VW Arteon im Test: ein neuer Artgenosse für die Oberklasse?

30.07.2017 Alle Testberichte

VW deckt mit seinen Modellen praktisch die gesamte Palette der Fahrzeugklassen ab. Nur eines fehlt den Wolfsburgern gegenwärtig - ein Modell in der prestigeträchtigen oberen Mittelklasse. Wer zeigen will und kann, was er geschafft hat, der musste sich bislang bei anderen Herstellern umsehen. Mit dem VW Arteon soll das nun anders werden. Was das neue Flaggschiff von Volkswagen kann, erfahren Sie in unserem Testbericht.

Arteon - Aussehen & Abmessungen


VW-arteon-2017-vorne-dynamischSo erfolgreich VW als Autohersteller ist: Ein durchschlagender Erfolg in der Oberklasse blieb den Wolfsburgern bis dato verwehrt. Weder der Phaeton noch der CC konnten sich im Herrschaftsgebiet von BMW, Mercedes und Audi einnisten. Jetzt versucht man es mit einem Gran Turismo, sprich einem Auto, das - á la Mercedes 300 SL - souverän Komfort und Kraft vereint. Das Auto komplett neu erfunden hat VW dabei nicht. Der Arteon setzt sich aus Einzelteilen zusammen, die dem schier unerschöpflichen Fundus des Modularen Querbaukastens entstammen. Aufgrund dieses Umstands verwundert es nicht, dass auch das neue Firmen-Aushängeschild unverkennbar als VW zu erkennen ist. Trotzdem ist es den Designer gelungen, ein durchaus eigenständig auftretendes, elegantes und sehr stattliches Coupé auf die Räder zu stellen. Für das stattliche Auftreten verantwortlich sind nicht zuletzt die stattlichen Maße. Der Arteon ist 4,86 Meter lang, 1,87 Meter breit; der Radstand misst 2,84 Meter. Diese Abmessungen haben ihrerseits ein majestätisches Platzangebot zu verantworten.

Beine, Ellbogen, Schultern, sie alle genießen die vollkommene Freiheit. Nur einige Häupter sind in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt – namentlich die von Fond-Passagieren um und über die 1,90. Hier fordert das coupéhafte Design seinen Tribut. Im Kofferraum darf dann aber wieder fast grenzenlos geklotzt werden. 563 bis 1.557 Liter Gepäck lassen sich dort - dank der niedrigen Ladekante und der riesigen Luke - locker und leicht einschichten. Dieses Stauraumvolumen ist größer als das in der Passat-Limousine, das im 5er BMW sowie das in der Mercedes E-Klasse (530 bzw. 540 Liter). Außerdem hat der Kofferraum einen besonderen Trick auf Lager. Die per Beinkick öffnende Luke schließt per Knopfdruck auf Wunsch verzögert. Wer schwere Koffer oder Kisten auslädt, braucht diese nicht mehr abzustellen, um den Deckel zu schließen. Eine feine Geschichte, die nur durch das nervigen Piepen, der das ganze Prozedere begleitet, getrübt wird. Dass die schräg nach hinten abfallende Klappe mit sperrigem Ladegut auf Kriegsfuß steht, stört uns weniger. Für schwere Transportaufgaben gibt es die niedrigen Stände - und womöglich bald auch einen Arteon-Kombi.

Antriebe und Ausstattung


VW-arteon-2017-innen-cockpitDeshalb wenden wir uns jetzt Disziplinen zu, die einer Limousine aus der oberen Mittelklasse eher geziemen. Die Passagiere verwöhnen ist eines dieser Spezialgebiete. Der Arteon erweist sich in dieser Hinsicht ganz als Volkswagen. An die Premium-Konkurrenz kommt er innen zwar nicht ganz heran. Er besticht aber durch seine feinsäuberliche Verarbeitung, seine klar strukturierte Bedienung und die vielen praktische Ablagen. Mit hochwertigen Sitzbezügen aus Alcantara-Stoff und Leder richtig edel wird es in den höheren Ausstattungslinien "Elegance" und "R-Line". Die Smartphone-Koppelung "App-Connect" ist selbst hier jedoch extra zu bezahlen, ebenso wie die 3-Zonen-Klimaautomaitk. Bei einem Basispreis von 40.000 bzw. 50.000 Euro für die Toplinien eine - gelinde gesagt - interessante Strategie. in puncto Multimedia liefert VW den Arteon ab Werk ebenfalls nur mit dem Infotainmentsystem "Composition Media" aus. Das hat zwar einen 20 Zentimeter großen Touchscreen, Radio, MP3-Player und Bluetooth-Telefonie - indessen weder einen CD-Player noch ein Navi oder Gestensteuerung.

VW-arteon-2017-ausen-hintenAls Zwischenfazit halten wir fest: Abgesehen von der Multimediaabteilung klotzt VW im Innenraum. Unter der Motorhaube sieht das - zum Marktstart jedenfalls - anders aus. Die angebotenen Antriebe sind mit einer Leistung zwischen 150 und 280 PS keine trägen Tränen. Blicken wir auf die Konkurrenz, können wir uns aber des Eindrucks nicht erwehren, dass VW eine recht konservative Motoren-Truppe versammelt hat. Sechs- oder Achtzylinder mit drei oder mehr Litern Hubraum? - Fehlanzeige. Vier Zylinder mit maximal zwei Litern Hubraum: Das ist alles, was die Wolfsburger vorerst aufwarten. Neben großen Volumina vermissen wir außerdem einen alternativen Antrieb, etwa einen kräftiger Hybrid-Motor. Möglicherweise wird ein solcher später folgen: ebenso wie ein Sechszylinder-Benziner. Nichts Genaues weiß man derzeit nicht. Deshalb kommen wir von dem, was sein könnte, zu dem, was ist. Zum einen ist da der Zweiliter-Vierzylinder-Turbobenziner 2.0 TSI 4Motion (Kraftstoffverbrauch: 7,3 Liter auf 100 km, 164 g/km CO2 und Energieeffizienzklasse C). Er gibt - serienmäßig über das ausgesprochen geschmeidig arbeitende 7-Gang-DSG - 280 PS und 350 Nm an alle vier Räder weiter. Und er beschleunigt das 1,7-Tonnen-Coupé so in sportlich-souveränen 5,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h; Schluss ist bei abgeregelten 250.

Arteon: Assistenzsystem & Abstimmung


VW-arteon-2017-hinten-dynamischÄhnlich sportlich kraftvoll schiebt der stärkere der beiden Common-Rail-Diesel an, der 2.0 TDI SCR 4Motion (Kraftstoffverbrauch: 5,9 Liter auf 100 km, 152 g/km CO2 und Energieeffizienzklasse B). Ihm verhilft ein Bi-Turbo zu 240 PS und mächtigen 500 Nm Spitzendrehmoment, das sich mit dem richtigen Bleifuß in 6,5 Sekunden zu Tempo 100; und in der Spitze zu 245 km/h ummünzen lässt. Der zweite Diesel, der 2.0 TDI SCR, erweist sich mit 150 PS und 340 Nm als der gemächlichste Antreiber (Kraftstoffverbrauch: 4,5 Liter auf 100 km, 116 g/km CO2 und Energieeffizienzklasse A). Dafür überzeugt er im Verbrauchskapitel. Trotzdem passt er für uns nicht recht zum Gran-Turismo-Konzept. Das liegt auch daran, dass VW die adaptiven Dämpfer nur den beiden Topmotoren ab Werk zur Seite stellt. Und nur mit ihnen gelingt dem VW-Vorreiter der Spagat zwischen sportlicher Agilität und luxuriösem Komfort reibungslos. Der Wechsel zwischen Sport- und Komfort-Modus macht's möglich.

VW-arteon-2017-ausen-vorneWas derzeit bei VW hinsichtlich der Assistenzsysteme möglich ist, auch das zeigt der neue Arteon. Die Systeme selbst sind durchwegs schon aus anderen Modellen der Wolfsburger bekannt. In der Vorzeigelimousine wurde der Funktionsumfang teils jedoch beträchtlich erweitert. Die serienmäßigen LED-Fern- und Abblendlichter beziehen in ihr Adaptionsverhalten z.B. erstmals GPS-Daten aus dem Navi ein. Auch die Abstandsregelung greift auf diese Daten und Live-Infos zu den Tempolimits zurück. Der Notbremsassistent ist schließlich im Stande, den Arteon nicht nur abzubremsen, sondern auch gleich rechts abzustellen. Ein Kehrseite gibt es aber: Viele der Systeme sind wiederum nur gegen Aufzahlung mit von der Partie. Willkommen in der Oberklasse.

Technische Daten des VW Arteon:
PS-Anzahl:min. 150 PSmax. 280 PS
kW-Anzahl:min. 110 kWmax. 206 kW
Antriebsart:Frontantrieb oder 4x4 Allradantrieb
Getriebeart:DSG
Kraftstoffart:Benzin oder Diesel
Verbrauch (kombiniert):min. 4,4 l/100kmmax 7,3 l/100km
CO2-Emission:min. 114 g/kmmax. 164 g/km
Effizienzklasse:min. A+max. C
Abgasnorm:Euro 6 (grüne Feinstaub-Plakette)
Listenpreis:ab 42.650 Euro
Link zum Konfigurator:Hier den VW Arteon konfigurieren

Fazit zum VW Arteon Test


MeinAuto.de Redakteur: MeinAuto.de Redaktion |
Mit dem VW Arteon ist den Wolfsburger eine beachtenswerte Rückkehr in die obere Mittelklasse gelungen. Der letzte Schuss Luxus, Leistung und Extravaganz fehlt uns aber. Doch selbst die erlesensten Weine brauchen Zeit, um zu reifen. Bei MeinAuto.de kostet das neue VW-Flaggschiff ab 35.909 Euro, das sind gut 7.100 Euro respektive 16,7% weniger als vom Hersteller empfohlen.

     
5 von 5 Punkten


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Die VW Umweltprämie 2017


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