Kia Niro im Test: hybrides Kompakt-SUV als Prius-Jäger

01.10.2016 Alle Testberichte

SUVs sind beliebter denn je. Sie sind geräumig und verleihen den Insassen das Gefühl von Sicherheit und Erhabenheit. Eines aber sind sie nicht: besonders ökologisch und umweltschonend. Der südkoreanische Autobauer Kia will das mit seinem neuen kompakten Crossover-Modell, dem Niro, ändern. Bei ihm werden ausschließlich Hybrid-Motoren für Vortrieb sorgen. Zu Beginn geht der Niro mit einem Vollhybrid-Motor an den Start, nächsten Herbst soll ein Plug-in-Hybrid folgen. Ersteren haben wir heute im Test.

Der Motor - eine Alleinstellungsmerkmal


kia_niro_2016_ausen_vorne_dynamisch (2)SUVs mit Hybridmotoren sind heute Seltenheit mehr, vor allem nicht unter den stattlichen Exemplaren: Einem BMW X5 z.B., einem Luxusliner wie dem Volvo XC90 oder einem Porsche Cayenne. Kompakte Verkaufsschlager wie der VW Tiguan oder der Seat Ateca hingegen kommen bislang ohne diese Antriebstechnologie mit zwei verschiedenen Energiewandlern und Energiespeichern aus. Der neue, 4,36 Meter lange Kia Niro stößt nun aber als einer der ersten in diese Hybrid-Nische vor. Angetrieben wird er von einem Vierzylinder Ottomotor mit 1.580 cm³, 105 PS und 147 Nm (bei 4.000 U/min); und einem Permanentmagnet-Elektromotor mit 43,5 PS und 170 Nm zwischen 0 und 1.798 U/min. Zusammen liefern die beiden eine Leistung von 141 PS und 265 Nm, beiden können aber auch einzeln für Vortrieb sorgen. Beim Niro Hybrid handelt sich also um einen Mischhybrid - und da er auch rein elektrisch fahren kann, zudem um einen Vollhybrid.

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kia_niro_2016_technik_motor_hybridVollhybrid? Wie der Toyota Prius? Ja, genau. Allerdings nur dem Grundkonzept nach. Denn auch der Benziner im Niro arbeitet im Atkinson-Zyklus. D.h. der Ottomotor hat unterschiedliche Brennkammern-Volumina fürs Ansaugen und Verdichten bzw. Arbeiten und Ausstoßen. Angesichts dieser Ähnlichkeit sind wir beim ersten Anfahren des Niro auf das Schlimmste gefasst: Auf das Antrittsverhalten eines Prius also, das so zäh ist wie Leder. Der Niro aber, er überrascht uns mit einem lebendigen Antritt. Was ist hier los? Kia überträgt die Kraft über ein neu entwickeltes 6-Gang-Doppelkupplungsgetriebe - und nicht wie Toyota über eine stufenlose Automatik. Der Vorteil: Das DSG verbindet den Motor direkt mit den Vorderrädern, ein Umstand, der das Beschleunigungsempfinden spürbar verbessert. Die Stoppuhr bestätigt das mit einer Zeit von 11,5 Sekunden für den 0-100-Standardsprint zwar nicht - aber wer fährt schon mit der Stoppuhr?

Das HUV - sparsame im Verbrauch, agil im Handling


kia_niro_2016_ausen_seite_dynamischNatürlich hat das Hybrid Utility Vehicle (HUV) - so klassifiziert Kia den Niro selbst - nicht den Antritt eines Sportwagens. In der Spitze sind 162 km/h möglich, ab 130 km/h lässt der Vortrieb aber bereits spürbar nach. Im Sportmodus des serienmäßigen Drive-Mode-Select-Systems macht das SUV mit seinen flotten Gangwechseln und seiner direkteren Lenkung aber durchaus Spaß. Der ist freilich nicht das oberste Ziel. Der Niro will insbesondere mit seiner Effizienz punkten. Dazu wechselt er so oft und rasch als möglich in den rein elektrischen Fahrbetrieb - beim Anfahren, beim leichten Beschleunigen; oder in der Stadt bis Tempo 50. Beim vollen Beschleunigen und bei konstanter Reisegeschwindigkeit klinkt sich der Verbrennungsmotor mit ein. Beim Bremsen wiederum wird nach Leibeskräften rekuperiert, um die 1,56 kWh große und 33 Kilo leichte Lithium-Polymer-Batterie mit Energie zu füllen. Für den Akku gewährt Kia übrigens 7-Jahre Garantie.

kia_niro_2016_ausen_vorne_lichtBeim Spritsparen gehen dem Fahrer außerdem einige andere Helfer und Eigenschaften des Kia Niro zur Hand. Wie bei seinem technischen Ahnen, dem Hyundai Ioniq, setzt Kia auf hochfeste Stähle und sogar Aluminium (Heckklappe u. Motorhaube), um möglichst viel Gewicht zu sparen. Dennoch wiegt das SUV gut 1,5 Tonnen. Kia's Ingenieure haben außerdem eifrig an der Aerodynamik gefeilt und den cw-Wert auf 0,29 gedrückt: Besser als die meisten anderen SUVs, allerdings auch deutlich schlechter als bspw. der neue Toyota Prius (0,24). Schließlich kümmert sich bei eingeschalteter Routenführung auch das Navi vorausschauend ums Sparen; das ist jedoch erst ab der mittleren Ausstattung "Vision" serienmäßig. Und das Ergebnis all dieser Bemühungen? Nach NEFZ kommt der Niro mit 3,8 Liter (88 Gramm CO2 aus), im Test notieren wir einen Durchschnittswert von ca. 5 Litern. In der Stadt sinkt der Verbrauch aber auch schon einmal unter 3 Liter.

Niro mit viel Platz, gutem Komfort & vielen Helfern


kia_niro_2016_innen_sitze (2)Mit den 18-Zöllern der Topausstattung "Spirit" hingegen steigt der Durst nach Norm auf 4,4 Liter. Das sind gute, wenn auch keine überragenden Werte. Das liegt nicht zuletzt daran, dass der Kia Niro kein eisernes Sparvehikel ist: Dazu hat er schlicht zu viel Komfort- und Sicherheits-Extras an Bord, wobei das ja nicht unbedingt etwas Schlechtes ist. Ebenso wie das agile Handling und der durchwegs gute Federungskomfort. Auf schlechten Straßen wirkt das SUV aber ein wenig steifbeinig. Der Sicherheit tut dies keinen Abbruch. Ab Werk ist der Niro u.a. mit LED-Tagfahrlichtern, einem Berganfahr-, einem Brems- und einem Spurhalteassistent bestückt.

kia_niro_2016_innen_kofferraumGegen Aufpreis kann das SUV im Paket mit weiteren Fahrassistenten aufgerüstet werden: Vom Notbremshelfer über die Fußgängererkennung bis hin zur adaptiven Geschwindigkeitsregelanlage; in den höheren Ausstattungslinien sind außerdem ein Querverkehrswarner und ein Totwinkel- bzw. Spurwechselassistenten enthalten. Damit erzielt der Niro dann 5 von 5 Sternen im Euro-NCAP-Test. Ebenfalls enthalten im Hybrid-UV sind ein großzügiges Platzangebot, ein modernes Infotainmentsystem und eine sorgfältig verarbeitet Einrichtung. Das Kofferraumvolumen beträgt - trotz Batterie - praktische 427 bis 1.425 Liter. Zum Vergleich: Der 4,28 lange Opel Mokka packt 356 bis 1.372 Liter ein, der 4,36 lange Seat Ateca 485 bis 1.579.

Technische Daten des Kia Niro:
PS-Anzahl:min. 141 PSmax. 141 PS
kW-Anzahl:min. 104 kWmax. 104 kW
Antriebsart:Frontantrieb
Getriebeart:DSG Automatik
Kraftstoffart:Benzin und Elektro
Verbrauch (kombiniert):min. 3,8 l/100kmmax 4,4 l/100km
CO2-Emission:min. 88 g/kmmax. 101 g/km
Effizienzklasse:min. A+max. A+
Abgasnorm:Euro 6 (grüne Feinstaub-Plakette)
Listenpreis:ab 24.990 Euro
Link zum Konfigurator:Hier den Kia Niro konfigurieren

Fazit zum Kia Niro Test


MeinAuto.de Redakteur: MeinAuto.de Redaktion |
Der Kia Niro stößt in einer Zeit, in der das Vertrauen in die Qualitäten der Dieselmotoren angekratzt ist, in eine Marktlücke vor. Mit seinem Hybridmotor ist das Kompakt-SUV aber nicht nur sparsam. Die Koreaner haben auch die typischen Crossover-Tugenden wie Sicherheit und ein gutes Platzangebot nicht vergessen. Bei MeinAuto.de kostet der Niro ab 21.962 Euro, 15,7% bzw. gut 3.900 Euro günstiger als in der Herstellerliste empfohlen.

     
5 von 5 Punkten


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