VW Golf Sportsvan vs. BMW 2er Active Tourer Test: können Vans aus sportlich sein?

14.08.2014 Alle Testberichte

Der VW Golf hat schon vor einigen Wochen seine Van-Variante bekommen, die jetzt nicht mehr Golf Plus, sondern Sportsvan heißt. Nun ist auch das neue BMW Einser Coupé - das mittlerweile ja den Namen BMW 2er trägt - als Van zu haben, der sich durch den Zusatz  Active Tourer ausweist. Verwirrt von all den Namensrochaden? Kein Wunder. Unser Test soll mit Hilfe von zwei 150 PS starken Selbstzündern Licht ins Dunkel bringen.

VW Golf Sportsvan: viel Platz, viel Variabilität


vw golf sportsvan bmw 2er active tourer testBevor wir die beiden Vans aber auf ihre Fahrleistungen abklopfen, heißt es falten, klappen und schlichten. Denn schließlich kauft man Hochdachkombis ja vor allem wegen ihrer gehobenen Platzverhältnisse. Der neue Golf Sportsvan liefert ebendiese und holt dabei aus seiner Kompakten Länge von 4,34 Metern erstaunlich viel Platz heraus, sowohl vorne wie hinten. Im Cockpit sitzen sowohl bequemen wie unbedrängt, im Fond können wir das Platzangebot zudem variabel anpassen, indem wir die Sitzbank der Länge nach verschieben (um bis zu 18 Zentimeter). Diese Qualität eignet der Fondbank im Sportsvan dabei bereits ab Werk, im neuen 2er Van kostet sie hingegen 300 Euro Aufpreis.

Der Active Tourer kann dafür die insgesamt drei Einzelelemente der Rückbank elektrisch entriegeln und umklappen - und so den Stauraum von 468 auf 1.510 Liter erweitern. Im Sportsvan müssen wir zum Umlegen der dreigeteilten Fondmöbel noch die Hand heranziehen, das Umklappen funktioniert aber ebenso reibungslos wie im BMW. Und auch das Kofferraumvolumen ähnelt verblüffend dem des fast gleich großen 2er Vans: 500 bis 1.520 Liter sind es exakt, womit beide sogar einen kleinen Koffer mehr Gepäckraum bieten als etwa ein 3er Touring oder ein Audi A4 Avant. Der gut zehn Zentimeter längere Opel Zafira schleppt mit bis zu 1.820 Litern hingegen deutlich mehr.

2er Coupé-Van: praktisch und alltagstauglich


Nun aber wieder zurück in den Fahrgastbereich. Im Fond des Active Tourer ist diese Rückkehr gerade im Vergleich mit dem Coupé eine leichte Übung, Lob und Dank gehen an die weit öffnenden Seitentüren und die mehr als zehn Zentimeter höhere Sitzposition. Aber auch für den Einstieg in den Sportsvan müssen die Passagiere keine Vorgeschichte als olympischer Bodenturner haben.

Rücken wir dann noch eine Reihe weiter nach vorne, finden wir Platz in jeweils ausgezeichnet gepolsterten Sitzmöbeln, die im 2er BMW noch ein wenig anpassungsfähiger sind. Der Golf allerdings bietet nicht nur nach außen eine bessere Rundumsicht, sondern innen auch die einen Hauch feiner verarbeiteten und hochwertigeren Materialien. In puncto Bedienung neigt sich die Testwaage wieder zugunsten des 2er Van-Coupés, in dem BMWs iDrive-System den Weg weist. Wobei gesagt werden muss: auch die Bedienung im Sportsvan gibt keine Rätsel auf, nur am Lenkrad tummeln sich für unseren Geschmack zu viele Knöpfe.

BMW 2er Active Tourer: der Dynamische


vw golf sportsvan bmw 2er active tourer test vorneDie Hauptaufgabe des Lenkrads ist aber auch im neuen Sportsvan noch die alte, nämlich die den kompakten Großraum-Golf sicher und zielgenau durch das Verkehrsaufkommen zu dirigieren. Dafür, dass es dabei flott vorwärts geht, sorgt der 150 PS starke 2.0 TDI, der zwischen 1.750 und 3.000 Touren 340 Newtonmeter auf die Welle stemmt. Das klingt stramm und so geht der Zweiliter-Turbodiesel auch an die Arbeit, was nicht nur der Fahreindruck, sondern auch die Messwerte bestätigen. Höchstgeschwindigkeit: 212 km/h, Sprintzeit 0 auf 100 km/h: 9,2 Sekunden.

BMW will da mit seinem neuen Zweiliter-Dieselaggregat natürlich nicht nachstehen und hat 7 PS mehr Leistung aus den vier Zylindern geholt. 150 PS sind es insgesamt, die ab 1.750 U/min von 330 Nm Spitzendrehmoment unterstützt werden. Auch hier ist das Ergebnis ein ebenso kultiviertes wie spritziges Diesel-Triebwerk, das den Active Tourer in 8,9 Sekunden auf Tempo 100 bringt und erst bei 208 km/h w.o. geben muss.

Und wie sieht es mit dem Verbrauch aus? Gut, den laut Norm genehmigt sich der Active Tourer nur 4,1 Liter, das ist sogar noch ein Zehntelliter weniger als der 2.0 TDI im Golf.

Der Sportsvan allerdings fährt sich gelassener und komfortabler als der recht straff abgestimmte 2er. Dieser lässt sich nicht anmerken, dass er mit dem für BMW so unüblichen Frontantrieb ausgestattet ist, und biegt fast so geschickt um die Ecken wie ein Mini (von dem zahlreiche Fahrwerkskomponenten stammen).

Fazit: Der BMW 2er Active Tourer macht seinem Namen alle Ehre und tourt aktiv und wendig durch die Lande. Bei aller Konzentration auf die Sportlichkeit haben die Bayern aber nicht auf typische Van-Qualitäten wie gute Transporteigenschaften vergessen. Der neue VW Golf Sportsvan bietet all das auch, nur legt er mehr Wert auf Komfort und Übersichtlichkeit. Eines aber hat der Sportsvan dem 2er BMW voraus: er ist deutlich günstiger. Bei MeinAuto.de gibt es auf den Listenpreis von mindestens 19.965 Euro zudem zwischen 13,5 und 17% Neuwagen Rabatt. Ähnliche Preisnachlässe sind jedoch auch für den BMW 2er Active Tourer zu erwarten, der in Kürze verfügbar sein wird. (nau)

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