Toyota Prius Test: ist der Prius noch der Hybrid-Primus?

17.04.2014 Alle Testberichte

toyota prius test 2014Er ist ein wahrer Pionier, der Toyota Prius, war er doch das erste Serienfahrzeug, dem ein Hybridmotor auf die Sprünge half. Damals schrieben wird das Jahr 1997 und seither hat sich - wenigstens beim Prius - viel getan. Mittlerweile kurvt er in der dritten Generation, die 2012 optisch und technisch überarbeitet wurde, durch die Lande. Was aber kann der hybride Japaner in dieser Version und welche Ausstattungslinie ist sinnvoll? Unser Test gibt die Antwort.

Hybrides Meisterstück


Dreh- und Angelpunkt bzw. das großes Aushängeschild des Toyota Prius ist selbstredend der Hybridmotor, an dem die Japaner für die dritte Modellgeneration noch einmal kräftig getüftelt und gefeilt haben. Das Tüfteln und Feilen hat sich - den schieren Zahlen nach - auch gelohnt. So sind bspw. neun von zehn Teilen des Hybridsystems komplett neu gestaltet worden, wodurch das Gewicht des Systems um ein Fünftel sank. Zudem wurde der Vierzylinder-Benziner von 1,5 auf 1,8 Liter Hubraum aufgebohrt, um dem Prius vor allem bei höheren Geschwindigkeiten kräftiger und effizienter zu machen.

Neben der Leistung des Benziners - 99 anstelle von 79 PS - haben die japanischen Hybridspezialisten aber auch die Leistung des E-Motors von 50 auf 60 kW gehoben. Insgesamt produziert das Hybridsystem damit jetzt 136 anstatt 113 PS - und dementsprechend spürbar mehr Dampf. Nur knapp mehr als zehn Sekunden braucht der Prius bspw., um von 0 auf 100 km/h zu beschleunigen. Maximal erreicht er Tempo 180, sodass der Ausflug auf die Autobahn nicht nur ohne jedes Bedenken unternommen, sondern auch in vollen Zügen genossen werden kann.

toyota prius test 2014 motorZu verdanken ist das vor allem dem Hybridsystem, das das harmonische Zusammenspiel der Elemente beherrscht wie kein zweites. Der Akku etwa lädt unmerklich über den Schubbetrieb und die Bremsenergie-Rückgewinnung, der E-Motor ergänzt sich ideal mit dem Verbrenner; und das automatische Planetengetriebe überträgt deren Energie geschmeidig auf die Vorderräder. Von alldem erfährt der Lenker nur, wenn er in die Beschreibung - oder auf den Verbrauch blickt. Toyota verspricht hier 3,9 Litern bzw. 89 Gramm CO2, wir kamen auf einer flott gefahrenen Überlandtour auf 5,2 Liter, wobei der Prius in der Stadt noch deutlich sparsamer unterwegs ist.

Und wie ist dieser Wert einzuschätzen? Ein Kompaktklasseauto mit einem herkömmlichen Benziner, der Überland mit rund 5 Litern auskommt und im Stadtverkehr sogar weniger verbraucht, das sucht man vergeblich. Und auch im Vergleich mit gleichartigen Antriebskonzepten muss sich der Prius nicht verstecken: ein Ford Focus Econetic etwa, der den E- mit einem Dieselmotor kombiniert, ist nicht nur durstiger, sondern auch schwächer. Sparsamer ist man lediglich mit kleinen Hybrid- oder CNG-Autos wie dem VW Eco Up oder dem Fiat Panda CNG unterwegs. Sie können dem Prius jedoch in puncto Fahrleistung nicht das Wasser reichen.

Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, kann man sich die Investition in die mehr als 10.000 Euro teurere Prius-Plug-in-Variante, die aufgrund eines Lithium-Ionen-Akkus mit 4,4 kWh anstelle von 1,3 kWh länger elektrisch unterwegs sein kann, sparen.

Leichte Karosserie & sanftes Fahrwerk


Möglich ist das sparsame Vorankommen mit dem Toyota Prius allerdings nicht nur wegen des perfekt arbeitenden Hybridsystems. Auch die noch einmal um rund 75 Kilogramm leichter und um einiges windschlüpfriger (cw-Wert 0,25) gewordene Karosserie trägt ihren Teil dazu bei. In der Form ist der Prius jedoch im Wesentlichen unverändert geblieben, wodurch sich auch die mäßige Rundumsicht nicht verbessert hat. Besser respektive größer geworden ist aber das Kofferraumvolumen, das von 408 bzw. 1.210 auf praxistaugliche 445 bis 1.545 Liter aufgestockt wurde - dem kleineren Benzinmotor und der kompakteren Batterie sei Dank. Auch Fahrer und Insassen mangelt es im Prius nicht an Platz, bei Bedarf kann die Passagierförderleistung mit dem siebensitzigen Prius Plus aber erhöht werden.

toyota prius test 2014 hybridIn beiden Versionen präsentiert sich der hybride Japaner innen dabei nicht wie ein sprödes Versuchslabor, sondern sauber verarbeitet und üppig ausgestattet. Schon das Basismodell liefert Toyota zum Beispiel mit Head-up-Display, Klimaautomatik, Berganfahr-Assistent, Einparkkamera im Heck und Leichtmetallfelgen.

Bleibt noch die Frage, wie sich der Toyota Prius in Bewegung macht. Kurz resümiert: brav, zuverlässig und weich gefedert; und dank der verbesserten Dämmung ist auch der noch immer etwas brummige Benziner kaum zu hören

Fazit: Der Toyota Prius ist in der dritten Generation ein rundum ausgereifter Hybrid-Pionier, der seine ausgezeichnete Effizienz mittlerweile mit uneingeschränkter Praxistauglichkeit paart. Einzig der Preis trübt den ausgezeichneten Gesamteindruck leicht. Auf MeinAuto.de gibt es den Prius in der Basisversion allerdings schon ab 22.904 Euro und damit um rund 4.500 Euro bzw. 16,8 % günstiger als in der Liste. (nau)

MeinAuto.de bietet dabei ausschließlich deutsche Neuwagen an, EU-Fahrzeuge gibt es nicht - dafür jedoch attraktive Alternativen zum Prius wie den Ford Focus Econetic 1.6, der inklusive 28,80% Rabatt ab 16.622 Euro zu haben ist; oder den herkömmlich betriebenen Kia Cee'd, der mit dem 135 PS starken 1.6 GDI ab 21.730 Euro kostet. Beim Autokauf haben Sie dabei stets die Wahl zwischen verschiedenen Autofinanzierungen, vom zinsgünstigen Autokredit bis hin zu unserem attraktiven Auto Leasing.









 
Sie sind hier: Startseite > Tests & News > Testberichte > Toyota Prius Test: ist der Prius noch der Hybrid-Primus?
nach oben