▶ Innenraum & Ausstattung
Basismodell als geräumiger 6-Sitzer mit Lkw-Zulassung, in zwei Längen, mit großer Schiebetür und niedrigen Schwellern
Für die unterschiedliche Länge des Nissan Primastar Kombi L1 und L2 ist der Radstand verantwortlich. Er misst entweder 3,10 oder 3,50 Meter: i.e. gleich viel wie bspw. bei den beiden Spielarten des VW Caravelle. Das wirft die Frage auf, ob der Primastar Kombi so viel Platz zu bieten hat wie der Bulli. Er hat. Das großherzige Wesen des Nissan offenbart sich bereits beim Einsteigen.
Sowohl vorne wie hinten kommt uns der Primastar mit niedrigen Schwellern und großen Öffnungen entgegen. Beim Basismodell betreten wir den Fahrgastraum über eine 1,03 Meter breite Schiebetüre auf der Beifahrerseite. In der Topausstattung ʺTekna" kommt eine Schiebetür auf der Fahrerseite hinzu. Wie viele Sitzplätze im Fond warten, hängt ebenfalls von der Ausstattung ab.
Der Primastar Kombi Acenta, d.h. das Basismodell, ist ausnahmslos ein 6-Sitzer mit Lkw-Zulassung. Das hat seine Vorteile, etwa ein günstigere Kfz-Steuer; aber auch potentielle Nachteile wie einen höheren Versicherungstarif. In den anderen beiden Ausstattungen ʺN-Connecta" und ʺTekna" Ist der Primastar Kombi: a) immer als Pkw deklariert; und b) stets mit 9 Sitzplätzen bestückt.
In höheren Ausstattungen als Pkw mit 9 bequemen, aber nicht besonders flexiblen Sitzplätzen & Stauraum ohne Ende
Bewegen können wir uns auf allen Sitzen – ob es nun 6 oder 9 sind – frank und frei. Das ändert sich erst für Passagiere, die zwei Meter oder größer sind. Der Sitzkomfort ist auf allen Sitzen passabel; auf dem Fahrersitz dank der serienmäßigen Lendenwirbelstütze und Armlehnen mehr als das. Besonders anpassungsfähig fällt das Platz- bzw. Sitzangebot im Primastar Kombi indessen nicht aus.
Die beiden Sitzreihen können wir umklappen bzw. einwickeln – das war’s. Von der Flexibilität eines VW Caravelle oder gar VW Multivan kann der Nissan nur träumen; auch der Toyota Proace Verso und der Ford Tourneo Custom sind um einiges flexibler. Bei den gebotenen Freiräumen ist das allerdings kein Beinbruch. Der Primastar Kombi nimmt in der L1-Variante mindestens 1.000, in der L2-Variante mindestens 1.800 Liter Gepäck mit. Maximal sind es 5,2 bis 6,0 m³.
Ein Cockpit mit schöner Struktur, vielen praktischen Tasten – aber mit wenigen Komfort- bzw. Digitalextras
Den riesigen Stauraum kombiniert Nissan beim Primastar Kombi dankenswerterweise mit einer 55 Zentimeter tiefe Ladekante. Bei einem SUV muss man das Gepäck gut 20 Zentimeter höher hieven. Die 180° weit öffnenden Heckflügeltüren erweisen sich im Alltagseinsatz ebenso als hilfreich. Diesen pragmatischen Zugang behält Nissan bei der Gestaltung und Ausstattung des Cockpits bei.
Bei der Gestaltung erweist sich das als Vorteil. Das Armaturenbrett wirkt aufgeräumt und übersichtlich. Große Tasten und Drehregler erleichtern die Bedienung, z.B. die der manuellen Klimaanlage. Bei der Ausstattung ist die nüchterne Art des Primastar teilweise aber ein Nachteil. Eine Klimaautomatik fehlt im Sortiment komplett, in der Topausstattung ʺTekna" ist zumindest eine Schnellheizfunktion installiert.
Digitalisiert präsentiert sich das Cockpit ebenfalls erst in den höheren Ausstattungen. Mit der ʺN-Connecta"-Linie ziehen ein 8-Zoll-Infotainment und ein 7-Zoll-Digitalinstrument ein. Im Primastar Kombi Tekna ist der 8 Zoll große, frei stehend Touchscreen mit dem ʺNissan Connect"-Navigationssystem verknüpft. Smartphones kabellos laden und integrieren kann das System Smartphones allerdings nicht. Dafür muss das Handy an den Stecker.