▶ Innenraum & Ausstattung
Cockpit als geräumiger Herrschaftssitz & der Option auf einen automatischen Sitzpositions-Diener
Als Konterpart zur langen Motorhaube spendiert Mazda dem CX-60 eine vergleichsweise steile Windschutzscheibe. Als Vergleich ziehen wir erneut den CX-5 heran. Er ist in seiner jüngsten Ausprägung nur wenige Zentimeter kurzer als der 4,75 Meter lange CX-60: dennoch hat er eine deutlich kürzere Motorhaube. Mazda kann bei ihm die Frontscheibe deshalb flach anstellen, beim CX-60 steht sie steiler.
Damit will Mazda garantieren, dass die Insassen – insbesondere der Fahrer und Beifahrer – keinen Platzmangel erdulden müssen. Wie viel ist diese Garantie wert? Das Ergebnis der ausführlichen Sitzprobe ist ein klares: viel. Bis zu einer Größe von knapp 2 Metern fehlt es in den Vordersitzen nirgends an Freiraum: weder im Fußraum noch nach oben. Als sehr angenehm empfinden wir zumal die hohe Sitzposition.
Weil wir im Mazda CX-60 mindestens 60 Zentimeter über dem Asphalt sitzen, haben wir das Umfeld gut im Blick – und das Ein- und Aussteigen geht fast von alleine. Die richtige Sitzposition zu finden, ist dank der 6-fach verstellbaren Vordersitze ebenso wenig ein Problem. Noch stilvoller gelingt das ab der ″Homura″-Ausstattung: dank der elektrischen Sitzeinstellung und des ″Driver Personalisation″-Systems.
Mit einem sehr praktischen Kofferraum und einer Serienausstattung mit kleinen Lücken
Das ″Driver Personalisation″-System erkennt per Kamera, wer hinterm Steuer sitzt – und stellt in der Folge alles so ein, wie es einmal spezifiziert wurde. Das betrifft neben der Sitzposition zum Beispiel auch die Einstellungen des Head-up-Displays und der 2-Zonen-Klimaautomatik. Jenes verbaut Mazda im CX-60 ab der ″Exclusive-line″, diese ab Werk, sprich in der ″Prime-line″. Leider ist das in puncto Klimatisierung zugleich das Optimum.
Da Mazda mit dem CX-60 dem Audi Q5 und dem BMW X3 Konkurrenz machen will, hätten wir uns in dieser Hinsicht mehr erwartet: konkret eine 3-, wenn nicht eine 4 Zonen-Regelung – sie fehlt dem Angebot aber. Mehr kann der Mazda hinten offerieren. Im Fond finden selbst Fahrgäste genug Platz, die gut 1,90 Meter groß sind. Dass Mazda die Rücksitze starr verbaut, stört uns angesichts des großzügigen Beinraums kaum.
Der Kofferraum ist mit 570 Liter bis 1.726 Litern ebenfalls groß genug – jedenfalls im Vergleich mit den Premium-Modellen von Audi, BMW und Mercedes. Der Q5 liefert 520 bis 1.473 Liter Stauraum, der X3 seines Zeichens 570 bis 1.700 und der GLC 620 bis 1.680. Auch der RAV4 von Toyota kann mit einem Kofferraum vergleichbarer Größe aufwarten; er nimmt 580 bis 1.690 Liter mit. Wesentlich mehr packen der VW Tayron und der Skoda Kodiaq ein; ersterer z.B. 885 bis 2.090 Liter.
Fein eingerichtet, verarbeitet und ein Bedienkonzept, das händisch wie sprachlich überzeugt
Zurück zum Kofferraum des Mazda CX-60. Er erweist sich nicht nur als großzügig, sondern auch als praktisch. Die äußere Ladekante liegt 74 Zentimeter über dem Boden; für ein SUV dieser Klasse also erfreulich niedrig. Innen schließt der Ladeboden nahezu bündig an; die umgelegten Rücksitzlehnen hinterlassen im Boden aber eine kleine Stufe. Eine Heckklappe, die elektrisch ohne Hilfe der Hände öffnet (″Hands-free″-Funktion), hat der CX-60 ebenfalls zu bieten. Der Haken. Mazda verbaut sie nur in den beiden Topausstattungen serienmäßig.
Dieses höchste Ausstattungsniveau repräsentieren die ″Plus"-Varianten der ″Homura″- und ″Takumi″-Linien. Beim herkömmlich angetriebenen CX-60, i.e. den Diesel-Modellen, hat sie Mazda ausschließlich für die Allradantriebe im Programm. Das übersichtliche, fein säuberlich verarbeitete Cockpit hingegen: es gehört beim CX-60 zum Basisprogramm – ebenso wie die zwei 12,3 Zoll großen Bildschirme und die mächtige Mittelkonsole. Sie beherbergt neben einem großen Staufach den Gangwahlhebel; und die Bedieninsel mit dem ″Multi Commander″.
Dieser Dreh-Drück-Steller ist das Herzstück der Bedienung, wie der Arm eines einarmigen Banditen sozusagen. Als Alternative ist seit Kurzem Amazons Sprachassistent ʺAlexa" integriert. Über ihn kann u.a. das serienmäßige Hybrid-Navigationssystem – es funktioniert sowohl on- wie offline – mit natürlichen Sprachbefehlen gesteuert werden. Smartphones bindet das Navi kabellos ein; die induktive Smartphone-Ablage rückt Mazda indessen wieder erst in den zwei Topausstattungen serienmäßig heraus. Da dieses Feature mittlerweile selbst bei vielen Kompakt-SUVs Serie ist, notieren wir das als weiteren Makel.