Citroën Berlingo Electric im Test (2017): das Elektro-Nutzfahrzeug

27.10.2017 Alle Testberichte

Ein Elektromotor und ein Nutzfahrzeug - das scheint auf den ersten Blick eine ungewöhnliche Kombination zu sein: nicht zuletzt angesichts der notorischen Reichweiten-Schwäche der Stromer. Citroën, einer der Elektromobilitäts-Vorreiter, hat das Experiment trotzdem gewagt. Seit der letzten Modellpflege 2015 offerieren die Franzosen den Berlingo Kastenwagen mit Elektromotor. Wie viel Energie und Potential in dieser jungen Ehe steckt, lesen Sie in unserem Testbericht:

E-Motor mit ansprechender Leistung


citroen-berlingo-kastenwagen-electric-2017-ausen-seiteDer erste Blick vermittelt bekanntermaßen nur selten den richtigen Eindruck. Zu oft werden wichtige Details einfach übersehen. Ein Test ist auch dazu da, diese Vor-Urteile zu prüfen und auf ihren Wahrheitsgehalt abzuklopfen. Sieht man sich die Idee des elektrisch motorisierten Nutzfahrzeugs ausführlicher an, wird schnell klar: Eigentlich hat diese Idee einiges für sie. Einen Kastenwagen wie den Citroën Berlingo nutzen vorrangig kleine Handwerksbetriebe und Lieferdienste. Die aber fahren selten mehr als hundert Kilometer am Stück, vor allem wenn sie im Ballungsraum arbeiten. Die eingeschränkte Reichweite eines E-Autos ist hier somit kein echtes Problem. Zumal die Batterie in Stehzeiten oder Pausen rasch aufgeladen ist. Nimmt man noch die geringeren Unterhaltskosten (vergünstigtes Tanken/Laden, Entfall der Kfz-Steuer etc.) und die Vorzüge im Stadtverkehr hinzu, ergeben sich urplötzlich interessante Perspektiven. Die sind auch anderen Herstellern aufgefallen. Und so gibt es neben dem Berlingo noch einige andere E-Nutzfahrzeuge auf dem Markt, z.B. den Nissan E-NV200 oder den Renault Kangoo Z.E.

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citroen-berlingo-kastenwagen-electric-2017-ausen-vorneDer Citroën Berlingo Electric ist also nicht ohne Konkurrenz und muss sich anstrengen, um sich durchzusetzen. Die Anstrengung des Antreibens übernimmt beim Franzosen eine gemeinsam mit Mitsubishi entwickelte Synchronmaschine mit einem Permanentmagneten im Kern. Der E-Motor erzeugt 49 kW, sprich ungefähr 67 PS, und 200 Nm (Kraftstoffverbrauch: 17,7 kWh auf 100 km, 0 g/km CO2 und Energieeffizienzklasse A+). Die stehen ohne Verzögerung zur Verfügung, sodass der E-Kastenwagen - trotz der für ein Leergewicht von mindestens 1,6 Tonnen nominell schmächtigen Leistung - flott loslegt. Das verbaute Getriebe mit starrer Übersetzung fühlt sich wie ein herkömmliches Automatikgetriebe an. Das Fahrgefühl mit dem E-Motor unterscheidet sich indessen sehr wohl von dem mit konventionellen Antrieben. Die größte Differenz ist sicherlich der Lärmpegel. Im Stand ist die Synchronmachine überhaupt nicht zu hören; beim Beschleunigen macht sie sich lediglich durch ein leichtes Surren bemerkbar. In Bezug auf die Fahrleistungen kann der E-Motor bis Tempo 50 km/h (erreicht in unter fünf Sekunden) locker mit jedem Benziner und Diesel mithalten; und selbst bis Tempo 100 schlägt er sich gut (rund 14 Sekunden). Bei 110 km/h ist dann allerdings Schluss mit dem Vortrieb - schneller muss ein reines Stadtauto aber auch nicht sein.

Berlingo Electric mit niedrigen Betriebskosten


citroen-berlingo-kastenwagen-electric-2017-innen-sitzeDer Grund für die frühe Vortriebs-Sperrstunde ist naheliegend. Stromsparen ist angesagt. Die Lithium-Ionen-Batterie aus 80 zu 5 Modulen zusammengefassten Zellen wiegt stolze 317 Kilo und speichert nur 22,5 kWh. Damit die versprochene Reichweite von 170 Kilometern erreicht werden kann, heißt es - bei einem Verbrauch von mindestens 17,7 kWh - haushalten. 170 Kilometer schaffen wir im Test trotzdem nie. 120 bis 130 Kilometer sind bei warmem Wetter aber anstandslos möglich. Aber: Ohne Unterbrechung fährt man mit dem Berlingo Electric praktisch nie so viele Kilometer. Damit gibt es ausreichend Gelegenheiten, den Kastenwagen zwischendurch wieder aufzuladen. Am normalen Stromkabel dauert das Volladen zwischen 8 und 15 Stunden - je nach Stromstärke des Anschlusses. Mit Schnellladekabel und spezieller Ladestation (400V, 125A plus Chademo-Stecker) lässt sich der Akku indes in einer halben Stunden zu 80% füllen. Öffentliche Ladesäulen sollte man zum Laden aber wenn möglich meiden. Dort wird der Strom meist meist überteuert verkauft.

citroen-berlingo-kastenwagen-electric-2017-ausen-hintenAn der eigenen Steckdose ist der Strom hingegen deutlich günstiger: Für 100 Kilometer kostet er in Etwa fünf Euro - bei einem günstigen Ökostromtarif auch bedeutend weniger. Da kommt dann selbst ein Diesel nicht mehr mit. Der Akku hingegen ist, wie bei den meisten Elektroautos, mit einem Preis von 5.300 Euro (zzgl. zum normalen Kaufpreis) nicht gerade günstig. Günstiger dürfte für viele die Mietoption sein, die monatlich mit knapp 100 Euro zu Buche schlägt (Laufzeit 96 Monate). Dies auch deshalb, weil die Betriebskosten beim Berlingo Electric niedrig sind. E-Autos hat der Gesetzgeber für 10 Jahre von der Kfz-Steuer befreit. Das spart im Jahr rund 200 Euro. Dazu kommt, dass Elektromotoren weniger wartungsintensiv sind. Ölwechsel und Motorinspektionen entfallen. Auch die Bremsen müssen weniger oft getauscht werden, da sie aufgrund der Energierückgewinnung weniger stark belastet werden.

Der E-Kastenwagen überzeugt auch in der Praxis


citroen-berlingo-kastenwagen-electric-2017-innen-rueckfahrkameraDie Rückgewinnung bedarf am Beginn aber einiger Eingewöhnung. Denn geht man zu schnell vom Gas, bremst die Rekuperation den Berlingo Electric recht unwirsch ein. Dafür genießt man in der Stadt so manchen Vorteil. Dort wo die Stadtverwaltung die Regelungen für E-Fahrzeuge mit E-Kennzeichen bereits umgesetzt hat, darf man teils gratis parken und die flotte Busspur nutzen. Das spart Zeit. Einige Städte wie München haben sogar ein spezielles Förderprogramm für Gewerbetreibende, die auf E-Autos umsteigen, aufgelegt (zusätzlich zur Elektromobilitätsförderung des Bundes in Höhe von 2.000 Euro). Und wie schlägt sich der Berlingo Electric sonst so im Alltag? Gut, um nicht zu sagen prächtig.

citroen-berlingo-kastenwagen-electric-2017-innen-cockpitAngeboten wird er in zwei sinnvoll bestückten Ausstattungslinien (Profi und Business), als 3- und 4-Türer mit besonders praktischen Schiebetüren - und außerdem in den zwei Längen L1 und L2. Die L1-Variante misst 4,38 Meter und fasst bis zu 3,1 m³ Ladegut; durch das optionalen Vorklappen des Beifahrersitzes werden es 3,7 m³. Die 4,63 Meter lange L2-Ausführung nimmt sogar 4,1 m³ mit. Die maximale Nutzlast beträgt dabei, inklusive Fahrer, fast 700 Kilo. Das Beladen geht dank der 60 Zentimeter niederen Ladekante und der 180° öffnenden, asymmetrischen Heck-Flügeltüren sehr leicht von der Hand. Das ist nicht nur praktisch, sondern hat einen weiteren Vorteil. Unbeladen federt der Berlingo Electric nämlich etwas bockig, mit zunehmender Zuladung legt sich das aber. Schließlich lässt sich das Nutzfahrzeug gegen Aufpreis individuell ausstatten. Z.B. mit dem City-Paket, mit dem ein Infotainment-System samt 7-Zoll-Touchscreen, Smartphone-Einbindung und Bluetooth-Freisprecheinrichtung einzieht.

Technische Daten des Citroen Berlingo Electric:
PS-Anzahl:min. 67 PSmax. 67 PS
kW-Anzahl:min. 49 kWmax. 49 kW
Antriebsart:Frontantrieb
Getriebeart:Automatik
Kraftstoffart:elektrisch
Verbrauch (kombiniert):min. 17,7 kWh/100 km
CO2-Emission:min. 0 g/kmmax. 0 g/km
Effizienzklasse:min. A+max. A+
Abgasnorm:Euro 6 (grüne Feinstaub-Plakette)
Listenpreis:ab 18.671,10 Euro
Stand der Daten:27.10.2017

Konkurrenzmodelle


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Fazit zum Citroen Berlingo Electric Test


MeinAuto.de Redakteur: MeinAuto.de Redaktion |
Der Citroen Berlingo Electric überrascht uns im Test mit seinen praktischen Qualitäten. Die Reichweite und die Leistung des E-Antriebs reichen für den Einsatz im Stadtgebiet völlig aus. Die laufenden Kosten sind zudem angenehm niedrig. In puncto Transportfähigkeiten haben wir ebenfalls keine Einschränkungen zu berichten. Bei MeinAuto.de gibt es das nützliche E-Mobil ab 15.821 Euro, sprich 19% respektive gut 3.500 Euro unter dem Listenpreis. Der herkömmliche Berlingo Kastenwagen startet ab 11.833 Euro und 36% Rabatt.

     
5 von 5 Punkten


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