Ausstattungen: Ist weniger mehr?
Nach der Tour durch die Exterieur-Details des neuen MX-5 RF ist es Zeit, dem Wahrheitsgehalt der drei Kern-Facelift-Versprechen auf den Grund zu gehen. Beginnen wir mit den Abgasen – wagen wir einen Blick unter die herrlich lange, wohl geformte Motorhaube. Unter ihr sitzt nach wie vor einer der zwei Reihen-Vierzylinder aus der Skyactiv-G-Reihe. Die Kurbelwelle der direkt eingespritzten Benziner liegt längs zur Fahrtrichtung: das optimiert die Gewichtsverteilung und beruhigt den Lauf. Unverändert werden die zwei Ottomotoren aus einem Alu-Motorblock aufgebaut und mit über 300 bar eingespritzt. Geändert hat sich die Abgasnorm-Spezifikation – und zwar nicht zum ersten Mal in den letzten zwei Jahren. Bereits Ende 2018 hat Mazda die MX-5-Benziner überarbeitet. Damals wurde an der Leistung respektive Fahrbarkeit gefeilt, außerdem der Abgasausstoß an die Anforderungen der Abgasnorm Euro 6d-TEMP angepasst. Diese Zwischenlösung verliert Ende 2020 ihre Gültigkeit; abgelöst wird sie von der Euro 6d, die länger aktuell bleiben dürfte. Viele Hersteller zögern dennoch mit der Umtypisierung – weil die Euro-6d-Abgaswerte kein Selbstläufer sind. Der Stickoxidausstoß darf die Grenzwerte vom Prüfstand im Realbetrieb nur noch um 43% übersteigen; aktuell sind 110% erlaubt.
Mazda schafft die Vorgaben im MX-5 RF ohne zusätzlichen Benzinpartikelfilter – wie schon bei der Euro 6d-TEMP. Und wie macht das Mazda? Mit innermotorischen Updates, heißt es. Mehr verrät man nicht. Kein Wunder, andere Hersteller würden viel für detaillierte Infos geben. Große Kostverächter sind die Benziner mit rund sieben bzw. acht Litern im Testmittel jedoch nicht. Die Effizienznoten der Ottomotoren spiegeln das mit einem E und F wider; bei den Schadstoffemissionen schlagen sich die Benziner deutlich besser. Noch tiefer wissen die Fahrleistungen zu beeindrucken: Der Skyactiv-G 1.5 dreht mit 132 PS und 152 Nm an der Welle, praktisch derselben Leistung wie sein Vorgänger (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 6,1 Liter auf 100 km, 138 g/km CO2 und Energieeffizienzklasse E). Damit schafft er den 0-100-Sprint in 8,6 Sekunden, in der Spitze erreicht er knapp 200 km/h. Der 2.300 Euro teurerer Skyactiv-G 2.0 hat 2019 kräftiger an Leistung zugelegt, statt 160 reicht er 184 PS an das knackige 6-Gang-Schaltgetriebe weiter (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 6,9 Liter auf 100 km, 156 g/km CO2 und Energieeffizienzklasse F).