Winterreifen: Worauf man achten sollte + Tipps & Tricks

Viele Autofahrer fragen sich: Welcher Winterreifen ist der Richtige? Wo kaufe ich den Reifen? Worauf muss ich achten? Welche Produkte haben ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis und gibt es wirklich eine Winterreifenpflicht? Ab Herbst beschäftigt die Menschen das Thema immer wieder, denn viele halten sich an die O+O-Regel (Oktober bis Ostern) und fahren mit wintertauglicher Bereifung. Die wichtigsten Fragen rund um Winterreifen wollen wir hier beantworten. Dabei fangen wir bei der Profiltiefe an und arbeiten uns bis zu Testergebnissen vor. Natürlich blicken wir auch auf gesetzliche Bestimmungen sowie Empfehlungen von Institutionen wie dem ADAC.

Profiltiefe, Verordnungen und Empfehlungen

Grundsätzlich gilt für Winterreifen eine minimale Profiltiefe von 1,6 mm, allerdings nimmt schon vorher die Leistung vieler Produkte ab. So gibt der ADAC an, dass schon unter 4 mm die Wintereigenschaften nachlassen. Somit empfiehlt sich ein frühzeitiger Austausch. Wer sicher gehen will, dass sich die Winterreifen gleichmäßig abfahren, sollte die Reifen vom Experten wuchten lassen und von Winter zu Winter achsweise wechseln. Darüber hinaus spielt das Alter der Reifen eine wichtige Rolle, spätestens nach sechs Jahren sollte man die Winterreifen wechseln. Grund dafür ist, dass die Gummierung im Laufe der Zeit zu hart wird. Unabhängig von den Empfehlungen des ADAC gelten folgende gesetzlichen Bestimmungen:

  • Es gibt keine grundsätzliche Winterreifenpflicht
  • Pflicht zu Winterreifen gibt es nur für diejenigen, die bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte auf der Fahrbahn unterwegs sind. Das heißt Winterwetter = Winterreifen
  • Für den Winter geeignet sich Reifen, die mit M+S (Matsch und Schnee) gekennzeichnet sind
  • Es gibt keinen bestimmten Zeitraum
  • Für das Fahren ohne Winterreifen wird ein Bußgeld von 40 Euro + 1 Punkt fällig, wer dazu den Verkehr ohne wintertaugliche Bereifung behindert, muss 80 Euro zahlen und bekommt einen Punkt

Der ADAC empfiehlt bei Winterreifen auch auf das Schneeflockensymbol zu achten. Das gilt sowohl für klassische wintertaugliche Bereifung als auch für Ganzjahresreifen.

Winterreifen im Sommer

Winterreifen im Sommer sind nicht zu empfehlen. Der ADAC gibt klar an, dass die Schwächen vor allem beim Bremsweg liegen. Bis zu 16 Meter kann der Unterschied auf trockener Fahrbahn betragen. Aufgrund dieser Tatsache empfiehlt es sich nicht mit diesen Reifen im Sommer zu fahren. Einziger Vorteil ist das Verhalten bei nasser Straße, hier schneiden Winterreifen ordentlich ab.

Tests helfen beim Kauf

Jetzt haben wir einen Überblick zu den Bestimmungen und Empfehlungen bekommen. Dadurch wissen wir noch nicht, welche Winterreifen gut und günstig sind. Welche Modelle haben das beste Preis-Leistungs-Verhältnis? Woran können wir uns orientieren? Wir haben die Antworten!

Das beste Medium für Informationen ist das Internet, hier bekommen wir zahlreiche Winterreifen-Tests geboten. Sowohl ADAC als auch ACE und GTÜ präsentieren die besten Reifen für die kommende Wintersaison. Fest steht, dass der Firestone Winterhawk 3 gut abgeschnitten hat. ADAC und GTÜ / ACE gaben gute Noten. Großer Vorteil für dieses Modell ist der Preis, der bei etwa 260 Euro liegt. Zu den Besten zählen durchweg Continental und Dunlop. Auch Goodyear, Semperit und Nokian konnten gute Noten erzielen. Dabei wurden die Reifengröße 185 / 60 R15 (Kleinwagen) getestet. Bei größeren Fahrzeugen (Kompaktwagen wie der VW Golf) schneiden Continental, Bridgestone, Michelin und Uniroyal gut ab. Die Testergebnisse verraten auch, welche Winterreifen besonders sparsam sind. Grundsätzlich verbrauchen Autos im Winter mehr Sprit. Das liegt am langsam warm werdenden Motor, aber auch am höheren Rollwiderstand der Winterreifen. Unten bekommt Ihr die verschiedenen Ergebnisse auf einen Blick.

Weitere Testberichte: 2014 / 2015

Zu jedem wechsel von Sommer- auf Winterreifen und von Winter- auf Sommerreifen testet der ADAC die neusten Modelle der Reifenhersteller. Hier finden Sie folgende Testberichte:

Nun wissen wir, welche Winterreifen wir kaufen können. Jetzt stellt sich die Frage nach dem Wo. Wie beim Kauf von Neuwagen bietet sich ein Preisvergleich bei verschiedenen Anbietern an. Preise notieren und am Ende ein gutes und günstiges Modell kaufen. Weitere Informationen zum Winterreifen finden Sie hier.

Winterreifen: Ein wichtiger Sicherheitsfaktor

Welche Reifen passen zu meinem Auto?

Wer kein ausgesprochener Auto-Experte ist, fragt sich: Welche Größe passt auf mein Auto? Hier empfiehlt sich einerseits ein Gespräch mit einem Reifenhändler, der schnell sagen kann, welcher Winterreifen passt. Bei Internet-Händlern hat man sich mittlerweile darauf eingestellt und kann im Bestellprozess das Modell auswählen und bekommt lediglich die Reifen angezeigt, die passen. Wer dennoch genau wissen möchte, welche Reifen auf das Auto passen, findet in der Zulassung / Fahrzeugschein einen Schlüssel, über den man im Internet alle Informationen findet. Möchtet Ihr größere Reifen fahren, die nicht im Fahrzeugschein stehen, gibt es zwei Dinge zu beachten. Seid Ihr mit dem alten Fahrzeugschein unterwegs, besteht nachträglich die Möglichkeit etwas eintragen zu lassen. Grundsätzlich darf man aber nur die Modelle fahren, die im Fahrzeugschein vermerkt sind. Habt Ihr dagegen einen neuen Fahrzeugschein, dann muss der gefahrene Reifen nicht mit dem im Schein übereinstimmen. Hier gilt der EG-Übereinstimmungsbescheinigung. Einfacher ist allerdings eine Frage beim Reifen- oder Autohändler.

Wofür stehen die Kürzel?

Wofür stehen die Kürzel bzw. Zahlen auf den Winter- oder Sommerreifen? Zum Beispiel 185 / 60 R15:

  • 185 = 185 mm Reifenbreite
  • 60 = Höhen-Breiten-Verhältnis in Prozent
  • R = Reifenbauart (R = radikal oder D = diagonal)
  • 15 = Felgendurchmesser in Zoll
  • 85 = in einigen Fällen steht der Tragfähigkeitsindex dabei (85 = 515 kg)
  • H = oftmals gibt es einen letzten Buchstaben, der für die maximale Geschwindigkeit steht (H = 210 km/h)

Winterreifen richtig lagern

Auch beim Lagern der Reifen gilt es einiges zu beachten. Vor der Einlagerung sollte man den Luftdruck um 0,5 Bar im Vergleich zur Herstellerangabe erhöhen. Darüber hinaus ist eine Kennzeichnung der Bereifung hilfreich, zum Beispiel VR für „vorne rechts“. Reifen mit Felgen sollten gestapelt werden und in kühlen, trockenen und dunklen Räumen untergebracht werden. Allerdings bietet eine Werkstatt gegen eine kleine Gebühr und manchmal sogar kostenlos eine Einlagerung an.

 
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