Audi Q5 Test: der Herde voraus

05.04.2013 Alle Testberichte

Audi Q5Wer sich in der Mittelklasse nach einem Sports-Utility-Vehicle umsieht, der kommt am Audi Q5 nicht vorbei. Denn der majestätische Bayer ist nach seiner Premiere im Jahr 2008 rasch zum Platzhirsch im Rudel der Mittelklasse-Geländelimousinen aufgestiegen. Im Herbst 2012 haben die Ingolstädter ihrem Erfolgsmodell nun eine Frischzellenkur verpasst. Wo, wie und mit welchem Erfolg hier aufgefrischt wurde, klärt unser Test.

Getunte Motorenpalette


Besondere Aufmerksamkeit ließen die "Hüter der vier Ringe" zunächst den Motoren des Q5 angedeihen. Die Vorgabe lautete hierbei schlicht: mehr Leistung bei günstigerem Verbrauch.

Zu diesem Zweck kommt bei den Ottomotoren nun durchgehend die TFSI-Technologie, also die Kombination von Direkteinspritzung und Turboladung, zum Einsatz. Im kleinen 2-Liter-Benziner wird sie auf vier Zylinder angewendet und fördert 225 PS (165 kW), 350 Nm Spitzendrehmoment (1.500 - 4.500 Touren) und somit massig Durchzugskraft zu Tage.

Das zweite Ottoaggregat setzt auf 3 Liter und 6 Zylinder. Die Direkteinspritzung wird hier mit einem mechanischem Auflademodul kombiniert, was die Effizienz und die Agilität des Motors nochmals erhöht. Der 3.0 TFSI quattro verfügt so über saftige 272 PS und 400 Nm Drehmoment, womit er den knapp 1,8 Tonnen schweren Q5 in 5,9 Sekunden spielerisch von 0 auf 100 wuchtet.

Während die neuen Benziner die Forderung nach mehr Leistung also tadellos erfüllen, kommt alle technische Raffinesse aber offenbar nicht gegen die große Stirnfläche des Q5 an. Denn der Verbrauch wurde zwar deutlich reduziert - im Drittelmix sind es 7,5 und 8,5 Liter -; in der Praxis zerstäuben die Einspritzdüsen aber immer noch über 10 Liter Kraftstoff pro 100 Kilometer.

Da helfen auch die beiden einwandfrei abgestimmten Getriebevarianten (6-Gang-Handschaltung oder die 8-stufige tiptronic) und die serienmäßige Start-Stopp-Automatik nicht weiter.

Die bevorzugten Q5-Antriebe sind aber seit jeher die Dieselaggregate. Von den beiden vierzylindrigen 2.0 TDI Triebwerken ist insbesondere der laufruhige und agile Einstiegsdiesel hervorzuheben, der als einziger Q5-Motor auf Allradantrieb verzichtet und 143 PS bzw. 320 Nm leistet. Das reicht im 100er-Sprint für eine Zeit unter 11 Sekunden und im Verbrauchstest mit 5,3 Litern zum Bestwert unter den Q5-Motoren.

Das ultimative Dieselvergnügen bereitet der Q5 aber erst mit dem 3.0 TDI quattro. Der schöpft aus 6-Zylindern 245 PS und mächtige 580 Nm Drehmoment, welches in allen erdenklichen Lebenslagen schier unbegrenzte Vortriebskraft an die vier Räder schickt. Der Normverbrauch von 6,4 Litern ist angesichts dessen geradezu als spartanisch zu bezeichnen. Einziger Wermutstropfen: die vereinzelt von einer Anfahrschwäche geplagte 7-Gang S tronic.

Makellose Verarbeitung


Audi Q5 hintenWährend sich unter der Motorhaube des neuen Audi Q5 einiges getan hat, sind die Veränderungen an anderer Stelle oft kaum wahrzunehmen. So haben Audis Designer am Aussehen nur einzelne Details retuschiert: die Frontscheinwerfer etwa oder die Rückleuchten, die Schürzen und den Kühlergrill. Im Innenraum ist hier und dort eine weitere Chromspange und eine Klavierlackfläche hinzugekommen, womit das ohnedies schon sehr hochwertige Ambiente noch weiter veredelt wurde.

Weitgehend unverändert - und zwar unverändert großzügig - ist das Platzangebot im Q5 geblieben. Ergänzt wird es durch viele Ablagen und Staufächer und einen mit 540 bis 1.560 Litern Fassungsvermögen ausreichend dimensionierten Kofferraum. Der lässt sich dank niedriger Ladekante zudem einfach beladen und dank verschiebbarer Rückbank flexibel dem Transportgut anpassen.

Geblieben ist dem Q5 aber auch seine mäßige Übersichtlichkeit, wodurch elektrische Assistenten wie die Einparkhilfe mit Rückfahrkamera fast zu einem Pflichtzubehör werden.

Fahrkomfort und Fahrvergnügen vereint


In Sachen Fahrvergnügen und Komfort kann der neue Audi Q5 dagegen ohne jegliches Zubehör glänzen - auch wenn es dieses in Hülle und Fülle gibt (Sportfahrwerk, individueller Fahrzeugsabstimmungsassistent "audi drive selct", Spurhaltehelfer, etc.). Der vergleichsweise schwere Ingolstädter begeistert dank des serienmäßigen Dynamikfahrwerks mit seinem agilen Handling, seiner präzisen Lenkung, seinem ausgewogenen Fahrverhalten - und seiner geschmeidigen Dämpfung.

Für den ungetrübten Langstreckenkomfort sorgen außerdem die bequemen Sitzmöbel, deren Sitzfläche sich individuell anpassen lässt; und die ausgezeichnete Geräuschdämmung.

Dass die Rede von der Premium-Qualität kein leeres Versprechen ist, offenbart am Ende dann noch der Blick auf die Dauertestergebnisse. Im 100.000 Kilometer Test fiel der Q5 lediglich mit 2 Mängeln auf - einem abgefallenen Rückstellknopf (Tageskilometerzähler) und einem teilweisen Ausfall des Lüftergebläses. Zudem braucht der Q5 erstaunlich wenig Wartungs-Zuwendung: Fünf Inspektionen, vier Ölwechsel, neue Bremsscheiben und Bremsbeläge vorne, ein Paar neuer Beläge hinten - damit gab sich der Ingolstädter Premium-SUV zufrieden.

Die 31.653 Euro, ab denen der Audi Q5 bei MeinAuto.de käuflich zu erwerben ist, sind angesichts dessen eigentlich ein Schnäppchen. (nau)

Nun gibt es natürlich auch zahlreiche Alternativen für den Q5 aus Ingolstadt, denn kein Segment in Deutschland ist größer als das rund um SUVs und Geländewagen. Hier geht es zu den Alternativen:

Audi Q5 Alternativen bei MeinAuto.de












 
Sie sind hier: Startseite > Tests & News > Testberichte > Audi Q5 Test: der Herde voraus
nach oben