Alternative Antriebe: Informationen rund um LPG und CNG

06.05.2014 Alle Ratgeber

Immer mehr Automobilhersteller bieten neben konventionell – mit Benzin oder Diesel – betriebenen Fahrzeugen auch Modelle mit alternativen Antrieben an. Während für Elektro- und Hybridversionen häufig noch deutliche Aufpreise anfallen, sind LPG- und CNG-Autos zum Teil bereits erschwinglich.

CNG und LPG – ab Werk oder nachträglich


Opel Zafira Tourer CNG Motor
Opel Zafira Tourer mit CNG Motor


Erdgas (CNG) und Auto- bzw. Flüssiggasantriebe gibt es aber nicht nur ab Werk, also im Neuwagen, sondern auch bei spezialisierten Umrüst-Unternehmen. Dort können Autofahrer ihr konventionell angetriebenes Auto für den Gebrauch mit den alternativen Kraftstoffen umbauen lassen. Möglich ist dies allerdings nur, wenn ein Benzinmotor als Ausgangsbasis für die Umrüstung vorhanden ist. Und auch hier gibt es Unterschiede, denn nicht jedes Benzinaggregat hält den höheren Temperaturen im Gasbetrieb stand. Wenn der Umrüstbetrieb stärkere Ventile oder Sitzringe einbauen muss, sollten Werkstatt und Pkw-Halter gemeinsam abwägen, ob die Umrüstung noch in einem angemessenen Kosten-Nutzen-Verhältnis steht. Vor dem Umbau eines Autos ist es ebenfalls sinnvoll abzuklären, wie sich dieser auf die Fahrzeuggarantie auswirkt. Bei Nachrüstung in einem freien Betrieb kann der Fall eintreten, dass die Herstellerschutzzusage erlischt. Mit diesen Problemen bzw. Fragen müssen sich Käufer einer werksseitigen Lösung nicht beschäftigen. Adressen von Umrüst-Unternehmen sind u. a. unter gas24.de (Erdgasantriebe) und autogastanken.de (Autogasantriebe) zu finden. Die Motorumrüstungen können im Übrigen leichte Leistungsverluste mit sich bringen. Diese sind aber gerade im Fall von LPG zu vernachlässigen.

Kosten abwägen


Um zu berechnen, ab wann sich die Kosten für einen alternativen Antrieb amortisieren, müssen die Pkw-Besitzer neben den Kraftstoffkosten natürlich auch den Preis für die Anschaffung bzw. den Umbau berücksichtigen. LPG-Anlagen, die in der Regel platzsparend in der Reserveradmulde untergebracht werden, gibt es meist schon für 1.500 Euro bis 3.500 Euro. Eine Umrüstung auf Erdgas ist im Vergleich dazu deutlich aufwendiger und teurer. Zudem nimmt der Erdgastank häufig einen Teil des Kofferraumvolumens ein. Die Kosten belaufen sich auf bis zu 5.000 Euro. Gut zu wissen: In manchen Fällen werden eine Umrüstung auf CNG oder der Kauf eines Erdgas-Neuwagens mit Tankgutscheinen in unterschiedlicher Höhe gefördert. Genauere Informationen dazu gibt es unter www.erdgas-mobil.de.

Gas als Kraftstoff ist noch bis 2018 Ende steuerbegünstigt, weil es eine besonders positive Umweltbilanz und eine relativ geringe Schadstoffbelastung aufweist. Über 2018 hinaus könnte es zu einem Preisanstieg in Form einer Steueranhebung kommen. Offenbar plant die Bundesregierung aber auch über 2018 hinaus eine Förderung, Gewissheit gibt es in diesem Punkt noch nicht.

Stand jetzt: Wer mit Flüssiggas oder Erdgas unterwegs ist, kann beim Tanken – gegenüber einem Benziner – oft etwa die Hälfte sparen. In Abhängigkeit von Fahrzeug und Fahrleistung kann es dennoch einige Jahre dauern, bis sich die Anschaffung des alternativen Antriebs rentiert.

Was die Wertstabilität der Pkws mit Gasantrieb angeht, müssen Autofahrer sich keine großen Sorgen machen. Marktbeobachter geben die Einschätzung ab, dass die Restwerte sich ähnlich entwickeln wie bei Benzinfahrzeugen – oder aber je nach Modell und Ausstattung sogar noch etwas höher ausfallen können. Die steuerliche Behandlung der Gasautos ist ebenfalls wie bei Benziner und Diesel. Aus Hubraum und CO2-Ausstoß berechnet sich die Steuerbelastung. Im Falle von Autos mit bivalentem Antrieb (Gas und Benzin) ergibt sich lediglich der Vorteil, dass der kleinste kombinierte Wert, also der Gaswert, ausschlaggebend ist.

Leistung und Wartung


Bei der Pflege von LPG- und CNG-Autos  gibt es keine wesentlichen Unterschiede im Vergleich zu konventionell betriebenen Pkws. Die Wartung des Fahrzeugs sollte im gewohnten Rhythmus erfolgen. Höhere Inspektionskosten sind in der Regel nicht zu erwarten. Um den gesetzlichen Sicherheitsrichtlinien zu entsprechen, müssen die Gasanlagen jedoch, etwa im Rhythmus der Hauptuntersuchung, einer Prüf- oder Sachverständigenorganisation vorgeführt werden. Für eine solche Prüfung muss der Gastank mindestens zur Hälfte gefüllt sein. Was es ferner zu beachten gilt, ist das „Verfallsdatum“ der Tanks. Wenn die verbauten Antriebe der Norm ECE R 67.01 (Autogas) bzw. Norm ECE R 110 (Erdgas) unterliegen, kann der Staat unter Umständen nach 20 Jahren auf einen Austausch der Anlagen bestehen. Daher sollte man beim Kauf eines Gebrauchtwagens auf das Alter der Tanks und Motoren achten. Zudem empfiehlt sich, bei „betagten“ Tanks neben einer äußerlichen Überprüfung auch einen Drucktest durchführen zu lassen.

Unkompliziertes Tanken


Das Betanken der LPG- und CNG-Fahrzeuge ist unkompliziert. Gekennzeichnete Zapfsäulen und unterschiedlich geformte Einfüllventile schließen eine Verwechslung der Kraftstoffe in der Regel aus. Erdgas und Flüssiggas gibt es in Deutschland derzeit an mehr als 900 CNG- und mehr als 6.000 LPG-Tankstellen. Wer mit dem Auto in den Urlaub fährt, sollte sich vorab im Internet über die ungefähre Lage entsprechender Anbieter informieren. Aber auch in den Nachbarländern – genau wie hierzulande – wächst das Netz an Tankstellen mit alternativen Kraftstoffen kontinuierlich weiter.

CNG versus LPG


Die Unterschiede zwischen Flüssiggas und Erdgas bestehen übrigens in der Zusammensetzung und der Art der Speicherung. Flüssiggas, also LPG (Liquified Petroleum Gas), wird – wie der Name bereits sagt – flüssig eingefüllt, bei einem Druck von bis zu zehn Bar. Es besteht aus Propan und Butan. Das Erdgas, CNG (Compressed Natural Gas), kommt gasförmig bei rund 200 Bar zum Einsatz. CNG besteht vorwiegend aus Methan. Autogas (LPG) ist in Deutschland deutlich weitere verbreitet als CNG. Laut dem Deutschen Verband Flüssiggas e. V sind bereits mehr als 500.000 deutsche Autofahrer mit  LPG unterwegs. CNG-betriebene Fahrzeuge gibt es hierzulande hingegen nur rund 100.000.




Autor: Fabian Thomas

 
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