MPU: Infos, Preise, Beratungsstellen und Tipps

Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung, kurz MPU, ist eine geregelte Begutachtung der Fahreignung, die beurteilen soll, ob ein Fahrzeughalter weiter seinen Führerschein behalten darf. Im Volksmund wird die MPU auch Idiotentest genannt. Wer zu einer MPU verpflichtet worden ist, dem ist der Führerschein meist aufgrund von Alkohol- oder Drogenmissbrauch am Steuer zuvor entzogen worden. Die MPU dient als gesetzliche Maßnahme für eine verbesserte Verkehrssicherheit. Seit 1954 existiert diese Untersuchung und hat im europäischen Vergleich nachweislich dafür gesorgt, dass die Zahl der Unfallopfer gesenkt wurde.

Eine MPU stellt in vielen Fällen für den einzelnen eine persönliche Katastrophe dar, die in der Regel nur einmal im Leben passiert. Im Jahr wird in Deutschland in rund 100.000 Fällen eine MPU-Begutachtung verordnet, das klingt recht viel. Doch relativ betrachtet macht diese Zahl lediglich 0,2 Prozent von 50 Millionen Führerscheininhabern aus. Fast die Hälfte davon sind Wiederholungen, denen schon negative Ergebnisse vorangegangen sind. Meistens wird die MPU erst nach Entzug des Führerscheins und der nachfolgenden Sperrfrist angeordnet.

Was sind die Gründe für eine MPU?

polizei-kontrolleEs gibt eine Reihe von Ereignissen, die dazu führen, dass eine MPU angeordnet wird. Im Laufe der letzten Jahre haben sich die Häufigkeiten kaum verändert.

  • Zuviel Alkohol am Steuer: In der Mehrzahl (54 bis 60 Prozent) aller Fälle hat ein Kraftfahrer zu viel Alkohol getrunken. Wenn er einmalig aufgefallen ist, gilt eine Promillezahl von 1,6 und darüber als verkehrswidrig und ist Anlass für eine MPU. In besonderen Fällen wird die MPU auch bei einem Wert darunter verordnet. Bei mehrmaliger Auffälligkeit gilt eine Promillegrenze von 0,5 und in Verbindung mit Straftaten sogar von 0,3.
  • Fahren unter Drogen- oder Medikamenteneinfluss: In 18 bis 20 Prozent aller Fälle ist dies der Grund für die Anordnung einer MPU.
  • Verkehrsauffälligkeiten: Bei 14 bis 17 Prozent aller Betroffenen ist unterschiedliches verkehrsauffälliges Verhalten der Grund. Schwerwiegende Verkehrsverstöße, hohe Aggressivität, gravierende Auffälligkeiten während der Führerschein-Probezeit oder das Erreichen von über 7 Punkten in Flensburg werden mit einer MPU nachverfolgt.
  • Übrige Anlässe: Alle anderen Anlässe, wie zum Beispiel Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz außerhalb des Straßenverkehrs oder verschiedene körperliche und psychische Probleme, haben einen Anteil von ca. 5 bis 11 Prozent an allen registrierten Fällen. Auch weniger problematische Gründe wie das Erteilen einer Fahrerlaubnis an Jugendliche ab 16 Jahren gehören in diese Gruppe.

Wie läuft eine MPU ab?

computer-sitzen-pruefungDie Durchführung einer MPU dauert meist drei oder vier Stunden und beinhaltet bestimmte Teilbereiche: Den medizinischen Teil, das psychologische Gespräch und den standardisierten Reaktionstest. Für alle Teilnehmer der Prüfung gilt, möglichst die Ruhe zu bewahren. Nach der Anmeldung in der Prüfstelle wird der Ablauf noch mal genau erklärt, die Personalien werden gesichtet und dann bekommt der Prüfling ein Merkblatt und die Fragebögen ausgehändigt.

  1. Die Fragebögen zur MPU bestehen aus bis zu drei Blättern, worin allgemeine Fragen zur Person, dem Lebenslauf und zur jetzigen Situation beantwortet werden sollen. Auch Fragen zum Gesundheitszustand, zu früheren Erkrankungen und zu Hobbies sind darin enthalten. Weitere Fragen zu den Gründen des Führerscheinentzuges oder Konsumgewohnheiten dienen hauptsächlich der Vorbereitung des nachfolgenden Gesprächs.
  2. Das psychologische Gespräch ist der Hauptteil einer MPU. Dabei besprechen die Prüflinge mit einem psychologischen Gutachter die persönliche aktuelle Situation und die bisherigen Erfahrungen in der Vergangenheit. Hier kommen sowohl der familiäre Hintergrund, als auch berufliche Perspektiven mit ins Spiel. Ziel dieses Gespräches ist, dass der Gutachter einen klaren Einblick in die Gründe der Verkehrsauffälligkeit bekommt und eine positive Veränderung wahrnehmen kann.
  3. Die medizinische Untersuchung verschafft dem Arzt einen Einblick in die körperliche wie neurologische Verfassung des Prüflings. Es erfolgen eine körperliche Untersuchung und Labortests mit Blutuntersuchungen und Urinscreening. Je nach Grund für die MPU wird ein Augenmerk auf unterschiedliche Bereiche gelegt.
  4. Der Leistungstest findet an einem Computer statt, der auch für Personen ohne große Computerkenntnisse möglich ist. Hier werden einige Situationen beim verantwortungsvollen Fahren eines Fahrzeuges abgebildet. In den knapp 20 Minuten dieses Tests finden Messungen der Leistungen statt, die tatsächlich vergleichbare Reaktionen für die Verkehrssicherheit wiedergeben.

Nach der MPU heißt es abwarten. Normalerweise erhalten die Prüflinge nach ungefähr zwei Wochen das Ergebnis. Darin wird eine ausführliche Auflistung der festgestellten Ergebnisse sowie eine Prognose gestellt. Diese ausführliche Darstellung fordert der Gesetzgeber. Fällt das Ergebnis positiv aus, erhält der Geprüfte seinen Führerschein  -endlich – wieder zurück. Bis es so weit ist, können viele Monate vergehen, denn die positive Beurteilung wird in den wenigsten Fällen beim ersten Mal ausgesprochen.

Was sind die Kosten einer MPU?

Eine MPU ist nicht nur zeitaufwändig und mit vielen Auflagen verbunden, sie ist leider auch ziemlich kostspielig. Der Verzicht auf den Führerschein ist an sich schon eine harte Strafe. Zu den hohen Kosten, die für die verschiedenen Delikte einmalig anfallen können, kommt erschwerend hinzu, dass die Durchfallquote mit bis zu 50 Prozent extrem hoch ist. Dabei haben sich die Durchfallquoten in den vergangenen Jahren sogar verbessert. Bei einer erneuten Prüfung fallen die gleichen Kosten ein weiteres Mal an – ohne die Möglichkeit einer Rabattierung.

Wie viel ein Verkehrssünder genau für eine MPU zahlen muss und welche Kosten im Einzelnen entstehen, hängt von der Art seiner Verkehrswidrigkeit ab. Die Kosten sind fest geregelt und dienen hauptsächlich zur Abschreckung.

  • Der Grundbetrag liegt bei 338 Euro netto.
  • Das Fahren unter Drogeneinfluss wird mit 554,54 Euro geahndet.
  • Sind mehrere Vergehen zu ahnden, addieren sich die einzelnen Positionen.
  • Die anfallenden Kosten für Urintest oder Haaranalysen sind zusätzlich zu zahlen. Hier liegt die Spanne zwischen 50 und knapp 290 Euro. Dabei sind mehrere Urintests vorgeschrieben, von vier Tests in sechs Monaten bis zu sechs Tests in einem Jahr.

Insgesamt muss jeder Prüfling mit einem Kostenpaket von 1600 bis 2000 Euro rechnen. Weitere ausführliche Informationen zu den MPU Kosten könne Sie auf dieser Seite www.mpu-kosten.org nachlesen.

Warum sich eine Vorbereitung lohnt

auto-geld-schein-kostenAllein die Kosten einer einzigen MPU sind es wert, schon bei der ersten Prüfung nicht durchzufallen. Alle bekannten Zahlen und die Erfahrung aus vielen Jahren zeigen, dass es sich unbedingt lohnt, sich gut auf eine MPU vorzubereiten. Je gründlicher die Vorbereitung, desto besser die Chance, ein positives Gutachten zu erhalten.

Viele Experten raten, im Vorfeld unbedingt an einer professionellen Beratung und an Vorbereitungskursen teilzunehmen. In der Beratung erfolgt ein ausführliches Gespräch und der Betroffene erhält hilfreiche Informationen zum Ablauf der MPU. Außerdem werden mögliche Fragenkataloge besprochen und Tipps gegeben.

Durch diese Seminare, Intensivkurse und Beratungen bei Verkehrspsychologen entstehen weitere Kosten. Gruppenkurse sind dabei mit 500 bis 600 Euro günstiger, als eine individuelle Einzelberatung. Im Durchschnitt können Sie mit rund 18 Stunden rechnen, um sich gut auf eine MPU vorzubereiten. Nach einer Beratung wird von der Beratungsstelle eine Bescheinigung erteilt, die zur Vorlage beim späteren Gutachter dient. Auf dieser Seite www.mpu-web.de können Sie eine Beratungsstelle in Ihrer Nähe finden.

Diese Fehler unbedingt vermeiden

Wer die MPU auf die leichte Schulter nimmt, wird vermutlich tiefer als andere in die Tasche greifen. Das psychologische Gespräch ist dabei die Hürde, die die meisten zu Fall bringt. Die Psychologen verschaffen sich einen persönlichen Eindruck und bewerten die Glaubwürdigkeit der Aussagen. Es ist ein Fehler zu glauben, dass man den Psychologen einen positiven Lebenswandel vorgaukeln könnte. Sie sind sehr erfahren und werden beim geringsten Zweifel eher ein negatives Gutachten erstellen.

Ebenfalls ist es nicht ratsam, keine Vorbereitungskurse wahrzunehmen. Auch, wenn die Durchfallquote mit 50 % das Gefühl vermittelt, ohnehin keine Chance auf eine positive Bewertung zu haben, so zeugt die Teilnahme an einem solchen Kurs von der Ernsthaftigkeit der Absichten, den Test zu bestehen. Nehmen Sie nicht teil, könnte das zu der Einschätzung führen, dass Sie nicht ernsthaft versuchen, den Führerschein zurückzubekommen.

Ein weiterer Fauxpax, der richtig teuer werden kann, ist das Herunterspielen der eigenen Schuld. Damit kommen Betroffene nicht weit, sondern sie sorgen im Gegenteil dafür, dass die Psychologen die geistige Reife anzweifeln, die fahrzeugführende Verkehrsteilnehmer mitbringen sollten. Im Endeffekt kostet uneinsichtiges Verhalten bares Geld.

Was tun bei einem negativen MPU-Gutachten?

Eine nicht bestandene MPU ist natürlich sehr ärgerlich. Zur Erinnerung: Die Durchfallquote liegt bei 50 %, Betroffene sollten deshalb nicht allzu enttäuscht sein, sondern sich die Beurteilung ganz genau durchlesen. Will man seinen Führerschein wiederhaben, ist eine weitere Prüfung unabdingbar. Eine festgelegte Wartefrist gibt es nicht. Das kann auch vorteilhaft sein, wenn die Vorbereitungsfrist für das nächste Mal lang genug ist. Für das weitere Vorgehen ist es wichtig, den genauen Grund für die Nichterteilung im Gutachten zu verstehen. Am Ende des Gutachtens gibt es eine klare Empfehlung, was der Prüfling beim nächsten Mal beachten sollte und wo noch Handlungsbedarf besteht.

Wer sich weitere Prüfungen nicht leisten kann, kann die Zeit für sich arbeiten lassen. Es gibt Verjährungsfristen, nach deren Ablauf Betroffene den Führerschein wieder zurück erhalten, ohne sich einer MPU zu unterziehen. Die Rechtslage ist für Laien recht unübersichtlich, denn die Verjährungsfrist setzt frühestens zu dem Termin ein, zu dem der Führerschein normalerweise ohne MPU wieder zurückgegeben werden würde. Kurz zusammengefasst lässt sich sagen: Die übliche Verjährungsfrist beträgt in der Regel 10 Jahre. Es gibt bestimmte Ereignisse, die die Frist verlängern bzw. den Zeitpunkt des Fristlaufbeginns aufschieben. Wer sich zum Beispiel

  • strafrechtlich etwas zuschulden kommen lässt,
  • an einer verkehrspsychologischen Beratung teilnimmt oder
  • aufgrund von Ordnungswidrigkeiten oder
  • wegen anderen verwaltungsbehördlichen Sachverhalten ein Bußgeld bezahlen muss,

der verlängert die Wartezeit im schlimmsten Fall um weitere 5 Jahre.

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