Was ändert sich 2014 rund um Autos? – Punktereform und mehr

12.03.2014 Alle Ratgeber

punktereform-punktewertung-im-vergleich-neuIn diesem Jahr tritt nach mehrfachem Aufschub in der Vergangenheit die neue Punktereform von Verkehrsminister Peter Ramsauer in Kraft. Ab dem 1. Mai 2014 erhöht sich das Strafkonto von Verkehrsteilnehmern im Falle eines Fahrverstoßes nicht mehr um einen Wert zwischen 1 und 7, sondern maximal um drei Punkte. Das neue System bedeutet jedoch keine mildere Bestrafung, denn: Die Punktegrenze für den Führerscheinentzug sinkt gleichzeitig von 18 auf acht. Anders als bisher verlängern jedoch neue Punkte nicht die Verjährungsfrist der bereits vorhandenen. Die Verstöße sind unabhängig voneinander zu betrachten, jedes Vergehen verjährt in Abhängigkeit von seiner Schwere – nach zweieinhalb (1 Punkt), fünf (2 Punkte) oder zehn (3 Punkte) Jahren. Aufgrund der niedrigeren Grenze sollen Punktestrafen nur noch für Verstöße mit sicherheitsgefährdendem Charakter gelten.  Für die kleineren Vergehen wie das Fahren in einer Umweltzone ohne Plakette sind im Gegenzug teilweise höhere Geldstrafen geplant.

Befinden sich künftig vier oder fünf Punkte auf dem Konto eines Autofahrers, so geht eine schriftliche Mahnung raus. Haben sich bereits sechs oder sieben Punkte angesammelt, ist der Verkehrsteilnehmer zur Teilnahme an einem Fahreignungsseminar verpflichtet. Anders als bisher lassen sich Punkte jedoch nicht mehr regelmäßig mit dem freiwilligen Belegen eines solchen Seminars abbauen. Dies ist nur bei maximal fünf Punkten und zudem nur einmal in fünf Jahren möglich. Wer aktuell noch Punkte in Flensburg hat, nimmt in diese in das neue System mit, allerdings nicht 1:1. Die Umrechnung funktioniert wie folgt:


Punktestand vor dem 01.05.2014Punktestand ab dem 01.05.2014
1 – 31
4 – 52
6 – 73
8 – 104
11 – 135
14 – 156
17 – 177
>=  188

Höhere Strafen für Verkehrsdelikte


Die neue Punkteform ist die wichtigste, aber bei Weitem nicht die einzige Neuerung, auf die sich Autofahrer im Jahr 2014 einstellen müssen. Um unliebsame Überraschungen zu vermeiden, ist es ratsam, sich laufend über die im Straßenverkehr geltenden Pflichten und überarbeite Bußgeldkataloge zu informieren. An dieser Stelle wollen wir einige Änderungen rund um das Thema Auto vorstellen: In Deutschland kommen Verkehrssündern ab dem 1. Mai 2014 zahlreiche Verstöße teurer zu stehen als bisher. So sollen beispielsweise die Handynutzung am Steuer, das Fahren mit Sommerreifen bei Eis oder Schnee sowie das nicht ordnungsgemäße Sichern von Kindern künftig 60 statt 40 Euro kosten. Die Gebühr für das Fahren in einer Umweltzone ohne Plakette wird von 40 auf 80 Euro angehoben. Verstöße gegen Kennzeichen-Vorschriften oder gegen eine Fahrtenbuchauflage sind ab Mitte des Jahres mit 65 Euro bzw. 60 Euro abzugelten. Bei Missachtung von Polizeianweisungen müssen Verkehrsteilnehmer künftig mit einem Bußgeld von 70 statt 50 Euro rechnen.

Warnwestenpflicht: Deutschland zieht nach, EU rückt zusammen


Ab dem 01. Juli 2014 müssen sich Autofahrer zusätzlich auf eine Strafe einstellen, wenn sie keine Warnwesten an Bord haben, die hinsichtlich der Größe der reflektierenden Flächen der Europäischen Norm ISO 20471 entsprechen. Eine solche Weste muss für jeden Passagier vorhanden sein, Motorradfahrer sind von der Regelung ausgenommen. In vielen anderen Ländern gilt die Warnwesten-Pflicht schon seit Jahren, Deutschland gehört in dieser Sache zu den Nachzüglern. Apropos andere Länder: Künftig müssen Autofahrer aufgrund des EU-weiten Halterdatentauschs bei einigen Verkehrsverstößen (z. B. Geschwindigkeitsüberschreitung, Rotlichtverstoß) in Zukunft mit einer beschleunigten Zustellung von Bußgeldbescheiden rechnen. Verkehrssünder können sich somit nicht durch das Überfahren von Landesgrenzen vor Strafvollzug schützen. Für alle, die in die Schweiz fahren, noch ein Tipp: Dort gilt seit Neujahresbeginn 2014 die Lichtpflicht.

CO2 schlägt sich teurer in der Steuer nieder


Von dem neuen, strengeren CO2-Grenzwert für Neuwagen in Deutschland bleiben Autohalter, deren Pkw vor 2014 erstmals zugelassen wurde, verschont. Für Neufahrzeuge beträgt der steuerfreie Anteil der CO2-basierten Kraftfahrzeugsteuer hingegen nur noch 95 Gramm CO2 pro Kilometer (statt 110 g/km bei Erstzulassung ab 2012 bzw. 120 g/km bei Erstzulassung bis 2011). Für jedes Gramm über der Grenze fallen zusätzlich zwei Euro Gebühr an.

Neue Richtlinien für Automobilhersteller


Einige weitere Änderungen rund um das Auto betreffen insbesondere die Hersteller, sind aber durchaus positiv für die Kunden. So müssen z. B. ab dem 22. Oktober 2014 alle Neuwagen ab Werk mit dem Fahrstabilitätsprogramm ESP ausgestattet sein. Ab November gehört zudem der Einbau eines Reifendruck-Kontrollsystems zu den Pflichten der Produzenten.

Mehr Dynamik in der Führerscheinprüfung


Für Führerschein-Prüflinge gibt es 2014 ebenfalls eine schöne Neuerung, vorausgesetzt die Technik funktioniert. Ab dem 01. April sollen Schüler die Verkehrssituationen nicht mehr nur mit Standbildern, sondern auch mit Filmsequenzen erlernen. Dies ermöglicht eine realistischere Darstellung.




Autor: Fabian Thomas

 
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