▶ Innenraum & Ausstattung
Trotz sportlicher Karosserie vorne wie hinten überdurchschnittlich geräumig
Mit der Designsprache des Bayon will der Hyundai ein breit gefächertes Publikum ansprechen: Singles wie junge Paare oder solche älteren Semesters. Innen will ihnen der Bayon einen sicheren Hafen bieten. Benannt hat Hyundai sein kleinstes SUV nach dem Bayonne – der Stadt an der Atlantikküste im französischen Teil des Baskenlandes. Der Name der Stadt lässt sich aus dem Okzitanischen mit “guter Hafen” übersetzen.
Wir wollen herausfinden, ob diese Übersetzung auch für den Bayon taugt. Unsere ersten Ein- und Ausstiegsversuche legen nahe: das könnte passen. Die Türausschnitte hat Hyundai beim Bayon angenehm groß bemessen; die Sitzposition liegt bequem hoch – nur die Schweller fallen massiv aus. Unsicher ist der Zustieg jedoch keinesfalls; auf den Sitzen ist die Kollisionsgefahr ebenfalls gering.
Mit praktischem, aber kaum variablem Kofferraum
Vorne bietet der Bayon ausreichend Platz für knapp 1,95 Meter große Insassen. Zuerst stößt hier die Beinfreiheit an ihre Grenzen. Auf den Rücksitzen ist es umgekehrt – der 2,58 Meter lange Radstand trägt Früchte. Als erstes kommen im Fond die Köpfe in Bedrängnis: ab einer Größe von ca. 1,90 Metern. Kurzum: Für einen Kleinwagen respektive Mini-SUV ist der Bayon überdurchschnittlich geräumig. War Hyundai bei der Vergabe des Stauraums ähnlich generös?
Ja, wobei das Kofferraumvolumen des Bayon mit 411 bis 1.205 Litern dem Klassenschnitt näher liegt. Als Referenzen: Der Renault Captur verstaut 422 bis 1.275 Liter, der Nissan Juke 422 bis 1.305, der Opel Mokka 350 bis 1.105 und der VW Taigo 440 bis 1.222. Der Vergleich mit dem vollelektrischen, nur 3,83 Meter langen Hyundai Inster offenbart aber: der Bayon ist eher unflexibel. Eine verschiebbare Rückbank lässt er z.B. vermissen.
Navigationssystem und viel Hartplastik sind Serie – Klimaautomatik und Digitalinstrument kosten extra
Bei der Ausstattung lässt es der Bayon hingegen schon in der Basisausstattung kaum an etwas mangeln. Aber das sind wir von Hyundai gewohnt. Das Glanzstück des Bayon Select, des Einstiegsmodells, ist sicherlich das Navigationssystem: mit seinem etwas über 10 Zoll großen Touchscreen, seinen Karten-Updates “Over-the-Air” – und seinem Telematikdienst “Bluelink-Connect”. Letzterer stattet den Bayon seit der Modellpflege serienmäßig mit einer genaueren Cloud-Navigation sowie diversen “Remote”-Funktionen aus.
Smartphones spiegeln kann das Navi naturgemäß auch: allerdings immer nur über eine Kabelanbindung. Kabellos agiert im Bayon ausnahmslos die Smartphone-Ablage. Fix installiert ist sie ab der zweiten Ausstattungslinie “Trend”; gleich wie die Sitzheizung und das 10-Zoll-Digitaldisplay. Eine Klimaautomatik lässt sich ab diesem Niveau optional über das Komfort-Paket zu buchen.
Bedient wird sie über praktische Drehregler: in einem separaten Feld, das allerdings recht tief über der Mittelkonsole liegt. Saurer stößt uns im Test die durchwegs bescheidene Materialqualität auf. Das Hartplastik regiert im Innenraum als Monarch. Das stört uns deshalb so sehr, weil die Verarbeitungsqualität deutlich besser ist – dadurch wirkt es unausgewogen.