28.10.2026 | Notbremsassistenten sollen Kollisionen verhindern und besonders gefährdete Verkehrsteilnehmer schützen. Eine ADAC-Studie mit sechs Fahrzeugen zeigt jedoch, dass die Systeme bei Dunkelheit erhebliche Schwächen haben – insbesondere bei Fußgängern und Kindern mit reflektierender Kleidung.
ADAC-Test zeigt Schwächen bei Notbremsassistenten
Kinder oft nicht erkannt
Auf einen Blick:
- ADAC testet Notbremsassistenten in sechs Fahrzeugen
- Warnkleidung wird oft gar nicht oder zu spät erkannt
- Kinder mit Warnweste und Schulranzen bleiben unsichtbar
- Nur der Mercedes CLA erkennt alle Testszenarien
Warnwesten machen Fußgänger für die Technik unsichtbar
Für die Untersuchung prüfte der ADAC, wie zuverlässig die Notbremsassistenten Fußgänger mit Warnwesten und reflektierender Kleidung erkennen. Zwar ist diese Erkennungsleistung bislang nicht Bestandteil der gesetzlichen Prüfanforderungen, aus Sicht des Automobilclubs spielt sie im Alltag aber eine wichtige Rolle. Bei ersten Versuchen mit erwachsenen Fußgängern und einem Kinderdummy ohne Warnbekleidung bei Dunkelheit zeigten sich zunächst keine Auffälligkeiten. Anders sah es bei genormter Warnkleidung aus, wie sie etwa Bauarbeiter, Rettungskräfte, Polizisten oder Mitarbeiter der Straßenwacht tragen: Die Systeme erkannten die Personen teilweise gar nicht oder erst so spät, dass eine rechtzeitige Bremsung nicht mehr möglich war. Auch Kinder mit dunkler Kleidung wurden zwar erkannt, ein Kind mit reflektierender Kleidung und Schulranzen blieb für nahezu alle getesteten Fahrzeuge dagegen praktisch unsichtbar.
Lediglich der Mercedes-Benz CLA konnte in der Untersuchung überzeugen. Er erkannte als einziges Fahrzeug auch einen Kinderdummy mit reflektierender Kleidung, der hinter einem parkenden Auto auf die Fahrbahn lief. Der ADAC sieht die Ursache der Sicherheitslücke weniger bei der verbauten Hardware als vielmehr bei der Klassifizierung der erkannten Verkehrsteilnehmer. Der Automobilclub fordert deshalb die Hersteller auf, ihre Systeme entsprechend weiterzuentwickeln. Autofahrer sollten Notbremsassistenten weiterhin als unterstützende Sicherheitstechnik betrachten, sich aber nicht uneingeschränkt auf sie verlassen. Gerade bei Dunkelheit ist die Erkennung von Menschen in Warnkleidung offenbar noch nicht zuverlässig genug, um beispielsweise Rettungskräfte oder andere Personen an Gefahrenstellen sicher zu schützen.
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