Audi Q8: Wie gut ist das erste SUV-Coupé der Ingolstädter?

Die Idee, ein Crossover mit einem Coupé zu verschmelzen – diese Leistung darf sich BMW auf die Fahnen heften. Als die Münchner den Gedanken mit dem X6 2007 in die Tat umsetzten, wurden sie teils belächelt. Mittlerweile trägt die Idee so reiche Früchte, dass allenthalben frische Setzlinge austreiben: im Kompakt- wie im Luxussegment. Audi pflanzt seinen Erstling Q8 in die Oberklasse. Wie sich das SUV-Coupé sitzt und fährt, erzählt unser Testbericht.

Inhalte des Testberichts zum Audi Q8:

  1. Zum Testbericht
  2. Technische Daten (als Tabelle)
  3. Konkurrenzmodelle
  4. Unser Fazit mit Sternebewertung

Audis SUV-Coupé trägt eine eigenwillige Luxus-Form zur Schau

audi-q8-aussen-frontalWodurch wird ein Coupé zu einem Coupé? Dem Namen nach muss irgendwo etwas abgeschnitten werden, leitet sich die Bezeichnung doch vom französischen Wort ‚coupé‘, geschnitten ab. Gemeinhin ist es das Dach, das verkürzt oder stark abfallend ausgeführt wird. Über die Jahre haben sich weitere typische Merkmale herauskristallisiert: Der Verzicht auf die dritte Dachsäule bzw. der Einbau von rahmenlosen Türen z.B., die Ausführung als Zweisitzer – oder die betont elegante Designsprache. Audi aber, das ist bekannt, geht gerne eigene Wege, so auch mit seinem neuen Top-SUV. Im Unterschied zur Coupé-Norm und zu den Modellen der direkten Konkurrenten – dem X6 und dem Mercedes GLE-Coupé – beschneiden die Ingolstädter das Q8-Dach nur geringfügig: sie lassen es erst auf Höhe der Rücksitzlehnen steil abtauchen. Diese unkonventionelle Lösung hat ihre Vorteile: so kann noch mehr Platz- und Stauraum aus den vorhandenen Abmessungen herausgeholt werden. Notwendig wäre das nicht. Der Q8 bleibt längs mit 4,99 Metern nur haarscharf unter der 5-Meter-Grenze; außerdem ist er 1,71 Meter hoch und 2,00 Meter breit – ohne Spiegel, wohlgemerkt.

audi-q8-aussen-hintenBei diesen Dimensionen erweist es sich als  vernünftig, dass das SUV der vier Ringe in einem weiteren Merkmal vom klassischen Coupé-Konzept abweicht. Ein Zweisitzer wäre  eine höchst dekadente Verschwendung; selbst zu fünft reisen wir im Q8 erster Klasse fußfrei. Die weit nach hinten gezogene Dachlinie stellt sicher, dass unseren ergrauten Häupter Luft zum Atmen bleibt. Dass sich der Tester in Jeans und T-Shirt anfangs dennoch deplatziert fühlt, liegt nicht am fehlenden Freiraum: sondern an der Luxus-Einrichtung. Es dauert, bis man sich an die Pracht des Q8-Interieurs gewöhnt hat – etwa an die massierenden Individualkontur-Sitze, die aromatisierende Vier-Zonen-Klimaautomatik; oder das einzigartige „MMI touch response“-Bediensystem mit seinen zwei Touch-Bedienfeldern samt akustischer und haptischer Rückmeldungsfunktion. Die Rückkehr in den betagten Kompakt-Kombi, sie dürfte ein Schock werden. Der Anblick des Q8 löst hingegen Freude, im schlimmsten Fall Neid aus – so steht es auf den Gesichtern geschrieben. Den Einblick ins Heckabteil nehmen wir mit Verwunderung auf. Nicht nur ob der Größe. Der Kofferraum fasst 605 bis 1.755 Liter, also deutlich mehr als der des X6 mit 580 bis 1.525; uns so viel wie der des GLE-Coupés mit 650 bis 1.720 Litern. Auch die Zuladung von 750 Kilo und die maximale Zuglast von 3,5 Tonnen verwundern uns. Sieh da! Seine hochwohlgeborene Exzellenz kann auch anpacken.

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Q8 vorerst nur mit V6-Diesel 50 TDI

audi-q8-aussen-vorneAls solche bedarf der Q8 auch standesgemäßer Antriebe. Bei der Frage, was aktuell standesgemäß – sprich zeitgemäß – ist, scheiden sich die Geister. Soll es ein E-Antrieb sein, eine Verbindung aus E- und Verbrennungs-Motor? Oder darf die Kraft weiter aus dem internen Verbrennungsprozess flüssiger fossiler Kraftstoffe quellen? Audi hat sich entschieden, das prächtige SUV zum Marktstart mit einem Mildhybrid-Diesel anzutreiben – für die Zwischenlösung einer Zwischenlösung sozusagen. Der Schub wird weiterhin zur Gänze von einem Verbrennungsmotor beigesteuert – im Falle des Q8 einem V6-Diesel namens 50 TDI: mit drei Litern Hubraum, 286 PS und deftigen 600 Nm Spitzendrehmoment (Kraftstoffverbrauch kombiniert: 6,8 Liter auf 100 km, 179 g/km CO2 und Effizienzklasse B). Nun mag der Diesel einer aussterbenden, nicht mehr zeitgemäßen Art angehören. Der 50 TDI aber ist ein technisches Prunkstück. Der stramme V6 bringt keine 200 Kilo auf die Waage, u.a. dank eines Kurbellagergehäuses aus Vermiculargraphit-Gusseisen; des Weiteren setzt er auf eine ausgefeilte Mehrfachkühlung – und eine ausgeklügelte Lager-Anbindung an den Hilfsrahmen. Das Ergebnis: Ein seidig weicher, vibrationsarmer Lauf. Dieser zahmen Seite steht eine ungezähmte, wilde gegenüber. Sie bricht aus dem 50 TDI hervor, wenn wir ihn mit dem Gaspedal reizen. In knapp mehr als sechs Sekunden staubt er dann die 2,2 Tonnen des Q8 von 0 auf 100 km/h – wenig später hobeln wir mit Tempo 240 über die Autobahn. Der BMW X6 hat mit seinem 30d-Diesel das Nachsehen.

audi-q8-innenWesentlich beteiligt an diesem begeisternden Accelerando sind die ab Werk verbaute 8-stufige Automatik und der permanente Allradantrieb. Das Mildhybrid-System hingegen hat daran keinen Anteil. Die Aufgabe des Riemen-Startergenerators und seines Partners, der 48-Volt-Lithium-Batterie, ist eine andere: konkret die Energieversorgung der elektrischen Verbraucher an Bord – und von denen hat das Audi-SUV reichlich. Der Starter ist an die Kurbelwelle gekoppelt, von der er die Verzögerungsenergie an den Akku im Gepäckraumboden schickt. Und was geschieht mit dieser Energie? Sie versorgt das Bordnetz und lässt den Diesel – zwischen rund 50 und 160 km/h – segeln; anders gesagt, das System hilft beim Dieselsparen. Auf einen guten halben Maßkrug soll sich die Einsparung pro 100 Kilometer belaufen. Mit acht bis neun Litern muss man im Mittel dennoch rechnen. Der zweite V6-Diesel 45 TDI mit 231 PS dürfte etwas weniger, der V6-Benziner 55 TFSI mit 340 PS wird deutlich mehr Sprit verschlingen. Die Einführung dieser Verbrenner – wie der 50 TDI genügen sie der nächsten Abgasnorm Euro-6d-temp – plant Audi für die nahe Zukunft. Ebenfalls in Planung sind ein Plug-in-Hybrid-Modell á la Porsche Cayenne Plug-in-Hybrid und die üblichen zwei Sport-Ableger SQ8 und eines RS Q8.

Q8 – assistiertes Fahrerlebnis mit Genussgarantie

audi-q8-aussen-hintenVon den Zukunftsplänen kehren wir zurück zur greifbaren Gegenwart und tauchen in die Fahrerlebniswelt Q8 ein. Der Spaß beginnt mit den samtig-seidigen Gangwechseln des 8-Stufen-Wandlers, der das mildhybride Segeln erst ermöglicht. Hierfür arbeiten eine spezielle Kupplung im zentralen Getriebe und eine Ölpumpe zusammen: Die eine klinkt die Kraftübertragung unmerklich aus, die andere ebenso wieder ein. Dabei kann der Q8 auf Wunsch knapp zwei Zoll tiefer oder höher fliegen: mit der wandlungsfreudigen Luftfederung „adaptive air suspension“. Sie erweitert die Spreizung der serienmäßigen Adaptivdämpfer, sowohl was die Verstell- wie die Federungsoptionen betrifft. Zudem passt sie die Fahrwerkshöhe der Geschwindigkeit und dem gewählten Fahrmodus an; zum Beladen senkt sie das SUV um gute sechs Zentimeter – bei eine Ladekantenhöhe von 82 Zentimetern keine schlechte Idee. Überdies erweitert die adaptive Luftfederung das Fahrprogramm-System „drive select“ um die „Offroad“-Option.

audi-q8-aussenIn ihr wird die schicke „Achter-Q(K)uh“  zu einer kletterfesten Bergziege – dank der erhöhten Bodenfreiheit und des automatisch aktivierten Offroad-Bergabfahrassistenten. Die kurzen Überhänge erweisen sich beim Suhlen im Schlamm ebenso als Glücksgriff wie der unverwüstliche Audi-quattro-Allradantrieb. Im Top-SUV schaukelt er das Drehmoment-Management mit Hilfe eines mechanischen Mittelsperr-Differentials. Die hecklastige Standardmoment-Verteilung kann er umkehren und bis zu 70% des Moments auf die Vorderachse umschichten; oder er verstärkt sie, indem er über 80% der Hinterachse zuspielt. Idealerweise geht ihm wie in unserem Testmodell die optionale Allradlenkung zur Hand. Sie gewährleistet mit ihrem geschwindigkeitsabhängigen Lenkbeitrag der Hinterräder, dass der ellenlange Q8 so agil und neutral einlenkt wie ein perfekt abgestimmter Sportwagen; ein unhandlicher Geselle ist er mit einem Wendekreis von 13,3 Metern trotzdem. Aber nicht nur deshalb stehen dem Lenker beim Pilotieren des Audi mehr als drei Dutzend Fahrerassistenten vor oder nur zur Seite: gebündelt in spezielle Pakete für die Langstrecke und die Stadt. In der Oberklasse gehört sich das so.

Technische Daten des Audi Q8

PS-Anzahl: min. 286 PS max. 286 PS
kW-Anzahl: min. 210 kW max. 210 kW
Antriebsart: 4×4-Antrieb
Getriebeart: Automatik
Kraftstoffart: Diesel
Verbrauch (kombiniert): min. 6,6 l/100km max 6,6 l/100km
CO2-Emission: min. 172 g/km max. 172 g/km
Effizienzklasse: min. B max. B
Abgasnorm: Euro 6 (grüne Feinstaub-Plakette)
Listenpreis: ab 76.300 Euro
Stand der Daten: 26.10.2018

Konkurrenzmodelle

In unserem Autohaus ist der Q8 aber nicht allein: bei uns finden Sie die edlen SUV vieler anderer Hersteller. Beispiele sind der BMW X6 ab 57.777 Euro und 21,0%, der Mercedes GLE Coupé ab 62.777 Euro und 13,8% und der Land Rover Range Rover Sport ab 56.584 Euro und 16,3% Neuwagen Rabatt. Neben den hohen Rabatten bieten wir Ihnen attraktive Angebote zur Finanzierung, zum Beispiel unser günstiges Autoleasing.

Fazit zum Audi Q8 Test

MeinAuto.de Redakteur: MeinAuto.de Redaktion |
Resümee: Der Audi Q8 tritt erst im zweiten Akt auf – in dem aber umso eindrucksvoller. Schon die Statur und das Design ziehen die Blicke auf sich; ganz zu schweigen vom Luxus-Innenraum. Uns zaubern im Test das Fahrverhalten und der Antrieb ein Lächeln auf die Lippen. Die fehlende Motorenauswahl und vor allem der Preis sorgen aber für große Augen. Bei MeinAuto.de gleitet das Ingolstädter SUV-Coupé ab 65.811 Euro von dannen – 14,1% oder umgerechnet gut 11.100 Euro günstiger als gelistet.

     
4 von 5 Punkten

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