Mazda 6 Kombi Test (2015): die Premium-Mittelklasse im Visier

Als der Mazda 6 den 626 an der Spitze der Mazda-Modellpalette ablöste, schrieben wir das Jahr 2001. Mittlerweile, seit 2013, ist der Mittelklassler in der dritten Generation unterwegs – und Mazda hat 2015 mit einer Modellpflege optisch und technisch noch einmal nachgelegt. Der 6er soll sich jetzt nicht nur gegen einen Opel Insignia oder einen Skoda Superb, sondern auch gegen einen VW Passat, einen A4 und einen BMW 3er behaupten. Ob er dazu wirklich das Zeug hat? Wir haben es mit dem Mazda 6 Kombi getestet.

Mazda-6-Optik: ein Gepard auf 4 Rädern

mazda_6_kombi_2016_ausen_vorne_dynamischIn puncto Design war der Mazda 6 dabei bereits vor der jüngsten Modellpflege ein viel gerühmtes Vorbild. Die neue „KODO“-Designsprache, die – so die Japaner – von der Kraft und Geschmeidigkeit des Geparden inspiriert ist, heimst einen Designpreis nach dem anderen ein – und das zu recht. Im Vergleich mit dem Mazda 6 nehmen sich die meisten anderen Kombis aus Mittelklasse nämlich träge und bieder aus.

mazda_6_kombi_2016_innen_cockpit_head-up-displayDer Japaner hingegen strotzt vor Dynamik und Sportlichkeit ohne es mit dem Muskelspiel zu übertreiben. Das verleiht ihm eine gewisse Eleganz, die dank der frisch gezeichneten LED-Scheinwerfer nun mit einem Hauch Koketterie gewürzt ist. Viel mehr hat Mazda beim Facelift außen übrigens auch nicht verändert, innen hingegen zogen gleich mehrere Neuerungen ein. Die augenscheinlichste ist das Head-up-Display, das die wichtigsten Fahrinformationen auf die Windschutzscheibe projiziert. Allerdings ist das Display etwas klein geraten und zudem der Top-Ausstattung „Sports-Line“ vorbehalten.

Solide Neuerungen im Inneren

mazda_6_kombi_2016_innen_cockpitIn den Genuss des verbesserten Infotainment-Systems „MZD-Connect“ (Digitalradio, umfangreiche Online-Anbindung und App-Unterstützung, etc.) und der feiner gepolsterten sowie ergonomischer geformten Sitze kommen hingegen alle Mazda-6-Kombi-Fahrer. Auch die komfortable elektronische Parkbremse verbauen die Japaner ab Werk. Serienmäßig bietet der neue 6er außerdem ein sauberer verarbeitetes Cockpit und – wie gehabt – ein oberklasseverdächtiges Platzangebot. Ob vorne oder auf der Fondbank, im japanischen Kombi finden auch Passagiere jenseits der 1,90 genügend Freiraum für Köpfe und Beine. Deshalb fällt es kaum ins Gewicht, dass der Innenraum wenig Variabilität bietet. Der Kofferraum präsentiert sich mit den im Verhältnis 60:40 umklappbaren Rücksitzlehnen jedoch sehr anpassungsfähig. Entriegelt werden die Lehnen entweder vom Innen- oder vom Kofferraum aus, das Umlegen selbst erledigt eine Feder.

Ein Kofferrraumvolumen aus der Oberklasse

mazda_6_kombi_2016_innen_kofferraumDas Kofferraumvolumen wächst so von 522 auf 1.664 Liter, womit der Mazda in dieser Disziplin zu den Mittelklasse-Größen zählt. Im Heck des BMW 3er Touring verschwinden bspw. nur 495 bis 1.500 Liter, in dem des Audi A4 Avant 505 bis 1.510. Lediglich ein VW Passat und ein Skoda Superb packen mit 650 bis 1.780 bzw. 660 bis 1.950 Litern um Einiges mehr weg.

Der Mazda 6 kontert dieses Übermaß mit einer sehr niedrigen Ladekante von nur 63 Zentimeter. Vorsicht ist allerdings weiter oben geboten, denn die Heckklappe öffnet lediglich auf eine Höhe von knapp 180 Zentimeter. Weshalb wir das so betonen? Wahrscheinlich, weil wir es gleich zwei Mal an dieser Vorsicht fehlen ließen. Aber sei’s drum. Den Ärger über derlei Sorglosigkeit fährt man sich am besten gleich von der Seele, mit aller gebotenen Vorsicht, versteht sich.

Drei Otto-, zwei Dieselmotor & eine besondere Energierückgewinnung

mazda_6_kombi_2016_technik_motor_skyactivMazda offeriert für dieses Vorhaben zwei Ottomotoren und einen Diesel in insgesamt fünf verschiedenen Leistungsstufen. Die beiden Dieselvarianten bauen dabei auf ein und demselben Aggregat auf, namentlich dem 2.2 SKYACTIV-D, einem 2.191 cm³ großen Vierzylinder-Reihenmotor mit Common-Rail-Einspritzung und Biturbo-Aufladung. In der Basisausbaustufe leistet der Diesel 150 PS und ab 2.000 Touren 380 Nm, in der stärkeren Version 175 PS und 420 Nm. Sie beschleunigen den 6er auf maximal 211 respektive 223 km/h und in 9,1 bzw. 7,9 Sekunden von 0 auf 100. Seit der Modellpflege sind beide Dieselmotoren – ausschließlich im Kombi übrigens – auch mit Allradantrieb erhältlich (2.000 Euro Aufpreis); der Topdiesel bleibt aber weiterhin exklusiv der Topausstattung vorbehalten – schade, denn das erhöht den Einstiegspreis.

mazda_6_kombi_2016_ausen_seite_statischZum Glück sind beide Selbstzünder sehr aufs Sparen bedacht: mit Hilfe eines besonders flott reagierenden Start-Stopp-Systems; und eines speziellen Bremsenergierückgewinnungs-Systems namens „i-ELOOP“ mit einem Kondensator anstatt einer Batterie. Das Resultat: Ein Normverbrauch von 4,2 (110) bzw. 4,6 (122 Gramm CO2) und ein Testverbrauch von 5,6 bzw. 5,7 Litern.

Die drei Benziner setzen zwar auf dieselbe Spritspartechnologie, kommen mit 5,6 bis 6,4 Litern NEFZ-Verbrauch (131 bis 150g) an diese Werte aber nicht heran. Seinen Anteil daran hat die Tatsache, dass Mazda bei ihnen auf eine Turboaufladung verzichtet. Der Leistung schadet das jedoch kaum, denn bereits der Basisbenziner, der 145 PS starke SKYACTIV-G 145, zieht kräftig an: unter 10 Sekunden von 0 auf 100 und in der Spitze auf fast 210 km/h.

Gesteigerter Komfort & neue Sicherheitsassistenten

  mazda_6_kombi_2016_technik_licht_ledDer Mazda 6 Kombi selbst reagiert auf diese Reize entweder mit stoischer Gelassenheit: er federt ausgesprochen komfortabel; oder mit rhythmischen Wedelbewegungen, wenn man ihn z.B. durch das Kurvengeschlängel einer Passastraße dirigiert. Sowohl in puncto Federungskomfort wie in Bezug auf die Agilität hat die Modellpflege dabei spürbare Verbesserungen gebracht.

Das gilt schließlich auch für die Sicherheitssysteme: Taghelle Voll-LED-Scheinwerfer, ein Abstands-, ein Spurhalte- sowie ein Notbremsassistent und ein Müdigkeitswarner, all das gibt es jetzt für den Mazda 6 – leider in der Mehrzahl aber wieder nur für die Topausstattung „Sports-Line“.

Fazit zum Mazda Kombi

Der neue Mazda 6 Kombi wurde rundum verbessert – vom Komfort über die Sicherheit bis hin zur Multimediatechnik – und hat sich so zu einem ernsthaften Gegner für die deutsche Mittelklassen-Konkurrenz gemausert. Wer weniger auf Prestige und vielmehr auf die Qualität bzw. den Preis bedacht ist, wird in ihm einen ziemlich perfekten Mitteklassewagen finden. Bei MeinAuto.de kostet der 6er Kombi ab 20.788 Euro, 20,7% bzw. fast 5.300 weniger als gelistet. (nau)

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