▶ Innenraum & Ausstattung
Innen überrascht der Alpin mit ungewöhnlich viel Kopffreiheit – auch im Fond
Dass die Form der Funktion folgt, muss der A390 vor allem innen belegen. Ist er tatsächlich ein vielseitigerer, praktischerer A110 – und ist er so praktisch respektive geräumig wie ein BMW i4 oder ein Skoda Enyaq RS Coupe? Die Tatsache, dass der A390 fünf Türen hat, ist ein vielversprechender Anfang: zumindest im Vergleich mit dem zweitürigen A110.
Die angenehm hoch angesiedelten Sitzflächen sind im SUV-Coupe dadurch einfach zu erklimmen. Überraschend kommt für uns – angesichts der Form und der Bauhöhe: die Köpfe haben selbst im Fond reichlich Luft; auch bei einer Größe von gut 1,80 Metern. Insgesamt empfinden wir den Innenraum des Alpine als so großzügig wie den des deutlich längeren Elektro-Coupes von BMW, des i4. Die Kopffreiheit ist sogar größer.
ohne Frunk aber mit reichlich Stauraum im Heck
Gefühlt sitzen wir im Alpine A390 dennoch sportlich knapp: man könnte auch sagen maßgeschneidert. Dieses Gefühl ist bei einem Sportwagen aber kein Makel, sondern ein Muss. Dass die vordere Mittelkonsole nur einen Getränkehalter umfasst, ist ein kleiner praktischer Schnitzer – einem familientauglichen Sportwagen können wir das durchgehen lassen. Beim Stauraumvolumen braucht der A390 von unserer Seite auf keine Kulanz zu hoffen.
Mit 532 Litern fällt es erfreulich umfangreich aus. Zum Vergleich: Das Enyaq Coupe nimmt 570 Liter mit, der BWM i4 exakt 470; der VW ID.5 und der Cupra Tavascan packen 549 bzw. 540 Liter ein. Alles gut, alles praktisch also beim Alpine? Nein. Uns stört die hohe Stufe im Kofferraumboden bei umgeklappten Rücksitzlehen. Ein Frunk wäre außerdem eine nette Ergänzung; er bewährt sich u.a. im Ford Mustang Mach-E und Kia EV6.
Cockpit: voll digitalisiert, voll auf den Fahrer konzentriert & nahezu vollausgestattet
Ergänzungen zuhauf erhält die Ausstattung des A390, in der Topversion ʺGTS" wie in der Basisausführung ʺGT". In beiden Spielarten richtet Alpine das Cockpit auf den Fahrer aus: insbesondere die beiden 12 Zoll großen Displays. Das digitale Fahrerdisplay zeigt übersichtlich alles, was das Sportwagenfahrer-Herz begehrt: in variablen Ansichten – von der Navikarte bis zur ʺIconic"-Anzeige mit Tacho und Leistungsmesser. Der 12 Zoll Touchscreen im Hochformat ist die Bedienzentrale des Navigationssystems; wie allen neuen Renault-Systemen liegt ihm die ʺAndroid Automotive"-Software zugrunde.
In puncto Bedienbarkeit hat sich der Wechsel zur Software der Profis ebenso als Glücksgriff erwiesen wie in Bezug auf die Performance. Alpine respektive Renault bringt aber auch die eigene Expertise ein: u.a. in Form eines greifbaren Reglers für die serienmäßige Klimaautomatik, oder in Gestalt einer feinen Innenraumausstattung. Eine höchst angenehme Form sind die Nappaleder-Sportsitze; im Topmodell sind Schalensitze vom Spezialisten Sabel verbaut.