Fiat 500L Trekking 1.6 Multijet 16V Test: Offroad im Namen, Asphalt im Herzen?

Der Fiat 500L vermittelt in der Standard-Ausführung den Eindruck eines liebenswerten, grundsympathischen Zeitgenossen. In der Trekking-Version hingegen versucht der niedliche Minivan den wilden Mann zu markieren. Ob unter der harten Schale auch ein ebensolcher Kern steckt, zeigt unser Test.

Herausgeputzt für den Ausflug ins Gelände

Fiat 500L Trekking TestBeginnen wir mit der rauen Schale des Fiat 500L Trekking. Dem Namenszusatz entsprechend ziert diese all das, was für einen Ausflug in die Pampa notwendig ist. Die Karosserie ist höher gelegt, vorne und hinten prangen zwei dunkle, wuchtige Stoßfänger, links und rechts schwarze Seitenschweller und Radkasten-Verkleidungen. Getragen wird die Schale ab Werk zudem von diamantschwarzen 17-Zoll-Leichtmetallfelgen, die mit M+S-Pneus bereift sind.

Der gefällige Offroad-Look ist damit perfekt, mehr als ein Look ist es aber nicht. Als wir den Fiat 500L Trekking das erste Mal über einen vom Regen aufgeweichten, matschigen Feldweg pilotierten, müssen wir unversehens an einen Halbschuhtouristen im Hochgebirge denken. Ohne Allradantrieb und Sperrdifferential – diese beiden essentiellen Zutaten sind für den Trekking erst gar nicht lieferbar – müht sich das eigens auf den Geländeausflug getrimmte ESP mit hastigen Bremseneingriffen zwar redlich, aber doch vergeblich, den Vorderrädern zu ausreichend Grip zu verhelfen.

Mit schwerem Rucksack

Bevor wir also in der Pampa noch hängen bleiben, beenden wir das Offroad-Experiment und kehren auf geteerte Pfade zurück. Auf diesen macht der 500L Trekking gleich eine bessere, wenn auch keine ausgezeichnete Figur. Dafür arbeiten die Federn nicht geschmeidig, die Lenkung nicht präzise und die Schaltung nicht zackig genug. Zudem sind die Bremsen, mit einem Verzögerungsweg von 39 Metern aus 100 km/h, eher mittelmäßig als preisverdächtig.

Fiat 500L Trekking Test hintenEinen ähnlichen Eindruck hinterlässt der Antrieb des „geländetauglichen“ Minivans. Der turbogeladene Vierzylinder-Diesel hört zwar auf den flotten Namen 1.6 Multijet 16V und fabriziert aus 1.598 cm³ Hubraum 105 PS und 320 Nm Drehmoment ab 1.750 Touren – ein Temperamentsbündel ist der Selbstzünder jedoch nicht.

Die 8,7 Sekunden, die wir für den Sprint gemessen haben, würden dem widersprechen, hätte der 500L Trekking in dieser Frist nicht erst Tempo 80 erreicht. Den Hunderter knackt der Italiener nach 13,2 Sekunden, die Autobahnrichtgeschwindigkeit gar erst nach mehr als 25 – und darüber hinaus ist das Wort Beschleunigung schlicht fehl am Platz.

Dass mit dem angenehm tuckernden Turbodiesel so wenig weiter geht, liegt am Übergewicht des 500L Trekking. Der bringt bei einer Länge von knapp 4,3 Metern nämlich stolze 1.463 Kilogramm auf die Waage, ein Pfund, das auch für den Verbrauch Gift ist: die unbestechliche Dieseluhr wirft am Ende des Tests einen Durchschnittswert von 7,4 Litern aus – keine Glanzleistung für einen Diesel.

Viel Raum, ausgezeichnet möbliert

Der Innenraum des Fiat 500L Trekking hingegen verdient das Prädikat „Glanzleistung“ sehr wohl. Zum einen bietet der Minivan geradezu verschwenderisch viel Platz, sowohl auf den sehr komfortablen Frontsitzen wie auf der ebenso bequemen wie luftigen Rückbank. Die Beinfreiheit im Fond erinnert hierbei an die Geräumigkeit der Business-Class in Flugzeugen.

Zum anderen ist der 500L Trekking weitgehend handlich und übersichtlich eingerichtet. Gepatzt hat Fiat lediglich bei der Lesbarkeit der Instrumente, dafür schmeichelt sauber verarbeitetes Klavierlack- und zweifarbiges Leder-Dekor dem Auge und ein ausgezeichnetes Sound-System dem Ohr.

Fiat 500L Trekking Test CockpitGanz ohne Fehl und Tadel absolviert schließlich der Gepäckraum des Trekking unsere Begutachtung. Dank eines Volumens von 412 bis 1.480 Litern und einer breiten Ladelucke schluckt der Kofferraum selbst sperriges und unhandliches Gepäck ohne Murren. Beim Verstauen widerspenstiger Transportgüter assistiert ein cleverer Klappmechanismus, der die Fondsitze nach einem kurzen Zug mit den Fingern per Federkraft und Rolle vorwärts ganz eng und artistisch an die Vordersitze rücken lässt – und so im Nu mehr Laderaum schafft.

Fazit: Der Fiat 500L Trekking ist wie seine hauseigenen Artgenossen ein Minivan mit vielen Vorzügen: Er besticht mit einem opulenten Platzangebot, einem sauber verarbeiteten und schön möblierten Innenraum – und einem Kofferraum, den kaum ein Ladegut in Verlegenheit bringen kann. Zudem ist er zwar nicht besonders kräftig und effizient, aber ausreichend motorisiert, ausgewogen abgestimmt – und mit einem Preis ab 16.108 Euro recht günstig. Eines ist der 500L Trekking allerdings mit Sicherheit nicht, nämlich voll und ganz geländetauglich. (nau)



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