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Abarth 595C 2021/22 (Test 2022): Wehrt das getunte Cinquecento-Cabrio den Angriff des E-Modells ab?

Größer als mit einem Fiat 500C kann der Fahrspaß kaum sein. Die Dynamik eines Gokarts gepaart mit offenem Frischluft-Vergnügen, das dank E-Antrieb frei von Abgasen ist – Herz, was willst du mehr? Einen Abarth 595C, sagt das Herz. Die Abarth-Modelle sind mit der Fusion von Fiat und dem PSA-Konzern zu einer eigenen Marke aufgestiegen. Zur Feier gibt es eine umfassende Modellpflege. Wir drehen mit dem Abarth 595C 2021/22 ein flotte Testrunde.

Inhalte des Testberichts zum Abarth 595C:

      1. Technische Daten
      2. Konkurrenzmodelle
      3. Unser Fazit

Abarth-595c_1

© Abarth

Abarth bleibt beim Turbobenziner – überarbeitet aber die “Ranges”

Auch 2022 gilt, was bereits 2021 galt. Durch die Adern des Cinquecento-Cabrios von Abarth fließt exklusiv bester raffinierter Urpflanzensaft, d.h. Benzin. Das Stromern überlassen die Edeltuner aus Turin nach wie vor der Muttermarke und ihrem neuen Fiat 500Ce. Das E-Cabriolet verleitet jedoch zum Vergleich. Fiat ruft für den 500Ce einen Startpreis von 33.990 Euro aus; mit dem Umweltbonus sinkt der Startpreis auf 24.990 Euro. Der Elektromotor des offenen e-Cinquecento leistet 118 PS, die Batterie speichert 42 kWh. Der 0-100-Sprint gelingt in neun Sekunden, in der Spitze schafft der kleine Stromer 150 km/h – mit einer Akkufüllung fährt er real um die 250 Stundenkilometer. Soweit das Modell der Mutter. Wie stark und schnell ist im Vergleich dazu der 595C der Tuner von Abarth – und wie viel kostet das getunte Cabrio?

Beginnen wir mit dem Preis. Der Abarth 595C kostet 2022 exakt 1.000 Euro mehr als nach der Überarbeitung 2021. Das Cabrio startet ab 24.590 Euro, sprich 400 Euro unter dem 500Ce. Ab 2023 wird der Preisunterschied wieder deutlich größer werden: die E-Autoförderung fällt ab diesem Datum Schritt für Schritt geringer aus. Zurück zum 595C, zurück zum Benzin, zurück ins Modelljahr 2022. In dem hat sich beim Abarth 595C erneut einiges verändert. Abarth hat die “Ranges”, die Ausstattungslinien umstrukturiert. 2021 hießen die vier Ranges “595”, “595 Turismo”, “595 Competizione” und “595 Esseesse”. 2022 geht das Cabrio in den vier Ranges “595”, “F595”, “595 Turismo” und “595 Competizione” an den Start. Die ehemalige Topausstattung ist zum 695 Esseesse aufgestiegen.

Mit dem neu strukturierten Angebot verändert sich auch das Leistungsspektrum des Abarth 595C. 2021 folgt die Leistung dem Takt 145, 165, 180 und 180 PS bzw. 206, 230, 250 und 250 Nm. 2022 verschiebt sich der Takt leicht. In den vier Ranges leistet das Cabrio 145, 165, 165 und 180 PS bzw. 206, 230, 230 und 250 Nm. Diese Leistungen schöpft das Cinquecento-Cabriolet von Abarth aus der gleichen Quelle wie bisher: einem 1.368 cm³ großen 4-Zylinder-Turbobenziner (Kraftstoffverbrauch kombiniert WLTP: 6,9 Liter auf 100 km, 157 g/km CO2 und Energieeffizienzklasse F). In jeder Range reichert Abarth diese Quelle mit unterschiedlichen Zutaten an: vom Turbolader über den Luftfilter bis zur Auspuffanlage. Am Ende sollte für jeden Geschmack etwas dabei sein.

Abarth 595C Turismo

© Abarth

Abarth 595C – Einstiegsmodell begeistert weiter, wird aber teurer

Im Einstiegsmenü bzw. -Modell wird der 1.4. T-Jet mit einem Turbolader des Thüringer Spezialisten IHI, einem herkömmlichen Luftfilter und einem manuellen 5-Gang-Getriebe kombiniert. Dank eines Leistungsgewichts von 7,1 Kilo pro PS spurtet das Cabrio im “Scorpion Mode” in 7,8 Sekunden von 0 auf 100 km/h, in der Spitze schafft es 210 Stundenkilometer. Schon im Basis-Abarth verschwindet das 500Ce also bald aus dem Rückspiegel. Kein Vergleich ist auch der Klang: Das Fiat 500Ce surrt samtig, der Abarth 595C röhrt markig aus einer zweiflutigen Sportauspuffanlage. Der unbändige Vorwärtsdrang verlangt konsequenterweise nach begleitenden Fahrwerks-Anpassungen. Das Basismodell stellt Abarth auf ein tiefergelegtes Sportfahrwerk; ein elektronisches Sperrdifferential bringt mehr Grip an der Vorderachse (Torque Transfer Control).

Eine der Leistung angemessene Bremsleistung garantiert das Hochleistungsbremssystem mit 22 Millimeter starken und 284 Millimeter großen vorderen Bremsscheiben; und 11 Millimeter starken bzw.  240 Millimeter großen hinteren. Diese Fahrspaß-Extras kennen wir bereits aus dem gelifteten Vorjahresmodell. Auch die Ausstattungsdetails sind weitgehend gleichgeblieben. Der 595C steht auf 16 Zoll großen, grauen Leichtmetallfelgen im “Scorpione”-Design. Innen verbaut Abarth das Fiat Infotainmentsystem “Uconnect Radio”: mit einem 7-Zoll-Touchscreen, Digitalradio (DAB+) und vollwertiger Smartphone-Integration. Eine Änderung aber gibt es – und sie gefällt uns nicht. Die Klimaautomatik wird durch eine manuelle Klimaanlage ersetzt. Eine automatische Temperaturregelung kostet im 595C – und auch im F595C – jetzt 390 Euro extra; erst ab dem 595C Turismo ist sie Serie.

Mit dem F595C ist das passende Stichwort für einen Szenen-Wechsel gefallen. Die neue, zweite Range steckt voller Rennsportgene. Das “F” ist ein Verweis auf die Formel 4, für deren “Monoposti” Abarth die Motoren liefert. Beim Motor handelt es sich um eben den 165 PS und 230 starken 1.4. T-Jet, der im F595C rumort. Er wird von einem Garrett-Turbolader aufgeladen und drückt das Leistungsgewicht auf 6,3 Kilo; mit ihm sinkt auch die Zeit für den Standardsprint auf 7,3 Sekunden; in der Spitze schafft er 218 km/h. Neben der manuellen Schaltbox liefert Abarth für den F595C optional ein automatisiertes Fünfganggetriebe. Wieder mit von der Partie ist auch die “Sport”-Taste für den “Scorpion Mode”. Sie gibt 15% mehr Drehmoment frei und würzt die Lenkung, die Klappensteuerung der Abgasanlage und die Abstimmung des ESP nach.

Abarth 595 Competizione 2022 als neues Topmodell

Den Standard-Luftfilter tauscht Abarth im F595C außerdem gegen einen Sportluftfilter von BMC aus. Die zweiflutige Auspuffanlage wird durch die vierflutige Sportauspuffanlage “Record Monza Sovrapposto” ersetzt; mit ihr klingt das Cabrio noch giftiger. Die schwarzen 17-Zoll-Leichtmetallfelgen im “Sport”-Design und die lackierten Bremssättel geben dem Aussehen einen sportlicheren Schliff; ebenso die farblich abgesetzten Front- und Heckspoilerlippen. Für einen zusätzlichen Schuss Fahrdynamik ist das 20 Millimeter tiefer gelegte “Koni”-Sportfahrwerk verantwortlich; an der Hinterachse setzt Abarth auf ein automatisches Dämpfungssystem (FSD).

Das Sortiment des 595C kennt jedoch noch zwei weitere Zündstufen. Beim 595C Turismo ändert sich an den reinen Leistungswerten nichts. Abarth packt das Cabrio in dieser Range aber mit hochwertigeren Komponenten voll. Außen stechen einem sofort die fünf silbernen V-Speichen der “Granturismo”-17-Zöller ins Auge; gleiches gelingt den getönten Seitenscheiben und den verchromten Außenspiegel. Innen nimmt uns der 595C Turismo in Integral-Sportsitzen samt Lederbezug auf; sie bieten spürbar mehr Seitenhalt als die Standard-Stühle. Dass im “Turismo” die Klimaautomatik Serie ist, haben wir bereits angesprochen. Zur Serienausstattung gehört bei ihm zudem das “Uconnect”-Navigationssystem.

Zum Schluss macht der Abarth 595C noch die letzten Reserven locker. Als 595C Competizione tritt er mit 180 PS und 250 Nm an, sprich mit einem Leistungsgewicht von 5,9 Kilo. Den 0-100-Antritt absolviert das Topmodell in 6,7 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit steigt auf 225 km/h. Topp ist auch die Ausstattung. Die Schalensitze “Sabelt GT” kommen direkt aus dem Rennsport. Auch Brembo-Bremsanlage wurde im Rennsport geeicht und greift vorne auf 28 Millimeter starke und 305 Millimeter große Scheiben zu. Das Koni-Sportfahrwerk montiert Abarth im Topmodell darüber hinaus auch an der Vorderachse. Die 17″-Leichtmetallfelgen im “Montecarlo”-Design können jeden zusätzlichen Federweg brauchen.

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© Abarth

Fazit: Der aufgefrischte Abarth 595C hat nichts von seiner Dynamik und seinem Biss verloren: der kleine Vierzylinder-Turbobenziner ist putzmunter und so stark wie bisher. Verändert aber haben sich die Ausstattungslinien und die Preise – letztere wie zurzeit gewohnt nicht zum Besseren. Bei MeinAuto.de öffnet das aufgefrischte Abarth-595-Cabrio bald wieder sein Verdeck – wie gewohnt zu Spitzenrabatten bei der Barzahlung und der Finanzierung.

 

Technische Daten des Abarth 595C 2021/22

PS-Anzahl: min. 145 PS max. 180 PS
kW-Anzahl: min. 107 kW max. 132 kW
Antriebsart: Fronantrieb
Getriebeart: Manuell
Kraftstoffart: Benzin
Verbrauch Benzin (kombiniert): min. 7,0 l/100 km max. 7,0 l/100 km
Effizienzklasse: min. G max. F
Abgasnorm: Euro 6 D (grüne Feinstaub-Plakette)
Listenpreis: ab 24.590 Euro
Stand der Daten: 14.03.2022

Konkurrenzmodelle

Auch Klein- und Kleinstwagen können flotte Cabrios sein. Unter den Neuwagen in unserem Autohaus online gibt es noch mehr von dieser Sorte. Zum Beispiel den Fiat 500Ce ab 29.131 Euro und 17%, das Smart EQ fortwo cabrio ab 25.200 Euro; oder das Mini Cabrio ab 21.218 Euro und 19% Neuwagen Rabatt. Mit einer Finanzierung holst Du Dir die flotten Cabrios bei uns alternativ zu kleinen Raten, bspw. mit unserem Autoleasing schon ab 0,49% Effektivzins.

Unser Fazit zum Abarth 595C

MeinAuto.de-Redaktion | 14

Während der Fiat 500 der Mutter auch als Cabrio auf einen elektrischen Antrieb setzt, bleibt die Tuning-Tochter Abarth den konventionellen Verbrennungsmotoren treu. An der Leistung, am Biss und an der Antrittsstärke des 1,4 Liter großen Turbobenziners ändert sich mit dem Facelift nichts; ebenso wenig am teuflischen Sound. 2022 tritt der Abarth 595C aber in neuen Ausstattungslinien vor den Vorhang. Beim Basismodell steigt der Preis – die serienmäßige Klimaautomatik geht leider verloren. Das neue Topmodelle ist der 595C Competizione. Der Fahrspaß ist trotz der Preissteigerung ungebrochen – weil der Abarth auch beim Wiederverkauf noch Spaß macht: er ist ein echter “Restwertriese”.

5 von 5 Punkte

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