Dacia Lodgy dCi 90 Test: preiswerter Transportkaiser

07.08.2013 Alle Testberichte

Dacia Lodgy 2013Eine Chromeinfassung hier, ein Lederbezug da und eine Zierleiste dort: nicht wenige Autos sind heute edler möbliert als so manches Wohnzimmer. Doch es gibt auch Kfz-Hersteller, die bewusst einen anderen Weg gehen. Der rumänische Autobauer Dacia etwa folgt eher der pragmatischen Devise: ein Auto ist zunächst zum Fahren - und im Falle eines Kompaktvans - auch zum Transportieren da. Wir haben uns angesehen, wie Dacia dieses Motto im Lodgy umgesetzt hat.

Sparsame, sanft nagelnde Kraftzelle


Um möglichst rasch ein Gespür für die erste Kernkompetenz des Lodgy zu bekommen, geht es gleich ohne Umschweife auf die erste Testrunde. Unser Dacia wird dabei vom dCi 90, dem Basis-Selbstzünder mit 1,5 Litern Hubraum angetrieben, der per Turbo geladen und über Common-Rail-Düsen mit Kraftstoff versorgt wird.

Mit diesen Qualitäten ausgerüstet bringt der Turbodiesel 90 PS und - bei 1.750 Touren - maximal 200 Newtonmeter auf die Kurbelwelle. Das hört sich zwar nicht besonders aufregend an, aber das bewährte Dieselaggregat vom Mutterkonzern Renault nimmt die Befehle des Gasfußes erfreulich direkt an: So ist bereits in gut 12 Sekunden Tempo 100 erreicht - kein schlechter Wert für einen pragmatischen Schleppkahn.

Dass der Diesel den Lodgy mit so viel Nachdruck aus dem Stand bugsiert, ist neben dem Motor auch dem geringen Gewicht zu verdanken. Unser Testwagen wiegt etwa gerade einmal 1.283 Kilogramm.

Dacia Lodgy 2013 hintenDoch auch bei voller Zuladung - 587 kg darf der kompakte Transporter zusätzlich auf seine Achsen packen - zieht der Common-Rail-Diesel respektabel durch. Unterbrochen wird der schwungvolle Durchzug nur beim Gangwechsel: Hier macht sich das lange übersetzte Fünfganggetriebe bemerkbar, und zwar in Form kurzer Vortriebspausen.

Den positiven Gesamteindruck stören diese Pausen aber nicht. Denn der dCi 90 bringt nicht nur viel Kraft auf die Vorderachse, er arbeitet zudem in moderater Lautstärke - und sparsam. In unserem Test kamen wir teilweise sogar - ja, wir konnten es selbst kaum glauben - auf den von Dacia angegebenen NEFZ-Verbrauch von 4,2 Litern. Im Testdurchschnitt waren es dann 5,9 Liter: immer noch ein annehmbarer Verbrauchswert.

Pragmatische Fahrdynamik


Wie schon beim Motor hat sich Dacia auch beim Fahrwerk aus dem reichhaltigen Renault-Angebot bedient (vieles stammt aus dem Logan MCV). Dass man bei dem Preis jede sich bietende Synergie nutzt, empfinden wir aber nicht als Gebrechen, sondern schlicht als grundvernünftig.

Dementsprechend, d.h. durch und durch vernünftig, verhält sich der Lodgy auch, wenn er einmal in Fahrt kommt. Dabei ist der Minivan durchaus straff gefedert, was der Fahrer beim Überfahren von böswilligen Querfugen in einem leeren Lodgy zu spüren bekommt. Bei seinen Transportqualitäten dürfte der kompakte Van allerdings nur in Ausnahmefällen leer unterwegs sein - und mit mehr Gewicht an Board schluckt er die Fahrbahnunebenheiten dann viel souveräner.

Sollte der Fahrer trotz aller Vernunft doch ein Mal den physikalischen Grenzen zu nahe kommen, greift vorbeugend und vehement das serienmäßige ESP ein. Weniger tatkräftig gehen hingegen die Bremsen zu Werke: aus Tempo 100 kamen wir nie auf weniger als 37 Meter Bremsweg; da sollte selbst in dieser Preisklasse weniger möglich sein.

Sagenhaftes Fassungsvermögen


Dacia Lodgy 2013 CockpitFahren kann er also, der Dacia Lodgy - und das nicht schlecht. Aber hat er es auch als Transporter drauf? Um darauf eine Antwort zu finden, steuern wir den Parkplatz eines Groß-Getränkemarktes an. Dort wollen wir uns ausführlich der Begutachtung des Stauraums widmen, der mit sagenhaften 827 bis 2.617 Litern angeschrieben ist. Zum Vergleich: der keineswegs unterdimensionierte VW Touran bringt es auf 695 bis 1.989 Liter.

So richtig fassen können wir das Fassungsvermögen anhand dieser Zahlen aber nicht. Wir machen deshalb die Probe aufs Exempel und versuchen herauszufinden, wie viele Getränkekisten der Lodgy bei umgelegter Rückbank aufnehmen kann. Nach 35 Kisten brechen wir mit schweren Armen die Probe ab: der Kofferraum des "Mini"-Van ist immer noch nicht ganz voll, wir aber haben das Transportfahrzeug für die nächste Redaktions-Grillfeier gefunden.

Schlichter Innenraum


Zum Schluss nehmen wir noch einmal im Innenraum des Lodgy auf den angenehmen, aber kaum Seitenhalt bietenden Sitzen Platz. Hier wird an den verbauten Materialien deutlich, dass angesichts des Preises auch Dacia irgendwo sparen muss. Das schlichte Interieur wird demnach von nicht gerade hochwertig anmutendem, aber solide verarbeitetem Hartplastik dominiert. Darüber hinaus ist die Zahl der verfügbaren Funktionen überschaubar, wodurch jedoch die Bedienung auf Anhieb problemlos gelingt. Nur beim Einparken stört die mächtige D-Säule und der große Wendekreis.

Bleibt noch der Preis: Bei MeinAuto.de gibt es den Dacia Lodgy dCi 90 in der von uns gefahrenen Ambiance-Ausstattung (elektrische Fensterheber, Bordcomputer, vier Airbags, etc.) ab 13.810 Euro. (nau)

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