Ab wann lohnt sich Diesel?

16.06.2014 Alle Ratgeber

Der Blick auf die Tankstellenanzeige löst bei vielen Fahrern benzinbetriebener Fahrzeuge besonders großen Frust aus. Wer mit Diesel fährt, scheint angesichts der aktuellen Preislage klar im Vorteil zu sein. Ist es sinnvoll, sich beim kommenden Neuwagenkauf für ein Dieselfahrzeug zu entscheiden? Um diese Frage zu beantworten, muss der Käufer kalkulieren, ob sich die Mehrinvestition bei der Anschaffung eines Diesels auf lange Sicht rechnet. Schließlich ist ein Dieselfahrzeug im Normalfall teurer als ein Benziner.

…bereits ab 10.000 Kilometern Laufleistung jährlich


BMW 3er Touring 2012Entgegen der viel verbreiteten Faustregel, dass sich ein Dieselmotor gegenüber einem vergleichbaren Benziner erst ab 15.000 Kilometern Fahrleistung pro Jahr lohne, laufen die Dieselvarianten einiger Modelle den Benzinversionen bereits ab einer Fahrleistung von durchschnittlich 10.000 Kilometern den Rang ab. Anders ausgedrückt: Dieselfahrzeuge amortisieren sich schneller. Zu diesem Ergebnis kam der ADAC. Deutschlands größter Automobilclub verglich in einer Analyse weit mehr als 350 Paarungen von Diesel- und Benzinfahrzeugen. Aus Sicht des „Gelben Engels“ haben vor allem die kontinuierlich steigenden Kraftstoffpreise zu der beschriebenen Entwicklung beigetragen. Ein Diesel, der im Regelfall einen niedrigeren Verbrauch aufweist als ein vergleichbares Benzinmodell, lohnt sich daher schneller. Die Kraftstoffeffizienz ist jedoch nur ein Kriterium: Bei der Entscheidung für oder gegen einen Diesel ist darüber hinaus zu berücksichtigen, dass die Zuschläge der Versicherungen und die Aufpreise bzw. Kaufpreise für Dieselmodelle in den vergangenen Jahren gesunken sind. Diese Werte gingen neben den Betriebskosten in die Berechnungen des ADAC mit ein. Zudem fanden auch der Wertverlust, Werkstattkosten und Steuern Berücksichtigung.

Ein besonders positives Beispiel für die schnelle Amortisation eines Dieselfahrzeugs ist laut ADAC der BMW 320d EfficientDynamics, dessen Pendant auf Benzinerseite der BMW 320i darstellt. Der Dieselantrieb soll sich hier bereits ab einer Laufleistung von 8.000 Kilometern pro Jahr ökonomisch lohnen. Auch der Golf 1.6 TDI BlueMotion schneidet – im Vergleich zum 1.2 TSI Trendline – gut ab. Die Berechnungen des Automobilclubs ergaben, dass die Dieselversion des Golf bereits ab 9.300 Kilometern Fahrleistung jährlich vorteilhaft ist.

Von einer Allgemeingültigkeit der kurzen Amortisationszeit bei Diesel ist jedoch nicht auszugehen. Beispielsweise lohnt sich der Dieselantrieb beim Hyundai ix55 laut ADAC erst ab einer Jahreslaufleistung von mehr als 40.000 Kilometern.

Keine Allgemeingültigkeit


Zu berücksichtigen ist auch, dass die Beurteilungen der Pkws durch den Automobilclub nur eine Momentaufnahme darstellen. In der Analyse wurden Preise von 1,70 Euro für Super E10 und 1,55 Euro für einen Liter Diesel zugrunde gelegt. Diese und weitere Werte unterliegen Schwankungen, darüber hinaus spielen Faktoren wie der persönliche Fahrstil oder das Modell eine Rolle bei der individuellen Beurteilung, ob sich der Kauf eines Diesels lohnt. Festzuhalten bleibt dennoch, dass zahlreiche Dieselfahrzeuge nicht mehr nur für extreme Vielfahrer eine gute Option sind, sondern sich für einen größeren Kundenkreis wirtschaftlich lohnen können. Von Martina Reuter

Wird es eine Zukunft des Diesel-Fahrzeuges geben?


Genau diese Frage beschäftigt alle in der Automobilwelt seit dem VW Dieselabgasskandals. Durch schärfere Abgasvorschriften versucht die Regierung, die negativen folgenden des Ausstoßes der Benzin- und Dieselmotoren einzudämmen. Wie uns der Skandal zeigt, sind diese neuen Motoren aber nicht wirtschaftlich für die Hersteller. In unserem zweiteiligen Ratgeber mit der Titel "Diesel oder Benzin? Was bringt uns die Zukunft?" gehen wir auf diese Frage nach.

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Autor: Fabian Thomas

 
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