Seat Ibiza Test: kleine Ausmaße, große Vielfalt

08.10.2014 Alle Testberichte

Nicht viele Kleinwagen können von sich behaupten, einen eigenen Stil- bzw. Modellberater zu haben. Der Seat Ibiza, er kann und er gibt sich - geht es nach dem hauseigenen Ratgeber - entweder sparsam, sportlich oder geräumig. Für das aktuelle Modelljahr hat die spanische VW Tochter dabei, was Motorisierung und Ausstattung betrifft, noch einmal nachgebessert. Was es gebracht hat, das haben wir uns im Test angesehen.

Die Karosseriefrage: schick, sportlich oder geräumig


Der neue Seat Ibiza 2012Die vierte Generation des Seat Ibiza tourt seit 2013 runderneuert durch die Lande und wird dabei in drei Karosserievarianten angeboten: als herkömmliche, fünftürige Limousine, als sportlicher Dreitürer namens SC („Sportcoupé“); und als Kombi mit dem Kürzel ST. Damit hat der Ibiza seinem großen Bruder, dem VW Polo, und den meisten anderen Kleinwagen etwas voraus, denn Kombis sind in dieser Wagenklasse rar geworden. Das Aussehen der drei Ibiza-Varianten hat sich dabei über die letzten, gut 30 Jahre stark gewandelt; aus einem unscheinbaren, kantigen Stadtauto ist ein geschliffener Cityflitzer geworden. Die Modellpflege hat außen jedoch nur Kleinigkeiten verändert, unter anderem die Form der Scheinwerfer, Stoßfänger und des Kühlergrills. Erstmals im Angebot - wenn auch nur optional - sind LED-Heckleuchten. Im Innenraum ist Seat die Sache dagegen forscher angegangen, hier haben sie etwa die Mittelkonsole radikal aufgeräumt, das Handschuhfach vergrößert und den Sitzmöbeln mehr halt und Sitzkomfort verpasst.

Weitgehend gleich geblieben ist indessen das Platzangebot in den drei Ibiza-Varianten. Im Fond am wenigsten Freiraum bietet der Dreitürer, bei dem auch das Einsteigen einiges an Flexibilität verlangt. Dieses Manko teilt er aber brüderlich mit seinen dreitürigen Kleinwagengenossen. Recht komfortabel und unbedrängt sitzt man auf der Rückbank hingegen in der fünftürigen Limousine und im Kombi. Der Ibiza ST hat, wenig überraschend, auch beim Kofferraumvolumen die Nase vorn, wo er sein Längenplus von 20 Zentimetern geschickt ausspielen kann. Knapp 140 Liter mehr als die Limousine nimmt der Kombi bei aufgestellter Rückbank auf, 430 zu 292 respektive 284 (SC) Liter sind es, um genau zu sein. Legt man die Fondbank in die Horizontale, werden im Kombi daraus 1.164 Liter, in der drei - und fünftürigen Limousine stehen rund 930 Liter zur Verfügung. Zum Vergleich: der VW Polo packt maximal 952, der Citroen C3 1.000 Liter ein. Unerreicht bleibt hier der dritte Kleinwagenspross des VW-Konzerns, der Skoda Fabia. Als Combi wird er in der neuen Generation 530 bis 1.395 Liter schleppen können.

Motoren: von Sparfüchsen und Wirbelwinden


Der neue Seat Ibiza 2012Die Konkurrenz hat also einiges auf dem Kasten und so kann es sich selbst ein frisch renovierter Baleare nicht leisten, lange auf der faulen Haut zu liegen. Seat offeriert den Ibiza deshalb seit einigen Monaten mit verbesserter Serienausstattung und attraktiven Zusatzpaketen. Ab Werk integriert sind nun bspw. ein Berganfahrassistent - ausgenommen davon der Ibiza 1.2 60 PS - und eine Reifendruckkontrolle. Gegen 270 Euro Aufpreis bauen die Spanier in die beiden Limousinen zudem eine Rückfahrkamera ein, die ihre Bilder im Rückspiegel anzeigt. Wie das neue Design-Paket mit dem farbenfrohen Namen "Schwarz" (es enthält u.a. schwarze Außenspiegel und schwarze Leichtmetallfelgen mit 17-Zoll-Pneus) gibt es dieses Extra allerdings erst ab den Ausstattungslinien FR und Style.

Eine weitere Neuerung für das Modelljahr 2015 ist der überarbeitete 1.4 TSI Motor, der schon im Polo seine Arbeit verrichtet. Der Vierzylinder-Turbobenziner stemmt dabei nicht nur 140 PS und ab 1.500 Touren 250 Nm auf die Welle, er dreht - wenn er einmal unterfordert ist - auch fast unmerklich zwei Zylinder ab. Der Normverbrauch sinkt so auf 4,7 Liter und 109 Gramm CO2, trotzdem mangelt es dem Turbobenziner nicht an Leistung. 7,8 Sekunden für die Null-hundert-Übung und 210 km/h Topspeed können sich bei einem Kleinwagen wahrlich sehen lassen. Unter dem Namen Cupra bietet Seat für den Dreitürer sogar einen noch kräftigeren 1.4 TSI an, der dank 180 PS den Ibiza in weniger als 6 Sekunden auf Tempo hundert beschleunigt.

Agiles Handling, verbesserte Sicherheit


Stärker der Effizienz verpflichtet sind indessen die Turbodiesel des Ibiza, die mit Common-Rail-Einspritzung, 4 Zylindern und wahlweise 1.2, 1.6 und 2.0 Litern Hubraum angeboten werden. Als Obersparfuchs fungiert dabei der 75 PS starke 1.2 TDI Ecomotive, der sich nominell mit 3,4 Litern begnügt; als Kraftmeier der 2.0-TDI mit 143 PS und 320 Nm Drehmoment, der den Standardspurt in flotten 8,2 Sekunden absolviert und trotzdem mit 4,6 Litern auskommt. Und wie fährt sich der Ibiza mit diesen Aggregaten? Dank der präzisen Servolenkung und der knackigen Abstimmung gewohnt sportlich und schwungvoll, ist die Antwort. Wobei die Spanier mittlerweile auch bei der Sicherheit des lebensfrohen Ibiza stark nachgebessert haben (serienmäßig Thorax-Airbags, Bremskraftverstärker, usw.).

Der neue Seat Ibiza 2012 SeiteTest-Fazit: Der Seat Ibiza steht dank der aufgestockten Serienausstattung, einer größeren Auswahl bei den Extras und dank des neuen 1,4-Liter Turbobenziners noch besser da, egal ob man sich nun für den flotten Dreitürer SC, die gediegene Limousine - oder den praktischen Kombi ST entscheidet. Und was kostet die kleine Vielfalt? Als Fünftürer gibt es den Seat Ibiza bei MeinAuto.de ab 9.202 Euro. Der Basispreis für den Dreitürer SC liegt bei 8.690 Euro, der für den Seat Ibzia ST bei 9.789 Euro. (nau)

Und die Kleinwagenkonkurrenz, was kosten die in unserem Autohaus? Der VW Polo startet bei 9.786 Euro und 25% Rabatt, der Citroen C3 bei 9.552 Euro; und der Fiat Punto 8.615 Euro und gut 31% Preisnachlass. Doch nicht nur bei den Modellen, sondern auch bei der Autofinanzierung haben Sie bei uns eine reichhaltige Auswahl: vom zinsgünstigen Autokredit bis hin zum flexiblen Auto Leasing.









 
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