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Erster Elektro-Ferrari polarisiert

Luce zwischen Lichtgestalt und Lachnummer

27.05.2026 | Ferrari hat mit dem Luce sein erstes vollelektrisches Serienmodell vorgestellt. Der über fünf Meter lange Viertürer erreicht bis zu 310 km/h und markiert damit einen historischen Wendepunkt für die Marke aus Maranello. Gleichzeitig sorgt das Fahrzeug schon bei der Präsentation für kontroverse Reaktionen – zwischen Fortschritt und Traditionsbruch.

Auf einen Blick:

  • Ferrari Luce erstes Elektro-Serienmodell der Marke
  • Vier E-Motoren leisten bis zu 1.050 PS und 310 km/h
  • 122-kWh-Batterie für über 530 Kilometer WLTP-Reichweite
  • Innenraum setzt auf OLED-Technik
  • Neues Design sorgt für hitzige Diskussionen
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Neue Plattform, neue Formensprache – und ein klarer Bruch

Der Luce misst 5.026 mm in der Länge, 1.999 mm in der Breite und 1.544 mm in der Höhe, der Radstand beträgt 2.961 mm. Trotz Elektroantrieb bringt das Modell 2.260 kg auf die Waage. Die Gewichtsverteilung liegt bei 47 Prozent vorn und 53 Prozent hinten, der Kofferraum fasst 597 Liter.

Entwickelt wurde das Design im Ferrari-Studio unter Flavio Manzoni gemeinsam mit dem Kreativteam LoveFrom um Jony Ive und Marc Newson. Das Ergebnis ist eine sehr glatte, aerodynamisch geprägte Karosserie ohne klassische Ferrari-Designelemente. Genau dieser Bruch sorgt bereits in sozialen Medien für Kritik, aber auch für Zustimmung – je nach Blickwinkel zwischen "mutig" und "beliebig".

Bis zu 1.050 PS und Hightech-Aerodynamik

Technisch setzt Ferrari auf vier Elektromotoren – jeweils einen pro Rad. Im Performance-Modus stehen bis zu 725 kW (987 PS) zur Verfügung, kurzzeitig sogar 772 kW (1.050 PS). Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt in 2,5 Sekunden, auf 200 km/h in 6,8 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 310 km/h.

Die Entwicklung der Aerodynamik umfasste rund 6.000 CFD-Simulationen und 330 Stunden im Windkanal. Aktiver Unterboden, Kühlerklappen und eine adaptive Fahrwerksregelung gehören ebenso dazu wie große Räder im 23- und 24-Zoll-Format.

Fortschritt und Protest

Eine 122-kWh-Batterie auf 800-Volt-Basis ermöglicht eine WLTP-Reichweite von über 530 Kilometern und Schnellladen mit bis zu 350 kW. Drei getrennte Kühlkreisläufe regeln die Temperatur von Batterie, Antrieb und Nebenaggregaten.

Im Innenraum setzt Ferrari auf vier OLED-Displays, ein mitschwenkendes Kombiinstrument und ein neu gestaltetes Bedienkonzept. Dazu kommen ein gefrästes Aluminiumlenkrad, ein e-Ink-Schlüssel sowie ein 3.000-Watt-Audiosystem mit 21 Lautsprechern.

Die Reaktionen auf den Luce fallen gespalten aus. Während Ferrari das Modell als logischen Schritt in die elektrische Zukunft und Erweiterung der Marken-DNA präsentiert, sehen Kritiker einen Bruch mit der emotionalen Identität der Marke. Besonders das Design und die fehlende klassische Sportwagen-Silhouette stoßen in Teilen der Community auf Ablehnung. Der Einstieg in die Elektromobilität gelingt Ferrari damit technisch beeindruckend, emotional aber umstritten.

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