▶ Innenraum & Ausstattung
5,8 bis 8,9 m³ Ladevolumen: d.h. einer der geräumigsten E-KaWas im Segment
Mit diesen Maßen lässt sich der Renault Trafic E-Tech Kastenwagen auch in der Stadt einfach manövrieren – mit einer Ausnahme. Durch- oder Einfahrten mit einer maximalen Höhe von 2,0 Metern sollte man meiden: selbst mit dem “H1”-Modell. Wer es trotzdem versucht, kann anschließend die Dachantenne von der Fahrbahn kratzen: denn mit ihr kommt der E-Tech auf eine Höhe von 2,02 Metern.
Auf die Ausmaße des Innen- wie des Laderaums hat die Antenne keinen Einfluss. Unser Interesse gilt zunächst dem Laderaum. Wie viel Ware kann er aufnehmen und wie einfach können wir sie ein- bzw. ausladen? Das Volumen des Laderaums gehört mit 5,8 m³ bereits bei der “L1H1”-Standardausführung zu den großzügigsten, die im 3-Tonnen-Segment der elektrischen Vans zu finden sind.
Der Beweis. Der 4,98 Meter langen Fiat e-Scudo und die anderen Stellantis-Derivate nehmen 5,3 m³ mit; der 5,05 Meter lange VW e-Transporter 5,8 m³. Bei ihm und beim Anverwandten Ford Transit Custom lässt sich das Volumen auf 9 m³ steigern – beim Renault auf 6,7 bzw. 8,9 m³. Noch besser ist es um die mögliche Nutzlast bestellt.
Praktische Türen & 1,2t Nutzlast – mehr als jeder andere in der 3-Tonnen-Klasse
Mit bis zu 1,2 Tonnen setzt der Trafic E-Tech den Richtwert; gefolgt vom VW und vom Ford mit 1,1 Tonnen. Das Stellantis-Quartett folgt mit 0,9 Tonnen im Respektabstand. Sinnvoll auf den Arbeitsalltag abgestimmt sind beim Renault auch die restlichen Laderaummaße. Der Laderaum ist 1,39 respektive 1,90 Meter hoch sowie maximal 1,66 und zwischen den Radkästen 1,27 Meter breit. Die Laderaumlänge variiert zwischen 2,54 bzw. 2,94 Metern.
Für sperrige Gegenstände lässt sich die Länge des Laderaums mit Hilfe des “Mobiles Büro”-Pakets strecken. Die Doppelsitzbank können wir dann umklappen und eine Durchlade-Klappe öffnen; das schafft längs gut 120 Zentimeter mehr Spielraum. Geladen werden die sperrigen Gegenstände über die 1,39 Meter breite und 1,32 Meter hohe Hecköffnung. Die Ladekante liegt 55 Zentimeter hoch, fünf höher als im VW. Verschlossen wird die Öffnung mit zwei 180°-Flügeltüren.
Übersichtliche Fahrerkabine: ab Werk aber ohne Navi und immer ohne Klimaautomatik
Eine zweite Belademöglichkeit eröffnet ab Werk die Schiebetür rechts. Sie ist mit 1,03 Meter praktisch breit, z.B. zehn Zentimeter breiter als im e-Transporter. Eine Schiebetür auf der Fahrerseite gibt es gegen Aufpreis; ebenso ein Schutzpaket für den Laderaum. Die großzügig bemessenen Stauräume der Fahrerkabine sind im Trafic E-Tech hingegen Serie. Im Fach unter der Doppelsitzbank finden 54 Liter Platz.
Der Fahrersitz zeichnet sich im Test durch seinen Komfort und seine Einstellmöglichkeiten aus; auch die Mittelarmlehne ist an einem langen Arbeitstag ein Komfortgewinn. Dass Renault im elektrischen Trafic in allen Varianten nur eine manuelle Klimaanlage installiert, mag man monieren. Wir empfinden die simple Einstellung der Temperatur per Drehregler nach einer gewissen Zeit jedoch als Wohltat.
Digitale Anzeigen und Touchscreens finden wir im Cockpit des Trafic E-Tech selbstredend auch. Die digitale Instrumententafel misst 7 Zoll, der Touchscreen des “Easy Link”-Multimediasystems 8. Das System ist übersichtlich und einfach zu bedienen; ab Werk fehlt ihm aber eine Navigationsfunktion. Die ist bei einem Lieferwagen, insbesondere einem elektrischen, aber unerlässlich. Der Aufpreis fürs Navi ist überschaubar; ebenso wie der fürs induktive Smartphone-Laden.