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Opel Astra Sports Tourer

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Opel Astra Sports Tourer im Test
Ist Opel die Modellpflege seine Modell-Kompakt-Kombis gelungen?
Der Opel Astra Sports Tourer galt vielen lange als Beiwagen des VW Golf Variant. Dabei brachte Opel die Kombi-Variante seines Kompakten ein paar Jahre früher auf den Markt. Spätestens in der aktuellen Baureihe, der zwölften, hat sich der Astra-Kombi aber emanzipiert: ästhetisch wie technisch. Die Modellpflege soll diesen Status festigen. Wir drehen mit dem Opel Astra Sports Tourer eine Testrunde. Es folgt ein Statusbericht.
CarCoach-Schnellcheck
Opel Astra Sports Tourer
Stärken:
- Opel-Vizor mit beleuchtetem Blitz
- das gute Platzangebot
- der großzügige, praktisch Kofferraum
- der MHEV-Benziner
- die ergonomischen Sitze
Schwächen:
- mittelmäßige passive Sicherheit
- 1-Zonen-Serien-Klimaautomatik
- Fahrwerk nicht besonders komfortabel
"Mit dem Astra Sports Tourer der Generation L ist Opel ein sportlich-eleganter Modell-Athlet, sozusagen ein Modell-Kombi nach Maß gelungen."
▶ Karosserie & Design
Bleibt elegant und sportlich – setzt mit dem beleuchteten Opel-Blitz aber ein klares Zeichen
Den Opel Astra Sports Tourer, den Kombi, bauen die Rüsselsheimer seit Anfang der 1990er. Mit der Generation ″F″ hatte das Kompaktmodell damals gerade den Namen gewechselt: aus dem Kadett war der Astra geworden. Der Kombi hieß damals noch ″Caravan″. Das änderte sich erst mit dem Astra J. Mit der zehnten Auflage wurde der Kombi zum ″Sports Tourer″. Damit genug der Geschichtsstunden.
Wir nehmen aus dem Unterricht aber mit: Der Namen kommt nicht von ungefähr. Während der ″Caravan″ anfangs viel von einem Nutzlaster hatte, achtete Opel beim Astra Sports Tourer von Anfang an auch aufs Aussehen. In der aktuellen Generation ist das Äußere besonders gut gelungen. Der Astra wirkt wieder modern, frisch; und ist trotzdem stilvoll geblieben. Kurzum: Er ist ein Trendsetter geworden.
Der 4,64 Meter lange, 1,86 Meter breite und 1,44 Meter hohe Kombi wirkt mit seinem langgezogenen Heck noch eleganter als der 5-Türer. Der Fokus des Designs liegt aber auch bei ihm vorne. Dass die Modellpflege hier besonders anpackt, ist also kein Zufall. Opel hat die gesamte Frontpartie überarbeitet, insbesondere den ″Opel Vizor″: das getönte Plexiglasmodul, das den klassischen Kühlergrill ersetzt. Das Opel-Emblem, der ″Blitz″, ist seit der Pflege beleuchtet – und das ab Werk.
▶ Innenraum & Ausstattung
Die diversen ″Intelli″-Extras haben allesamt Mehrwert
Opel beleuchtet beim gelifteten Opel Astra Sports Tourer außerdem die schmalen Lufteinlass-Blenden im Stoßfänger. Bei den Frontscheinwerfer – der zweiten große Exterieur-Modellpflegemaßnahme – ist das Licht mehr als Zierde. Von den 50.000 Lichtpixel des adaptive ″Intelli-Lux HD Lichts″ haben allerdings nicht nur die entgegenkommenden Verkehrsteilnehmer etwas. Auch die Insassen des Astra-Kombis, vor allem der Fahrer, profitieren. Wie es sich gehört, steht hier vor dem Profit die Investition.
Fix verbaut sind die Matrix-Scheinwerfer in der Topausstattung ″Ultimate″. In der mittleren Ausstattung ″GS″ können sie über das ″Tech″-Paket installiert werden. Das ″Intelli″ taucht im gelifteten Astra Sports Tourer noch an anderen Stellen und selbst in der Basisausstattung ″Elegance″ auf. Seit der Modellpflege sind vorne die ″Intelli″-Sitze Serie. Sie haben in der Sitzfläche eine Vertiefung, die das Steißbein entlastet.
Die ergonomischen Sitze sind jetzt Serie – das großzügige Platzangebot bleibt es
Wer regelmäßig längere Strecken absolviert, wird die ergonomische Aufwertung der Seriensitze begrüßen. Allerdings sollte man in dem Fall gleich zu den noch komfortableren ″Intelli″-Sitzen mit dem AGR-Gütesiegel (Aktion Gesunder Rücken e.V) greifen. Soll der Komfortgewinn nur dem Fahrer zukommen, genügt dafür die ″GS″-Ausstattung. Soll auch der Sozius damit veredelt werden, ist serienmäßig nur die ″Ultimate″-Linie gut genug.
Hier sind die Vordersitze zudem beheizt. Das Platzangebot ist in allen drei Ausstattungen dasselbe: namentlich ist es gleich exzellent. In Zahlen ausgedrückt heißt das: Auch mit über 2 Metern hat man vorne genug Platz. Hinten wird es ab einer Größe von rund 1,90 Metern eng: konkret für die Beine. Damit ist der Astra Sports Tourer hinten einen Hauch enger als der 5-Türer. Beim Stauraumvolumen wendet er das Blatt.
Als Kombi packt der Astra 597 bis 1.634 Liter ein; die Schräghecklimousine schafft 422 bis 1.339. Was kann die Konkurrenz wegstecken? Der Skoda Octavia Combi verstaut im Kofferraum 640 bis 1.700, der VW Golf Variant 611 bis 1.642 Liter. Anders gesagt. Der Kofferraum des Astra Sports Tourer, er fasst so viel wie der des Golf-Kombis. Praktisch ist der Opel ebenso. Die Ladekante liegt nur 61 Zentimeter hoch – 8 tiefer als beim 5-Türer.
Die 1-Zonen-Klimaautomatik ist uns ab Werk weiter zu wenig – die Bedienung und Grafiken haben beim Facelift gewonnen
Außerdem stattet Opel den Astra Sports Tourer serienmäßig mit einer dreiteiligen Rückbank-Lehne aus; und einem variablen Kofferraumboden. Dass hier nach der Überarbeitung nach wie vor nur eine 1-Zonen-Klimaautomatik eingesetzt wird: das stört uns im Kombi mit seinem größeren Innenraum noch mehr als im Schrägheck. Selbst die optionale 2-Zonen-wäre besser eine 3-Zonen-Variante. Darüber hinaus war Opel beim Facelift innen aber keineswegs untätig.
Um das Interieur zu verfeinern, gibt es neue, vollkommen vegane Stoffe und Velour-Leder. Die graphischen Darstellungen wurden entstaubt und wirken moderner. Noch wichtiger war unserer Meinung nach die Überarbeitung der Menüs und Oberflächen auf dem Touchscreen. Denn sie erleichtern das Bedienen. Die Anzeigen und ihr Aufbau bleiben unverändert. Ab Werk verbaut Opel zwei direkt aneinander anschließende 10-Zoll-Anzeigen: links das Fahrerinfo-Display, rechts den Touchscreen.
Navigieren kann der Astra Sports Tourer serienmäßig weiterhin nur im Topmodell; gleiches gilt fürs kabellose Smartphoneladen. Die Schnellwahl-Tastenleiste und der Lautstärke-Drehregler unter dem Touchscreen behalten ihre Vorzüge in puncto Bedien-Ökonomie bei.
▶ Motor & Antrieb
Der Diesel ist grundsolide, der Mild-Hybridbenziner aber effizienter und schwungvoller
Damit können wir unsere Aufmerksamkeit auf die Antriebe richten. Neben dem vollelektrischen und dem Plug-in-Hybridantrieb hat Opel für den Astra Sports Tourer weiter zwei Verbrenner im Programm. Der 1,5 Liter großer Vierzylinder-Turbodiesel ist seit Ende des Jahres 2023 unverändert. Er leistet 130 PS bzw. 300 Nm – und ist seit 2023 immer an eine 8-Stufen-Automatik gebunden (Energieverbrauch (kombiniert) 5,0 bis 5,1 l/100 km, CO2-Emission (kombiniert) 132 bis 134 g/km, CO2-Klasse D).
Seine Höchstgeschwindigkeit von 209 km/h ist jener des zweiten Verbrenners ebenbürtig; sein Antritt von 0 auf 100 ist mit 10,6 Sekunden aber deutlich langsamer. Der zweite im Verbrenner-Bunde ist der 1.2 Hybrid. Der Dreizylinder-Turbobenziner leistet 136 PS; verstärkt wird er von einem 48-Volt-Mildhybridsystem und dessen 21-PS-Elektromotor. Zusammen kommen sie auf eine Systemleistung von 145 PS und 230 Nm (Energieverbrauch (kombiniert) 5,0 bis 5,1 l/100 km, CO2-Emission (kombiniert) 112 bis 114 g/km, CO2-Klasse C).
▶ Komfort & Fahrgefühl
Der Federungskomfort des Fahrwerks bleibt verbesserungswürdig
Mit dem Mild-Hybridbenziner ist der Opel Astra Sports Tourer dynamischer, spritziger unterwegs als mit dem Diesel. Erstaunlich ist, dass er praktisch gleich viel Sprit verbrennt. Im Test sind es im Schnitt bei beiden rund 5,5 Liter. Der Benziner hat den geringen Verbrauch dem Mild-Hybridsystem zu verdanken. Der ins 6-Gang-DSG integrierte Elektromotor kann bis 30 km/h sogar als Solist antreiben. Anders gesagt: Der Astra Kombi kann mit dem 1.2 Hybrid rein elektrisch anfahren und einparken.
Den moderaten Verbrauch verdankt der Astra Sports Tourer auch seiner guten Aerodynamik. Sie hält auch die Windgeräusche angenehm leise. Beim Test des Fahrwerks findet sich der kompakte Rüsselsheimer in einer ungewohnten Rolle wieder. Er ist mit seiner Verbundlenkerachse technisch nicht auf dem letzten Stand. Von den Insassen bleibt das keineswegs unbemerkt. Sagen wir es charmant: Der Federungskomfort könnte besser sein – der VW Golf Variant setzt hier weiter den Standard.
Wie es scheint, fällt der Opel Astra Sports Tourer damit kurz in alte Muster zurück. Denn auch bei der Sicherheit muss er sich hinter dem VW Golf anstellen. So sieht es zumindest der Euro-NCAP-Crashtest der dem VW 5, dem Opel nur 4 von 5 Sternen verleiht. Für ein besseres Ergebnis fehlten bspw. hinten die Knieairbags. Die Kindersicht auf den zwei äußeren Fondsitzen ist dafür sehr gut – und auch die aktive Sicherheit hat ein hohes Niveau. Damit es sehr hoch wird, muss zu guter Letzt wieder ein ″Intelli″-Extra her: der ″Intelli-Drive 1.0″ mit seinem Toter-Winkel- bzw. Querverkehrswarner und seinem aktiven Spurhalte-Assistenten
▶ Kosten
Die Modellpflege hält den Preis
Der Preis des Opel Astra blieb bei der Modellpflege stabil. Fürs Basismodell sind knapp mehr als 30.000 Euro fällig; für den Diesel noch einmal ca. 2.000 Euro mehr. Soll der VW Golf mild-hybrid angetrieben werden, kostet er mehr als der Opel. Der Diesel ist beim Wolfsburger Geschichte. Der Hyundai i30 bewegt sich mit vergleichbarer Leistung auf einem vergleichbaren Preisniveau.
Fazit
Der Opel Astra Sports Tourer präsentiert sich als sportlich-eleganter Kombi mit gelungenem Gesamtpaket. Die Modellpflege bringt dezente Änderungen wie den beleuchteten Opel-Blitz und optional bessere Intelli-Lux-HD-Scheinwerfer. Innen verbessern ergonomischere Sitze und eine optimierte Bedienung den Komfort, während Platz- und Kofferraumangebot auf dem Niveau des Volkswagen Golf Variant liegen. Beim Fahrwerk und bei der passiven Sicherheit hat der VW jedoch weiterhin leichte Vorteile.
Ideal ist der Astra Sports Tourer für Fahrerinnen und Fahrer, die einen stilvollen, praktischen Kombi mit viel Stauraum und effizienten Antrieben für Alltag und Familie suchen.
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