▶ Innenraum & Ausstattung
Mehr Bewegungsspielraum als im Vorgänger – das Limit setzt nach wie vor die Kopffreiheit im Fond
Das gelungene Design des Renault Clio Hybrid beweist: Für die Ästhetik war die Wahl der Vorbilder die richtige. Doch taugen Sportwagen und Coupes auch als praktische Leitbilder? Oder anders gefragt: Wirken sich die enge Taille und die dynamische Dachlinie negativ auf das Platzangebot aus? Unsere Antwort nach dem Test ist ein dezidiertes teilweise. Das Designdetail, das den Platz auf der Rückbank einschränkt, ist die Dachlinie.
Wie schon beim Vorgänger begrenzt sie die Kopffreiheit. Ab einer Größe von knapp 1,80 Metern wird es hinten für die Köpfe eng. Trotzdem fühlen wir uns auf der Rückbank in der sechsten Generation wohler: weil die Füße, Beine und Knie mehr Spielraum bekommen haben. Der Dank geht zum einen an den um 8 Millimeter verlängerten Radstand – zum anderen an die Aussparungen in den Lehnen der Vordersitze.
Stauraum legt leicht an Volumen zu, hat innen aber eine unangenehm hohe Stufe
Wir bleiben bei den Aussparungen. Fürs Gepäck hat Renault im Clio Hybrid 267 bis 1.094 Liter ausgespart; etwas weniger als die 327 bis 1.176 Liter im Modell mit dem herkömmlichen Benziner. Im Vergleich mit dem Vorgänger hat sich der Stauraum um rund 10 Liter vergrößerst. Wie fällt die Gegenüberstellung mit den Herausforderen aus? Der Toyota Yaris Hybrid – und der technisch baugleiche – Mazda2 Hybrid verstauen 286 bis 925 Liter. Zu ihrer Verteidigung seit aber erwähnt: sie sind fast 20 Zentimeter kürzer als der Clio Hybrid.
Die außergewöhnlich hohe innere Ladekante des Renault-Kofferraums zu verteidigen, fällt uns schwerer. Sie ist schlicht unpraktisch. Dass die äußere Ladekante in der neuen Generation 4 Zentimeter tiefer liegt, ist kaum ein Trost. Knapp 75 Zentimeter bleiben für einen Kleinwagen ein hohes Hindernis. Dass beim Umklappen der asymmetrisch geteilten Rücklehne im Ladeboden eine schräge Fläche samt Stufe entsteht, ist ebenfalls keine perfekte Lösung.
Das Bedienungskonzept und die neuen Google-Infotainmentsysteme überzeugen – für die Materialqualität gilt das nur in der Topausstattung
Im Cockpit des neuen Clio Hybrid hat Renault für die Stauräume bessere Lösungen gefunden. Eine ist die große Mittelkonsolen-Staufachs; inklusive zweier offener Becherhalter. Ab der ″Techno″-Ausstattung ist die Konsole mit einer weichen, faltbaren Abdeckung versehen. Diese Ausstattung liegt zwischen der Basislinie ″Evolution″ und dem Top-Level ″Esprit Alpine″. Das Niveau der Topausstattung hebt sich von dem der beiden anderen erheblich ab; ein Unterschied ist z.B. die induktive Smartphone-Ladefläche.
Noch signifikanter und offenkundiger sind die Abweichungen bei der Materialqualität. Im Clio Hybrid Esprit Alpine wertet Renault den Innenraum u.a. mit satinierten Dekoreinlagen und Alcantara-Stoffen auf. In den ersten beiden Ausstattungen dominiert einfaches Hartplastik. Die Sitze sind jedoch von Haus aus gut gepolstert und empfehlen sich im Test auch mit einem kräftigen Seitenhalt. Mit einer Sitzheizung verwöhnen sie uns, weil im Testwagen das ″Winter″-Paket installiert ist. Das 7 Zoll große Digitalinstrument und der 10,1 Zoll große Touchscreen des ″OpenR link″-Infotainmentsystems liefert Renault im Clio indes frei Haus.
Updates werden ″over-the-air″ einspielt, Smartphones auch ohne Kabelanschluss gespiegelt. Die Klimaanlage muss im Basismodell noch manuell geregelt werden. Das gelingt über die Tasten unterhalb des Touchscreens zum Glück ohne Umstände. Eine Klimaautomatik zieht mit der ″Techno″-Linie ein; gleich wie die fixe Integration der Google-Services, sprich auch das Navi über ″Google Maps″ und der ″Google Assist″-Sprachassistent.