Renault Clio Grandtour im Test: aufgefrischter Außenseiter auf Auf­hol­jagd?

Mit dem kleinen Clio haben die Franzosen ein echtes Zugpferd im Stall. Er verkauft sich in Europa so gut wie kein anderer Kleinwagen – und auch hierzulande erfreut er sich seit dem Start der vierten Generation 2012 wieder großer Beliebtheit. In Form der Limousine jedenfalls. Die Kombi-Variante, der Clio Grandtour, zieht die Kunden nicht in Massen an. Ob zu Unrecht, klären wir im Test des gerade modellgepflegten Clio-Kombis.

Grandtour 2017 mit verfeinertem Interieur

renault-clio-grandtour-2017-dynamisch-vorne-schraegDer Clio Grandtour teilt das Schicksal des mäßigen Absatzes mit den wenigen anderen Kombis im Kleinwagensegment: etwa dem Skoda Fabia Combi oder dem Seat Ibiza ST. Renault glaubt aber weiter an das Konzept und hat diesen Sommer nicht nur die Limousine aufgefrischt – auch der Clio-Kombi wurde überarbeitet. Außen hielten sich die Franzosen mit den Neuerungen zurück. Hier hatte bereits der Modellwechsel 2012 viel frischen Wind gebracht, sodass 2016 lediglich Feinarbeiten anstanden. Nachgebessert wurde etwa beim Kühlergrill und den Stoßfängern vorne und hinten. Die Schweinwerfer mit den serienmäßigen LED-Tagfahrlichtern blicken außerdem noch schärfer in die Welt – und vier neue Lackfarben geben der Modellpflege einen frischen Anstrich. Beibehalten hat Renault die Abmessungen des Clio Grandtour. Er misst bei einem Radstand von 2,59 Metern weiter 4,27 Meter in der Länge und bietet vor allem vorne viel Platz. Hinten limitiert die Beinfreiheit ein wenig, vor allem wenn Fahrer bzw. Beifahrer über 1,80 groß sind.

renault-clio-grandtour-2017-innen-cockpitMehr als genug Platz gibt es indessen im Kofferraum, der ein Stauraumvolumen von 445 bis 1.380 Litern offeriert. Besonders hervorzuheben ist dabei die mit 60 Zentimetern ausgesprochen niedrige Ladekante. Das Ladevolumen übrigens liegt nur unwesentlich unter dem des Skoda Fabia Combi (530 bis 1.395 Liter); und nicht allzu weit entfernt vom dreißig Zentimeter längeren Golf 7 Variant (605 bis 1.620 Liter), der immerhin gut 5.000 Euro mehr kostet. Im Innenraum kann der Renault natürlich nicht mit einem 7er Golf mithalten, aber: Die Franzosen haben das Interieur sicht- und spürbar verbessert. So wurden die Sitzmöbel frisch bezogen, die Oberflächen des Innenraums veredelt und mit zusätzlichen Zierleisten verfeinert. Eine Aktualisierung erfuhr zudem das Multimedia-Angebot. Ab Werk, sprich in der neuen Basisausstattung „Life“, ist jetzt bspw. anstelle einer unvollendeten Radiovorrüstung das „Radio Connect R&Go“-System verbaut. Es beherrscht neben DAB+-Radio auch das Audiostreaming und die Smartphone-Koppelung; außerdem verfügt es über eine Handy-Halterung, einen USB-Anschluss und eine Bluetooth-Freisprecheinrichtung.

Modellpflege bringt neuen Diesel & zusätzlich Getriebeoption

renault-clio-grandtour-2017-ausen-seiteAber auch unter der Motorhaube des Clio Grandtour hat sich etwas getan. Auf Wunsch rackert dort jetzt ein nagelneuer Turbodiesel, der dCi 110 mit 110 PS; dazu packen ab 1.750 Touren 220 Newtonmeter Topdrehmoment an. Das sind zwar nicht mehr als beim bisherigen Topdiesel, dem dCi 90, der im Kern derselbe Motor ist. Dennoch schiebt die 110-PS-Variante dank der 20 zusätzlichen Pferde engagierter an. Der 0-100-Sprint gelingt in ca. 11 Sekunden und damit knapp zwei Sekunden schneller; und in der Spitze sind mit 190 gut zehn Stundenkilometer mehr drin. Am deutlichsten ist der Unterschied jedoch bei den Zwischensprints im 4. und 5. Gang, bei denen der dCi 110 den dCi 90 locker stehen lässt – eine Qualität, die einem beim Überholden so manchen Gangwechsel erspart. Dieser Vorzug ist indes nicht nur ein Verdienst des Leistungszuwachses: auch das neue 6-Gang-Getriebe trägt maßgeblich dazu bei. Es ist feiner abgestuft als das 5-Gang-Getriebe des dCi 90 und schaltet merklich präziser. Der Aufpreis von 800 Euro scheint ob dieser Vorzüge ein sehr faires Angebot zu sein.

renault-clio-grandtour-2017-ausen-heckLeider ist der neue Selbstzünder nur in der Topausstattung „Intense“ erhältlich. In den Genuss des 6-Gang-Getriebes kann man hingegen schon im Sondermodell „Limited Edition“ kommen. Wie? Indem man zum TCe 120, einem 1,2 Liter großen Turbobenziner mit vier Zylindern, 120 PS und 200 Nm Spitzendrehmoment greift. Bislang war der Topbenziner ausnahmslos an das Doppelkupplungsgetriebe EDC gekoppelt. Das aber macht den Motor zum einen um 1.600 Euro teurer – und zum anderen unten heraus bedeutend träger. Das neue 6-Gang-Getriebe befreit den TCe 120 von dieser Last. Die Automatik steht aber weiterhin als Option zur Wahl, ebenso wie die beiden anderen Benziner: Der müde 1.2 Sauger mit 75 PS und der Vierzylinder-Turbo TCe 90 mit 90 PS und 5-Gang-Schaltung. Letzterer ist für all jene interessant, die auf einen niedrigen Spritzverbrauch bedacht sind. Er begnügt sich nach Norm mit 4,7 (105g/CO2) und im Test mit ca. sechs Litern, der TCe 120 verbrennt im Normzyklus 5,3 (118g), der Sauger gar 5,6 Liter (127g). 

Voll-LED-Scheinwerfer als neue Option

An den Verbrauch der Diesel kommt der TCe 90 natürlich nicht heran. Der dCi 90 erweist sich mit 3,2 NEFZ-Litern (82g) als Obersparer, der Neuzugang dCe110 bleibt ihm mit 3,5 Litern (920g) dicht auf den Fersen. Im Test gönnen sich die beiden im Schnitt knapp eineinhalb Liter mehr – das ist immer noch überzeugend. Das Fahrverhalten des Clio Grandtour kann uns dagegen nicht ganz überzeugen. Der Federungskomfort ist gut aber nicht herausragend, ebenso wie die Bremsen, die immerhin 39 Meter brauchen, um den Kombi aus 100 km/h zum Stehen zu bringen. Für die Fahrstabilität und die passive Sicherheit vergeben wir ein uneingeschränktes Lob. Bei der aktiven Sicherheit haben die Franzosen allerdings noch einigen Verbesserungsspielraum. Bis auf die optionalen Voll-LED-Scheinwerfer gab’s nichts Neues. Ein Notbrems-Assistent und Berganfahr- bzw. Einparkhelfer sind zwar nach wie vor serienmäßig, einen Spurhalte- oder Totwinkel-Warner sucht man jedoch weiter vergeblich.

Technische Daten des Renault Clio Grandtour:
PS-Anzahl: min. 73 PS max. 118 PS
kW-Anzahl: min. 54 kW max. 87 kW
Antriebsart: Frontantrieb
Getriebeart: Manuell oder DSG Automatik
Kraftstoffart: Benzin oder Diesel
Verbrauch (kombiniert): min. 3,3 l/100km max 5,6 l/100km
CO2-Emission: min. 85 g/km max. 127 g/km
Effizienzklasse: min. A+ max. D
Abgasnorm: Euro 6 (grüne Feinstaub-Plakette)
Listenpreis: ab 13.990 Euro
Link zum Konfigurator: Hier den Renault Clio Grandtour konfigurieren

Fazit zum Renault Clio Grandtour Test

MeinAuto.de Redakteur: MeinAuto.de Redaktion |
Der Renault Clio Grandtour kostet 1.000 Euro zwar mehr als die Limousine. Dafür aber bietet er auch deutlich mehr, vor allem mehr Platz und mehr Stauraum. Sein geringer Anteil am Verkaufserfolg ist also nicht ganz nachvollziehbar. Womöglich ändert sich das mit der Modellpflege, die dem Kombi vor allem im Innen- und im Motorraum gut getan hat. Bei MeinAuto.de startet der neue Clio-Kombi ab 11.238 Euro, 24,3% bzw. 3.400 Euro günstiger als im herkömmlichen Autohaus.

     
4 von 5 Punkten

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