel am Zugfahrzeug. Ein praktischer Gewinn ist schließlich auch der neue USB-C-Port, der externe Geräte spürbar schneller lädt.

Und was bringt die Modellpflege noch des Neuen? Ein aufgefrischtes, zumindest bei den Benzinenr durchgängig, wenn auch nur mild elektrifiziertes Antriebssortiment. Der mildhybriden Elektrifizierung ist allerdings der bisherige Basisbenziner B 160 zum Opfer gefallen – alle anderen profitieren vom 48-Volt-Mildhybridsystem und dem 14 PS starken Starter-Generator. Alle anderen sind die Vierzylinder-Turbobenziner B 180 mit 136 PS, B 200 mit 163 PS, B 220 mit 190 PS und B 250 mit 224 PS (Kraftstoffverbrauch kombiniert WLTP: 6,0-7,7 Liter auf 100 km, 136-176 g/km CO2 und Energieeffizienzklasse k.A.).

Mercedes-Benz B-Klasse

© Mercedes-Benz

B-Klasse PHEV mehr E-Power und schnelleres Laden

Der Riemen-Starter-Generator spendiert diesen Ottomotoren beim Beschleunigen im Drehzahlkeller mehr Schub. Zugleich verbessert er ihren Fahrkomfort und ihre Effizienz. Er startet den Motor sanfter und ermöglicht das Segeln, indem er den Verbrenner zwischendurch ebenso sanft abstellt. Damit und mit seiner erhöhten Rekuperationsleistung senkt er gleichzeitig den Verbrauch: um den ein oder anderen Zehntelliter. Verändert hat sich bei den Benzinern zudem die Verfügbarkeit des “4Matic”-Allradantriebs.

Der B 200 hat seine Unterstützung verloren, sie kommt jetzt dem B 220 zu. Bei den Dieselmotoren ist alles beim Alten geblieben. Beim Plug-in-Hybrid 250 e hat Mercedes die elektrische Leistung um 5 kW gesteigert; die Effizienz nebenbei merklich verbessert – und die Ladeleistung erhöht; bzw. um die Option des Gleichstromschnellladens erweitert (Kraftstoffverbrauch kombiniert WLTP: 1,2 Liter/17,4 kWh auf 100 km, 27 g/km CO2 und Energieeffizienzklasse A+). Bei diesem Eifer kann man es kaum glauben, dass es die letzte B-Klasse sein wird.

Technische Daten des Mercedes B-Klasse Sports Tourer


PS-Anzahl: min. 116 PS max. 224 PS
kW-Anzahl: min. 85 kW max. 165 kW
Antriebsart: Frontantrieb, 4×4-Antrieb
Getriebeart: Automatik
Kraftstoffart: Benzin, Diesel
Verbrauch Benzin/Diesel: 6,0-7,1 l/100km
Verbrauch Diesel: 5,1-5,2 l/100km
CO₂-Emission 133-162 g/km
Abgasnorm: Euro 6 D (grüne Feinstaub-Plakette)
Listenpreis: ab 37.580 Euro
Stand der Daten: 05.01.2023

Konkurrenzmodelle


Als Kompakt-Van ist die B-Klasse eine Rarität. Die anderen Raritäten dieses Segments findest Du alle in unserem Onlineshop – wie gewohnt als Neuwagen zu Bestpreisen. Drei Beispiele sind: der Renault Grand Scenic ab 27.067 Euro und 21 %, der BMW 2er Active Tourer ab 27.955 Euro und 20 %; oder der VW Touran ab 30.807 Euro und 17 % Neuwagenrabatt. Mit einer günstigen Finanzierung kaufst Du diese Modelle zu günstigen Raten, mit unserem Autoleasing ab 1,9 % Effektivzins.

Unser Fazit zum Mercedes B-Klasse Sports Tourer


MeinAuto.de-Redakteur: Norbert Auer | 05.01.2023
Das Ende der Kompaktvans ist absehbar, auch das der Mercedes B-Klasse. Die vermeintliche letzte Modellpflege ist aber kein lauer Aufguss, sondern eine furiose Abschiedsgala. Sie startet Adagio mit leichten kosmetischen Korrekturen, wechselt im Innenraum in ein erfrischendes Moderato – und setzt bei den Motoren zu einem letzten großen Crescendo an. Der große Tusch ist der neue Preis. Bei MeinAuto.de startet der geliftete Mercedes Kompaktvan ab 32.904 Euro – 14 % oder nahezu 5.300 Euro günstiger als gelistet.

     
5 von 5 Punkten


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