Vergleichstest Mittelklasse-Kombis: auf der Suche nach dem besten Kombinierer Teil 2

31.10.2013 Alle Testberichte

Im zweiten Teil unseres Vergleichs von 5 Mittelklassekombis ist die Zeit für die "alten" Haudegen gekommen, den Ford Mondeo Turnier und den VW Passat Kombi.

Ford Mondeo Turnier 2.2 TDCi


Ford Mondeo Turnier TestDer Ford Mondeo Turnier hat dabei im Jahr 2010 seine letzte Überarbeitung erfahren, doch der Kölner mit den US-amerikanischen Wurzeln scheint sich um Nebensächlichkeiten wie das Alter wenig zu kümmern. Beim Test der Fahrdynamik wedelt der "Alte" mit seinem verstellbaren Fahrwerk und seiner feinfühligen Servo den Jungspunden locker davon und drückt selbst bösartige Querfugen gelassen weg. Der Mondeo Turnier fährt sich somit trotz seines sportlichen Naturells, das vom sanft eingreifenden ESP in Zaum gehalten wird, stets ausgesprochen komfortabel.

Eine gelungene Mischung aus Dynamik und Komfort ist auch der Dieselmotor, der 2.2 TDCi. Er ist mit 200 PS und 420 Newtonmetern ab 1.750 Touren nicht nur nominell, sondern auch auf der Strecke das insgesamt stärkste Aggregat im Test. Dazu ein paar Zahlen: von 0 auf 100 km/h geht es in 8,6 Sekunden, von 80 auf 120 im 5. Gang in 8,2 und im 6. Gang in 10,5 Sekunden. Der Ford landet damit in jeder dieser Disziplinen unter den ersten Zwei, genehmigt sich dabei mit 7,6 Litern zwar den meisten Diesel, bleibt aber immer sehr leise und gesittet.

Ganz vorne mischt der Mondeo Turnier auch in der Transportwertung mit. Er kann 549 bis 1.745 Liter Gepäck verstauen und legt dem Fahrer beim Beladen keine Hindernisse in den Weg, denn die Ladekante ist niedrig und breit. Im Stauraum ist auch die einfache Auskleidung ein Plus, im Innenraum hätten wir uns aber da und dort mehr Liebe zum Detail und hochwertigere Materialien gewünscht. Aber man kann eben nicht alles haben - oder doch?

Diesel-Preis bei MeinAuto.de: ab 27.146 Euro.

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VW Passat Variant 2.0 TDI


VW Passat Variant TestDer VW Passat Variant hat in seiner derzeitigen Version ebenfalls bereits drei Jahre auf dem Buckel. Nimmt man es genau, dann basiert der gegenwärtige Wolfsburger Mittelklassekombi sogar auf einer Konstruktion aus dem Jahr 2005. Doch hohes Alter schützt nicht vor Qualität: die Karosserie des Passat Variant geizt zwar mit attraktiven Kurven, sie gewährt dem Fahrer aber mit Abstand den besten Überblick. Auch im Innenraum setzt der Wolfsburger dank sorgfältig verarbeiteter Materialien, präzise funktionierender Bedienelement und bequem gepolsterter Sitze den Standard. Lediglich das Navigationssystem entspricht nicht mehr ganz den heutigen Ansprüchen.

Einengende Platzverhältnisse sind darüber hinaus sowohl für die Insassen wie für die Gepäckstücke ein Fremdwort: 603 bis 1.731 Liter fasst etwa der Kofferraum, der überdies fein säuberlich ausgekleidet ist und bei nach vorne geklappten Rückbanksitzflächen mit einem ebenen Ladeboden aufwartet.

Nicht ganz für die Spitze reicht es für den VW jedoch beim Antrieb. Zwar hat VW beim Topdiesel jüngst an der Performanceschraube gedreht und die Leistung von 170 auf 177 PS und das Drehmoment von 350 auf 380 Nm erhöht; beim Sprint auf Tempo 100 und insbesondere beim Durchzug im 5. bzw. 6. Gang fährt der Variant der Konkurrenz aber hinterher: 9,2 bzw. 10,8 und 14,9 verzeichnet die Stoppuhr für die jeweiligen Übungen.

Dafür aber ist der 2.0 TDI mit 7 Litern das genügsamste Aggregat im Test, das bei sparsamer Fahrweise auch mit 5 Litern auskommen kann. Außerdem fährt sich der Passat Variant am komfortabelsten: die Lorbeeren gebühren hier der exakten Lenkung und dem feinfühligen Adaptiv-Fahrwerk, das auch fiese Schläge souverän entschärft.

Diesel-Preis bei MeinAuto.de: ab 29.998 Euro.

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Testfazit:


Und welcher Mittelklassekombi verlässt den Testreigen nun als stolzer Sieger? Für uns haben die beiden Altvorderen, der Ford Mondeo Turnier und der VW Passat Variant, die teils beträchtlich jüngeren Kontrahenten klar ausgestochen. Sie bringen die Trias Komfort, Nützlichkeit und Dynamik am überzeugendsten unter einen Hut, wobei der Wolfsburger weniger dynamisch, aber eine Spur hochwertiger ist. Knapp dahinter folgt der nagelneue Mazda 6 Kombi, der nur in den Prüfungen Handling und Fahrkomfort etwas abfällt.

Die beiden Tourer im Testfeld, der Opel Insignia und der Honda Accord, müssen sich am Ende einreihen. Sie konnten uns vor allem in puncto Nützlichkeit nicht ganz überzeugen, ein Manko, das mit dem ein oder anderen vorderen Rang in den Einzeldisziplinen nicht mehr wettzumachen war. (nau)

Zum Kombi-Test Teil 1









 
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