Fahrradträger für das Auto – was gibt es zu beachten?

25.03.2014 Alle Ratgeber

Fahrradfahren ist die beliebteste Sportart der Deutschen. Während manch einem das gelegentliche Fahren auf einer „Standardroute um den Block“ reicht, wollen andere Freizeitsportler immer weiter hinaus und auch im Urlaub nicht auf ihr eigenes Fahrrad verzichten. Denn auf diesem fährt es sich erfahrungsgemäß am besten. Wer sein Rad mit dem Auto transportieren möchte, braucht eine entsprechende Vorrichtung. Die Auswahl an Fahrradträgern ist heutzutage groß und vielfältig. Bei den meisten Systemen fällt die Montage recht einfach aus, dennoch gibt es einige Punkte, die für eine sichere Handhabung zu beachten sind.

Welcher Träger ist der richtige?


Nicht jedes Fahrradträger-Modell lässt sich auf jedem Fahrrad montieren. Daher müssen Autofahrer erst einmal abklären, welches System für ihren Pkw in Frage kommt: ein Heckträger, ein Dachträger, ein Träger für die Anhängerkupplung oder – bei großen Autos – eventuell sogar eine Variante für den Innenraum. Automobilhersteller Opel bietet für zahlreiche seiner Fahrzeuge eine integrierte Lösung. Das Fahrradträgersystem FlexFix lässt sich wie eine Schublade am Heck herausziehen und nach Bedarf für zusätzliche Räder erweitern.

Für alle, die keinen Opel fahren, gibt es andere Lösungen, um das Fahrrad hinter dem Auto zu befestigen. Wenn der Pkw eine Anhängerkupplung besitzt, lässt sich auf diese ein Universalträger aufsetzen. Zwar gibt es Unterschiede zwischen den verschiedenen Trägern, grundsätzlich ist diese Transportweise aber besonders einfach. Allerdings muss die maximale Stützlast der Anhängerkupplung des Zugfahrzeuges dem Gewicht der zu transportierenden Räder standhalten. Im  Falle von Geländewagen mit Reserverad auf der Heckklappe sind zudem die besonderen Proportionen zu berücksichtigen.

Wenn keine Anhängerkupplung vorhanden ist, haben die Radler die Möglichkeit, einen Heckträger hinter dem Auto zu montieren. In der Regel kommen dabei Spanngurte zum Einsatz, die sich am Kofferraumdeckel befestigen lassen.

Eine weitere Alternative, um Bikes mit dem Auto zu transportieren, sind Dachträger. Diese sind häufig preisgünstiger als die anderen Systeme, bergen jedoch auch Nachteile. Zum einen müssen die Fahrräder auf das Fahrzeugdach gehievt werden. Zum anderen vergrößert sich der Luftwiderstand während der Fahrt noch erheblicher als bei „Hecksystemen“, was wiederum zu einem deutlich erhöhten Kraftstoffverbrauch führt. Darüber hinaus müssen Autofahrer bei Verwendung eines Fahrrad-Dachträgers die erweiterte Höhe durch die Beladung beim Parken in Garage oder Parkhaus oder z. B. beim Durchfahren von Tunneln beachten. Unter Umständen ist es notwendig, das Dach in einigen Situationen freizuräumen. Dies kostet zusätzliche Zeit und Kraft.

Gut investiert


Beim Kauf eines Trägers ist es sinnvoll, sich eine umfassende Beratung beim Fachhändler einzuholen. Im Idealfall lässt sich die Montage eines Systems bereits im Laden ausprobieren. Auch Kundenbewertungen im Internet und offizielle Testergebnisse (z. B. in Fachmagazinen veröffentlicht) können bei einer Vorauswahl hilfreich sein. Träger mit EU-Prüfzeichen sind getestet und müssen deshalb nicht beim TÜV vorgeführt werden. Natürlich muss der Käufer sich darüber im Klaren sein, wie viele Räder er transportieren möchte. Zudem sollte er das Einzel- und Gesamtgewicht seiner Bikes kennen.

Bei regelmäßiger Nutzung des Trägers empfiehlt es sich, etwas mehr zu investieren. Verfügt ein Fahrradträger über eine gute Verarbeitungsqualität, kann er zahlreiche Jahre halten und mehrere Fahrzeuggenerationen überstehen. Namhafte Modelle bestehen in der Regel aus leichten Materialien, sind abklappbar und umfassen ein Sicherheitsschloss, um die Räder gegen Diebstahl zu schützen.

Bevor es losgehen kann….


Hat man sich für einen Fahrradträger entschieden, so empfiehlt es sich, bei der Erstmontage mit einer zweiten Person zusammenzuarbeiten, um Schäden am Pkw oder den Bikes zu vermeiden. Der Bedienungsanleitung des Autos sowie der Montageanleitung und dem Typenschild des Trägers lassen sich alle wichtigen Informationen entnehmen, beispielsweise Angaben zu Maximalgewicht, Tempolimits (i. d. R. 130 km/h), zur Stützlast der Anhängerkupplung und zur maximalen Dachlast. Bei der Ermittlung des Ladegewichts müssen sowohl die Räder als auch das Eigengewicht aller Trägerelemente berücksichtigt werden. Die Mitnahme von E-Bikes ist kein Problem, wenn der Fahrradträger die höheren Anforderungen in puncto Tragkraft erfüllt. Auffahrschienen können dabei helfen, schwere Bikes auf die Halterung zu schieben.

 

Vor dem Aufladen der Räder auf den Träger ist es zwingend notwendig sicherzustellen, dass alle losen oder nur leicht befestigten Teile entfernt und separat verpackt sind. Elemente wie Taschen, Luftpumpe etc. erhöhen nicht nur den Luftwiderstand, sondern können auch zu tödlichen Geschossen werden und die Sicherheit von Verkehrsbeteiligten gefährden. Um die korrekte Funktionsweise eines Kupplungsträgers zu gewährleisten, sollte der Kugelkopf der Anhängerkupplung bei der Montage fettfrei sein. Beim Aufladen mehrerer Räder gehört das schwerste i. d. R. zuerst auf den Träger. Die Bikes sollten entgegengesetzt beladen werden, zum Schutz von Fracht und Auto ist es sinnvoll, die Lenker zu verdrehen. Wenn die Radschienen zu schmal sind, z. B. bei Mountainbikes, reicht es zumeist, etwas Luft abzulassen, um die Reifen richtig zu fixieren. Zwischen den Rädern auf dem Träger sollte ausreichend Abstand bestehen. „Kritische Stellen“ sollten die Radler abpolstern. Bevor es auf eine lange Tour geht, ist es ratsam, eine Probefahrt mit kurzen Bremstests zu absolvieren, um ein Gespür für das gegebenenfalls veränderte Fahrverhalten zu bekommen und zu testen, ob alle Elemente gut fixiert sind. Danach kann es losgehen – mit dem eigenen Auto und den eigenen Fahrrädern…

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Autor: Fabian Thomas

 
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