GLB so vielseitig wie das Leben?
Damit dürfen wir beim neuen Mercedes GLB unter den ersten SUV-Vorzug – den der erhabenen Sitzhöhe – einen Haken setzen. Aber wie sieht es mit dem luftigen Raumgefühl und dem großzügigen, flexiblen Stauraum aus? Auch in diesen Fällen erweisen sich unsere Befürchtungen als unbegründet. Die Beinfreiheit im GLB-Fond verdient sich ein: vorzüglich. Der 2,83 Meter lange Radstand – dreizehn Zentimeter mehr als im GLA und nur vier weniger als im GLC – verfehlt seine Wirkung nicht. Die Kopf- und Schulterfreiheit stehen der Kniefreiheit aber auch kaum nach. Der Kofferraum lässt sich ebenfalls nicht lumpen und bietet im Fünfsitzer ein Volumen von 570 bis 1.805 Litern. Doch es kommt noch mehr: Auf Wunsch beziehungsweise für rund 430 Euro Aufpreis lässt sich die zweite Sitzreihe längs um bis zu 14 Zentimeter verschieben; die Lehnen können mehrstufig in ihrer Neigung adaptiert und im Verhältnis 2:1:2 umgeklappt werden. Im Idealfall wächst der Stauraum so um weitere 190 Liter. Mit diesem Stauraum kann eine Familie arbeiten. Die Konkurrenz hingegen hat an dieser Vorgabe stark zu knabbern. Nur der 4,70 Meter lange Skoda Kodiaq und der ebenso lange VW Tiguan Allspace transportieren in einer vergleichbaren Dimension mit 725 bis 1.960 bzw. 700 bis 1.755 Litern.
Die in- und ausländischen Premium-Konkurrenten, etwa den Audi Q5 (550 bis 1.550 Liter), steckt der GLB locker in die Tasche. Uns stört bei Ein- und Auslanden nur die 74 Zentimeter hohe Ladekante – hier kommt uns der GLA um fast zehn Zentimeter weiter entgegen. Angesichts dieser Zahlen und Testergebnisse ist klar: Der GLB ist so praktisch wie er aussieht. Das soll jedoch nicht heißen, dass er wie ein Nutzfahrzeug eingerichtet ist. Die Güte und Sorgfalt, mit welcher der Innenraum eingerichtet ist, entspricht der gehobenen Mittelklasse. Die Technik des MBUX Bediensystems ist High End, sein Design aber Geschmackssache und die Bedienung gewöhnungsbedürftig. Sind der Fahrer und der Sprachassistent “Hey Mercedes” aber erst einmal eingespielt und die beiden Displays auf die eigenen Vorlieben zugeschnitten, dann läuft es rund. Weitere Individualisierungs- und Optimierungsmöglichkeiten bietet die Preisliste: z.B. das Widescreen-Cockpit für gut 1.500 oder die “Energizing”-Komfortsteuerung mit Wohlfühl-Programmen, Massagefunktion, vernetzter Licht-und Musikauswahl, etc. für 1.666 Euro.